Kolumne

Intra Logistik zum Logistik-Kongress

Liebe deutsche Logistiker,
ich schreibe euch einen Brief, weil ich euch mag. Denn als im Oktober in Berlin beim Logistik-Kongress die jährliche Branchen-Nabelschau stattfand, habt Ihr gezeigt, wer der Nabel ist: die Logistiker – nicht die Vereinigungen, Verbände und Lobbyisten.

Intra Logistik schreibt, was sie denkt. Sagen Sie Intra, was Sie darüber denken: intra.logistik@materialfluss.de

Ihr habt eine Initiative vorgestellt, mit der Ihr klar macht, welche Bedeutung die Logistikwirtschaft hat: Wirtschaftsmacher. Ihr haltet die ganze Maschine am Laufen. Das ist gut. Und es ist wichtig, dass sich das nicht nur die Logistiker gegenseitig erzählen, sondern es vor allem den Nutznießern klar machen, die gleichzeitig die Obermotzkis sind: die Konsumenten.
Vor ein paar Jahren hatten wir in unserem täglichen Stau die Lkw-Aufschrift „Solange man keine Äpfel per E-Mail verschicken kann, müssen wir uns die Straße teilen!“ zu ertragen.

Diese fast-witzige Idee hat die Logistik auf das notwendige Übel, den Lkw, reduziert. Indem Ihr zeigt, dass die Logistiker die Triebfeder der Wirtschaft sind, zeigt ­Ihr die wirkliche Bedeutung der Branche, zumal Ihr die Menschen dahinter sichtbar macht: Programmierer, Fahrer, Projektleiter, Einkäufer. Man merkt, dass hinter Eurer Initiative PR-Leute und Werber stecken. Denn sie ist gut. Man merkt aber auch, dass es zwei Grundideen gab, die Ihr kompromissschließenderweise zusammengewürfelt habt, das ist schlecht. Daher meine erste Bitte: Nennt die Wirtschaftsmacher nicht Logistikhelden. Das schwächt die Wirtschaftsmacher, ist Innensicht, und der gedankliche Weg vom Logistik- zum Lieferhelden ist nur sehr kurz. Zweitens: Reduziert den Absender nicht auf die deutschen Logistiker. Es müsste sich auch bis hinter eure Macs rumgesprochen haben, dass Logistik international ist. Fast alle Firmen, die jetzt schon bei Euch dabei sind, haben mittlerweile nur noch aus Tradition in Deutschland ihren Sitz. Drittens: Macht! Redet nicht rum – und verstrickt Euch nicht in Organisationsformen, Gremien und Nutznießerei. Sonst seid Ihr nichts anderes als ein Verband oder eine Vereinigung. Viertens: Geht schnell und dauerhaft in die breite Öffentlichkeit! Diese Botschaften sind in Kicker und Capital noch besser aufgehoben als im LT-manager! Und meine Bitte an die Logistiker: Macht mit! Drei Fragen noch an die BVL: Wäre das nicht Euer Job, der Öffentlichkeit zu kommunizieren, welche Bedeutung die Logistik in der Wirtschaft hat? Ist das nicht eine wesentliche Motivation Eures Daseins? Holt Ihr nicht deshalb die Altkanzlerin und den Altmaier nach Berlin?

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Fragt Eure Schlaumaierin
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