Stapler & Komponenten

Technik-Trend Stapler - Hilfe aus dem Schaltkreis

Moderne Stapler sind mehr und mehr mit elektronischen Assistenzsystemen ausgestattet. Das dient nicht nur der Sicherheit und der Ergonomie. Auch die Umwelt kann davon profitieren. Die Integration von Elektronik in die Staplertechnik ist in den vergangenen Jahrzehnten mit zahlreichen Verbesserungen hinsichtlich Fahrerkomfort, Funktionalität und Sicherheit einhergegangen. Die elektronische Ansteuerung brachte neben Verbesserungen für die Staplerfunktionen Fahren und Heben auch Vorteile für die Umwelt wie etwa einen geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Emissionen.

Ein Beispiel für die genannten Verbesserungen ist die elektronische Ansteuerung der Hubmastfunktionen (Linde Load Control) bei Linde-Staplern, die ab Ende der 90er-Jahre in Serie eingebaut wurde. Bei der Linde Load Control handelt es sich um zwei handliche Bedienhebel, die in eine Armlehne auf der rechten Fahrerseite integriert sind. Der für die Hubmastfunktionen „Heben/Senken“ und „Vorneigen/Rückneigen“ zuständige linke Bedienhebel ist als Zentralsteuerhebel ausgeführt, so dass zwei Funktionen gleichzeitig betätigt werden können.

Neben einem Plus an Ergonomie leistet die Linde Load Control eine spürbar verbesserte Funktionalität. So vermag die Elektronik die Fahrersignale zu interpretieren und zeitlich zu entkoppeln. Integrierte elektronische Filter schwächen beispielsweise ruckartige Bewegungen ab und ermöglichen so ein sanftes aber dennoch äußerst exaktes Positionieren. Gleichzeitig erkennt das System durch mathematische Algorithmen, wenn schlagartige Bewegungen wie beispielsweise ein „Rütteln“ des Anbaugerätes vom Fahrer gewünscht sind.

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Stapler & Komponenten: Technik-Trend Stapler - Hilfe aus dem Schaltkreis

Dann folgt das System den intuitiven Bewegungen des Fahrers. Geht der Hebel hingegen ruckartig in die Nullstellung, sorgt die Elektronik für eine abgeschwächte Rücknahme der Bewegungen. Das Gesamtsystem ist so abgestimmt, dass der Fahrer keine Einstellungen vorzunehmen braucht und sich somit voll auf seine Ein- und Auslagerungsaufgaben konzentrieren kann. Der Fahrer profitiert von der verbesserten Feinfühligkeit und dem exakten Positionieren des Hubmastes beim Einund Auslagern durch eine geringere körperliche Beanspruchung und dadurch resultierende bessere Konzentrationsfähigkeit. Damit sinken Schäden  an Last und Umgebung, und die Umschlagleistung bzw. Umschlagarbeit (als Produkt aus Umschlagleistung und Einsatzzeit des Fahrers) erhöht sich.

Automatisch gebremst

Ebenfalls für mehr Sicherheit und Fahrerkomfort bei gleichzeitig weniger Betriebskosten sorgt das DuraMatch-Getriebe von

Hyster

, das die Vorteile des hydrodynamischen Wandlers mit den Vorteilen eines hydrostatischen Antriebs vereint. Zudem sind die Fortens-Stapler mit Bordcomputer, CANbus-Elektrik und Stabilitätssystem ausgestattet. Um Ausfallszeiten zu verhindern, wird das DuraMatch-Getriebe der Hyster-Stapler mithilfe des „Pacesetter-Managementsystems“ gesteuert, das permanent alle Funktionen des Getriebes kontrolliert und den Verschließ deutlich reduziert.

Stapler & Komponenten: Technik-Trend Stapler - Hilfe aus dem Schaltkreis

Eine weitere Funktion, mit der die Produktivität verbessert wird und die zudem das hydrostatische Fahrverhalten verdeutlicht, ist das ADS-System – Automatic Deceleration System (zu Deutsch: automatisches Abbremssystem). Durch diese Funktion wird der Stapler automatisch mit einstellbarer Stärke bis zum Stillstand abgebremst, wenn der Fahrer das Gaspedal loslässt. Das ADS steigert deutlich die Produktivität des Staplers und erhöht dabei merklich den Fahrkomfort, da die Fußbremse nur noch für abruptes Bremsen in Gefahrensituationen benötigt und der Bremsverschleiß bis zu 60 Prozent verringert wird.

Beide Getriebefunktionen können über das Multifunktionsdisplay des Staplers programmiert und an verschiedene Fahrer- und Anwendungsbedürfnisse angepasst werden, um durch eine sanfte bis hin zu einer aggressiven Einstellung eine maximale Produktivität zu erreichen.

Auch Jungheinrich setzt mit dem „JetPilot“ ergonomisch ein weiteres Zeichen für die Intralogistik. Das Multifunktionslenkrad ist Teil der Jungheinrich- Studie „Concept 05“. Das Bedienkonzept wurde seitdem in diversen Feldtests bei unterschiedlichen Kunden auf seine Akzeptanz im Markt hin getestet und ist nun zur Serienreife entwi- ckelt worden. Alle Elektro-Gegengewichtsstapler der Baureihe 4 von Jungheinrich können jetzt optional mit dem Multifunktionslenkrad ausgerüstet werden. In das Lenkrad wurde die Bedienung aller wesentlichen Funktionen eines Gabelstaplers integriert. Die bisher seitlich angeordneten Bedienhebel für Mast und Gabel entfallen. „Damit ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten“, so Ralf Baginski, Leiter der Grundlagenentwicklung bei Jungheinrich, „den Arbeitsplatz in einem Gegengewichtsstapler für den Fahrer angenehmer zu gestalten.“

Die Ausgangsüberlegung der Jungheinrich- Entwickler war es dabei, alle zentralen Bedienelemente an einem Ort zu konzentrieren. Dafür bot sich das Lenkrad an, das auch im Pkw bereits immer mehr Funktionen aufnimmt. Das Konzept JetPilot integriert folgende Funktionen: Heben und Senken, Mastneigung, Seitenschieber sowie die Bedienung von Anbaugeräten, Umschaltung der Fahrtrichtung und die Hupe. Das Multifunktionslenkrad wird durch eine elektrohydraulische Lenkung gesteuert. Damit entfallen störende Hydraulikbauteile in der Lenksäule. Bei einer Lenkbewegung gehen dabei elektrische Signale an die Hydraulik, die ihrerseits für die Kraftübertragung sorgt. Die Informationsübertragung beim Lenken erfolgt ausschließlich über das Prinzip „Steer by wire“. Ralf Baginski: „Bei der Entwicklung dieser Lenkung wurden selbstverständlich die geltenden Normen und Richtlinien eingehalten, so dass die Sicherheit des Lenksystems voll gewährleistet ist.“ Elektrohydraulische und elektrische Lenkungen von Jungheinrich sind heute bereits beim Schubmaststapler und einer Vielzahl von Kommissionierern im Einsatz.

Stichwort Staplermanagement

Funkbasierte Staplerflottenmanagementsysteme gewinnen für die Betreiber von Staplerfuhrparks immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile der Fernadminstration liegen laut Yale in einer effizienteren Nutzung der Stapler, niedrigeren Energiekosten, weniger Unfallschäden, geringerem Wartungsbedarf und erhöhter Produktivität. Der Vorteil des Yale Wireless Asset Management (WAM) besteht darin, dass in einer einzigen Lösung eine umfassende Systemarchitektur integriert ist: Eine intelligente On-Board-Unit auf jedem Stapler, eine Zweiwege Funkinfrastruktur, sowie die Wireless Asset Net-Serversoftware, die an führende ERP-Systeme angebunden werden kann.

Alle Staplerbetriebsparameter können in Echtzeit analysiert werden, so dass für jede Anwendung die bestimmenden Kriterien präzise gemessen werden können. Dazu gehören tatsächliche Betriebsstunden im Vergleich zu den Stillstandszeiten, eine Leitweglenkung, Alarmierungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und Unfallereignissen, und automatisierte Meldungen an den Einsatzleiter von unautorisiertem Betrieb einzelner Fahrzeuge, alles Faktoren, die die Produktivität stark beeinflussen können.

Hyster GmbH, E-Mail [email protected], www.hyster.de

Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de

Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de

Yale Fördertechnik GmbH, E-Mail: [email protected], www.yale-deutschland.de

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