Die Kolumne von Intra Logistik

Die Zukunft interessiert keine Sau mehr

Intra Logistik
Die Zukunft interessiert keine Sau mehr, meint Intra. © materialfluss

Man gebe mir eine Glaskugel, und ich sage euch die Zukunft voraus. Ist es die falsche Zukunft, dann habt ihr mir die falsche Glaskugel gegeben. Nach diesem Prinzip überschlagen sich die Weisen, Forscher, Verbände und Unternehmer zum Jahresende mit Prognosen, wie denn 2017 alles werden soll. Wie wird es uns wirtschaftlich gehen? Wie viele Aufträge werden wir bekommen? Gibt es noch einen Markt, den man unbedingt erschließen sollte? Oder ein Produkt, das noch nicht erfunden ist?

Warum machen das die Weisen, Forscher, Verbände und Unternehmer? Weil die Pressefritzen das wissen wollen. Und warum wollen die das wissen? Weil sie meinen, die Leute da draußen vor den Bildschirmen und über den Magazinen interessiert das. Tut es das denn? Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: Auf jeden Fall, klar, wenn wir wissen, was auf uns zukommt, dann können wir uns darauf einstellen, rechtzeitig in Deckung gehen oder schon mal die nächste S-Klasse bestellen. Dann kam aber die Krise 2008 und 2009. Die hatte keiner auf der Pfanne. Dafür Prognosen, wie lange es dauert, bis wir uns davon erholt haben: Bis 2013 mindestens! Bereits 2010 schrieb die Branche dann neue Rekorde.

Unter den Prognostizierern gibt es ganz unterschiedliche Exemplare. Die Optimisten etwa binden sich milliardenschwer ein Unternehmen ans Bein, das seit mehr als 15 Jahren herumverkauft wird wie ein gebrauchter Diesel-Passat mit zurückgedrehtem Tacho, und verkünden eine neue Ära – nach Duden also ganz bescheiden die größte, mehrere Formationen umfassende Zeiteinheit der Erdgeschichte. Die Pessimisten sagen, jetzt ging es so lange gut, jetzt muss ja endlich mal was Schlimmes passieren! Und die Realisten? Die sagten den Austritt der Briten aus der EU und den Wahlsieg Trumps voraus. Hinterher.

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