Transportlogistik

Julia Kowal / Redaktion: Alexandra Hose,

Was unterwegs wirklich passiert: Datenlogger machen Risiken sichtbar

Transportschäden entstehen oft unbemerkt und werden erst am Zielort sichtbar. Datenlogger liefern objektive Informationen über Erschütterungen, Temperatur- und Feuchtigkeitseinflüsse entlang der gesamten Lieferkette. So helfen sie Unternehmen, Risiken zu erkennen, Schäden nachzuweisen und Transporte kontinuierlich zu optimieren.

© stock.adobe.com/Gayan

Die Anzahl der weltweiten Transporte ist immens und steigt weiter an: Allein per Versandcontainer wurden im Jahr 2024 mehr als 183 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Units) transportiert – das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gerade bei sensiblen Investitionsgütern sind Beschädigungen während des Transports zu verhindern – diese Waren sind oft individuell gefertigt und wertig; Transportschäden bedeuten dann zeitliche und finanzielle Mehraufwände.

„Versender versuchen zwar ihre Güter durch robuste Verpackungen und professionelle Ladungssicherung zu schützen, doch selbst aufwändige Schutzkonzepte können an ihre Grenzen stoßen“, weiß Peter Adam, Marketing Manager bei Aspion. Das auf Sensorik spezialisierte Unternehmen aus Karlsruhe bietet innovative und benutzerfreundliche Datenlogger, mit denen sich wertvolle Güter im Lieferverkehr überwachen und absichern lassen. Denn in der Praxis zeigt sich immer wieder: Verrutschen der Ladung durch Notbremsung, unsanftes Verladen an den Umschlagplätzen oder auch Öffnen der Verpackung im Zoll sind keine Seltenheit und können zu erheblichen Beschädigungen führen.

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Verbauter Datenlogger © ASPION

Fünf Einsatzbereiche zeigen, wie Datenlogger für mehr Transparenz und Sicherheit in der Transportlogistik sorgen.

1. Verpackungsschutz objektiv bewerten

Eine hochwertige Verpackung ist eine wichtige Voraussetzung für einen sicheren Transport, bietet aber keinen vollständigen Schutz. Stöße beim Verladen, umgestürzte Transportkisten oder geöffnete Verpackungen bei Zollkontrollen können dennoch Schäden verursachen. Datenlogger zeichnen Erschütterungen, Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen während des gesamten Transports auf. Dadurch erhalten Unternehmen einen objektiven Nachweis darüber, welchen Belastungen ihre Produkte tatsächlich ausgesetzt waren. Die gewonnenen Daten helfen nicht nur bei der Schadensanalyse, sondern auch dabei, Verpackungskonzepte gezielt zu optimieren. „Die Datenlogger sorgen für Transparenz und zeigen, wie gut eine Verpackung die Ware tatsächlich schützt. So können Unternehmen Schwachstellen erkennen und ausmerzen.“

2. Das passende Transportmittel auswählen

Ob Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug – jedes Transportmittel bringt unterschiedliche Belastungen für die Ware mit sich. Welche Lösung sich für ein Produkt am besten eignet, lässt sich häufig erst anhand realer Transportdaten beurteilen. Datenlogger erfassen relevante Ereignisse wie Erschütterungen oder klimatische Einflüsse und ermöglichen so einen objektiven Vergleich verschiedener Transportwege. Unternehmen können ihre Entscheidungen künftig auf belastbare Daten statt auf Erfahrungswerte stützen. „Wenn Unternehmen dann feststellen, dass das Produkt bei einem Transportmittel immer wieder Schäden nimmt, können sie sich von vorneherein für ein anderes entscheiden und das Risiko minimieren“, so Adam.

3. Kritische Transportstrecken erkennen

Nicht jede Strecke stellt die gleichen Anforderungen an empfindliche Güter. Schlechte Straßen, starke Temperaturschwankungen oder lange Standzeiten an Terminals können die Transportqualität erheblich beeinflussen. Datenlogger dokumentieren Belastungen während der gesamten Reise und versehen diese mit einem Zeitstempel. So lässt sich nachvollziehen, wann und an welcher Stelle kritische Ereignisse aufgetreten sind. Modelle mit Live-Tracking liefern zusätzlich aktuelle Informationen zum Standort und Zustand der Ware. „Wenn zum Beispiel ersichtlich ist, dass die Ware früh auf der Route einen Schaden genommen hat, können Unternehmen den Weitertransport verhindern und so Zeit und Kosten sparen“, erklärt Adam.

4. Lieferketten kontinuierlich verbessern

Transportschäden gehören in globalen Lieferketten zum Alltag. Umso wichtiger ist es, die Ursachen eindeutig identifizieren zu können. Datenlogger dokumentieren schadenauslösende Ereignisse lückenlos und schaffen damit Transparenz über kritische Prozessschritte. Die gewonnenen Informationen helfen Unternehmen dabei, Schwachstellen in der Lieferkette aufzudecken, Transportabläufe anzupassen oder Dienstleister gezielt zu bewerten. „Transsportschäden durch sogenanntes rough handling sind leider an der Tagesordnung“, weiß auch der Experte.

5. Schäden schneller nachweisen und regulieren

Im Schadensfall kommt es darauf an, den Hergang möglichst eindeutig belegen zu können. Ohne objektive Daten ist die Klärung von Verantwortlichkeiten häufig aufwendig.
Datenlogger liefern nachvollziehbare Nachweise über Belastungen und Umwelteinflüsse während des Transports. Dadurch können Unternehmen Schadensursachen schneller dokumentieren und die Kommunikation mit Versicherungen sowie Logistikdienstleistern vereinfachen. „So lassen sich Verantwortlichkeiten zuordnen, Diskussionen mit Versicherungen und auch Dienstleistern vermeiden und der Schaden schnell begleichen“, so Adam.

Fazit

Transportschäden an sensiblen Investitionsgütern sind kein Ausnahmefall, sondern ein strukturelles Risiko in globalen Lieferketten. Die bei Unternehmen weit verbreiteten Annahmen – von der vermeintlich ausreichenden Verpackung bis hin zur trügerischen Sicherheit durch Versicherungen – halten einer datenbasierten Betrachtung nicht stand. Datenlogger schaffen eine neue Qualität an Transparenz: Sie liefern objektive Nachweise über Belastungen, Umwelteinflüsse und den genauen Zeitpunkt kritischer Ereignisse. Unternehmen erhalten damit nicht nur eine verlässliche Grundlage zur Schadensklärung und zur Kommunikation mit Dienstleistern und Versicherern, sondern vor allem ein wirksames Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung von Verpackung, Transportmittelwahl und Routenplanung. Wer Transportsicherheit künftig nicht mehr auf Vermutungen, sondern auf belastbare Daten stützt, kann Risiken messbar reduzieren, Kosten senken und die eigene Lieferkette nachhaltig widerstandsfähiger gestalten.

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