Staplerkomponenten

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Lastspitzen reduzieren durch smartes Lademanagement

Wenn in der Intralogistik die letzte Schicht endet, beginnt oft ein energetisches Problem: Viele Flurförderzeuge werden gleichzeitig geladen und treiben die Lastspitzen im Betrieb in die Höhe. Was im Alltag kaum auffällt, verursacht erhebliche Energiekosten. Dass es auch anders geht, zeigt ein Projekt bei AHTS am Münchner Flughafen.

Der Logistikdienstleister für europaweites Luftfrachthandling und -tracking AHTS hat seine Ladeinfrastruktur grundlegend optimiert, mit messbarem Ergebnis: Heute spart das Unternehmen über 80.000 kWh Energie pro Jahr ein. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 20 bis 25 Einfamilienhaushalten. Gleichzeitig sinken die Energiekosten durch reduzierte Lastspitzen deutlich.

Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit Allgäu Batterie und Still Bayern. Während Allgäu Batterie die energetische Analyse sowie die Konzeption und Modernisierung der Ladeanlagen übernahm, brachte Still seine Expertise aus Flottenbetrieb, Fahrzeugtechnik und Einsatzprofilen der eingesetzten Flurförderzeuge ein. So konnte das Ladesystem gezielt auf die Anforderungen der Fahrzeugflotte abgestimmt werden.

Transparenz als Ausgangspunkt

Zu Beginn stand eine umfassende Analyse der bestehenden Situation. Gemeinsam untersuchten Allgäu Batterie und Still Bayern die vorhandene Ladeinfrastruktur, die Staplerflotte sowie die tatsächlichen Einsatz- und Ladezeiten der Fahrzeuge. Die Auswertung zeigte ein klares Muster: Insbesondere das gleichzeitige Laden vieler Fahrzeuge nach Schichtende führte regelmäßig zu hohen Lastspitzen. Der Ansatz ging deshalb über die reine Technik hinaus. Neben der Ladeinfrastruktur wurde gezielt in die Betriebsorganisation eingegriffen. Entscheidend war die Frage, wann einzelne Fahrzeuge tatsächlich wieder einsatzbereit sein müssen. Auf dieser Basis entstanden neue Ladefenster, in denen sich die Ladevorgänge gezielt entzerren und gleichmäßiger verteilen ließen.

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Effizienz durch moderne Ladetechnik

Die Analyse bildete die Grundlage für die technische Umsetzung. Allgäu Batterie entwickelte ein Konzept zur Modernisierung der Ladeinfrastruktur mit einem klaren Fokus auf Effizienz und Steuerbarkeit. Kernmaßnahme war die Umstellung auf Hochfrequenz-Ladegeräte. Im Vergleich zur konventionellen Trafotechnik arbeiten diese deutlich effizienter und ermöglichen eine präzisere Steuerung der Ladeprozesse.

Insgesamt wurden 28 Ladegeräte in ein strukturiertes Ladesystem integriert. Ergänzend kamen Wechselbatterien zum Einsatz, die zusätzliche Flexibilität schaffen und eine gezielte Verschiebung von Ladevorgängen ermöglichen. Das Ergebnis: eine signifikante Reduktion des Energieverbrauchs um mindestens 80.000 kWh pro Jahr.

Lastmanagement als zentraler Hebel

Neben der Hardware ist das Lademanagement entscheidend für den Gesamterfolg. Bei AHTS wird dafür die Kalenderfunktion der Ladegeräte genutzt. Ladezeitfenster lassen sich so exakt an den Betriebsablauf anpassen. Anstatt alle Fahrzeuge unmittelbar nach Schichtende zu laden, werden die Ladevorgänge gezielt gesteuert und über den Tag verteilt. Die Folge ist eine deutlich gleichmäßigere Energieaufnahme und eine spürbare Entlastung des Stromnetzes. So werden Lastspitzen vermieden, was ein zentraler Faktor für stabile und wirtschaftliche Prozesse ist.

Ganzheitlicher Ansatz statt Einzellösung

Das Projekt bei AHTS zeigt: Energetische Optimierung entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu gehören mitunter eine fundierte Analyse von Fuhrpark und Ladeverhalten, sowie die Anpassung der Betriebsabläufe. Auch der Einsatz effizienter Hochfrequenz-Ladetechnik und eine intelligente Steuerung der Ladeprozesse spielen eine zentrale Rolle.

Ungenutzte Potenziale des Energiemanagements

Die Ladeinfrastruktur für Flurförderzeuge ist in vielen Logistikbetrieben ein großer, aber wenig optimierter Energieverbraucher. Das Beispiel AHTS zeigt, dass sich in der Intralogistik durch fundierte Analyse, geeignete Ladetechnik und angepasste Betriebsabläufe erhebliche Einsparpotenziale eröffnen lassen. Wer Ladeprozesse gezielt steuert und Lastspitzen reduziert, senkt nicht nur den Energieverbrauch, sondern schafft auch unmittelbare wirtschaftliche Vorteile. Gleichzeitig wird deutlich: Der größte Hebel entsteht, wenn die Betrachtung nicht bei der Staplerflotte endet. Durch die Kombination aus intelligenter Ladeinfrastruktur, etwa auch für E-Lkw, Photovoltaik, Batteriespeichern und einem übergeordneten Energiemanagementsystem lassen sich Energieflüsse im gesamten Unternehmen koordinieren und optimieren.

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