Kolumne: Intra Logistik

Intra Logistik,

Aber EIN Highlight gab es auf der LogiMAT

So, die Messe in Stuttgart wäre nun auch geschafft. Schön wars, wie immer! Und ich erlebte etwas, das ich nicht vergessen werde: Beim Betreten der Messe hat mich ein öffentlich-rechtlicher Eintrittskartenkontrollbeamter gegrüßt. Wörtlich sagte er: „Guten Morgen!“ Und als sei das noch nicht genug, ergänzte er nach dem Ticket-Scan: „Viel Spaß und einen schönen Tag!“ Das hat mein Weltbild zerstört.

Intra: "Logistik ist nicht nur zum Anschauen da." © privat

Seit X Jahren gehe ich in deutschen Messegeländen ein und aus, bin schon beim Aufbau da und bleibe oft auch bis zum Abbau – Logistik ist ja schließlich nicht nur zum Anschauen da. Aber sowas hat noch keiner zu mir gesagt. Nicht in München, nicht in Hannover und schon gar nicht in Stuttgart. Wo kämen wir da hin? Gute Laune im Schwabenland? Benimmkürsle g‘macht? Und was das Zeit kostet! Wenn das Schule macht, reichen die Autoschlangen nicht nur bis Ulm, sondern bis Augsburg! Da könnte ja jeder kommen! Was passiert als nächstes? Dass man im Media-Markt bedient wird? Hör doch auf.

Dann bin auch ich draufgekommen: Der Typ hat mich veräppelt und beömmelt sich jetzt noch über mein dummes Gesicht, das ich gemacht habe. Nix da! Denn abends sagt der öffentlich-rechtliche Parkplatzordnungskontrollbeamte zu mir: „Schönen Feierabend!“ Was ist da bloß los?

Ansonsten war alles wie immer: Volle Hallen, volle Gänge, Besucherzahlen, die zufällig wieder gerade eine Fünftausender-Marke übersprungen haben: Dieses Jahr seien es 61.740 gewesen, 2018 exakt 55.300, 2017 keiner weniger als 50.000.Die Aussteller waren euphorisch, hatten schöne Stände, Jungheinrich verlautbarte, dass er den größten hätte, die Besucher waren etwas gehetzt, und man stellt sich schon die Frage, wie lange der Ver­anstalter selbst noch an die „Arbeitsmesse“ und die „Messe der kurzen Wege“ glaubt – oder ob da nicht längst eine Überhitzung stattfindet. Die Aufbau­situation war etwas entspannter, wenn man dafür tief in die Tasche gegriffen hat, bei den Ausstellerparkplätzen gab es eine Art Vergabe-Roulette, das keiner so richtig durchschaute und für das sich keiner zuständig fühlte. Die Aussteller hauten lauter bekannte Neuheiten raus, nannten alles, was sich bewegte, „intelligent“, und was sich automatisch bewegte, war „künstliche Intelligenz“ – wo man sich manchmal einfach nur nach der menschlichen sehnt.

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Apropos: In Hannover gibt es eine neue Messe, die irgendwas mit Logistik zu tun haben könnte: Am 4. Juli 2019 findet die Pick, Pack & Send statt. Das wird ein Mega-Ereignis am Independence Day. Vier Aussteller haben sich bereits angemeldet. Und es sollen sogar noch mehr werden. Ich bin gespannt.

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