Software
Schneller picken per Fingerscanner
Die hanseatische DS Produkte GmbH vertreibt 4.000 Non-Food-Produkte online und über Home-Shopping-Kanäle. Der B2C-Anteil nimmt stetig zu. Verschickt werden die Waren vom Logistikzentrum in Gallin in Mecklenburg-Vorpommern. Anbieter Jungheinrich punktete mit einem Paket aus Software, Lagertechnik und Flurförderzeuge.

Diplom-Betriebswirt Frank Müller, Betriebsleiter Logistik der DS Produkte GmbH führt durch das Logistikzentrum Gallin in Mecklenburg-Vorpommern und erläutert: „Aufgrund erweiterter Kunden- und Auftragsstrukturen sowie wachsender Umsätze war es unerlässlich in ein WMS zu investieren, das unsere intralogistischen Prozesse komplett abbildet. Das zuvor genutzte Lagerverwaltungssystem eines anderen Anbieters war nicht mehr zeitgemäß, weil es nur die Bestände im Hochregallager verwalten konnte.“ Das Jungheinrich WMS enthält bereits in seiner Basisausstattung umfangreiche Funktionen der Lagermodellierung, der Steuerung und Optimierung von Materialflüssen sowie eine zentrale Stammdatenverwaltung. Überdies bietet die Standardversion ein umfassendes Berichtswesen mit individuell konfigurierbaren Auswertungen und somit eine vollständige Prozesstransparenz. Außerdem gibt es zahlreiche Standardschnittstellen, über die sich das WMS an vorhandene Systemumgebungen anbinden lässt.
Müller beginnt den Rundgang in der WMS-Arbeitsvorbereitung, wo Mitarbeiter auf ihren Bildschirmen sämtliche Abläufe verfolgen sowie Aufträge anstoßen und steuern. „Wir haben einen WMS-Anbieter gesucht, der in der Lage ist, unsere hochkomplexen kunden- und artikelspezifischen Anforderungen zu erfüllen.“
WMS verbindet intralogistische Bereiche
Die Komplexität beruht zunächst einmal auf den vielen intralogistischen Bereichen, die an das WMS des Logistikzentrums angeschlossen sind. Dazu gehören der Wareneingang, der täglich Artikel im Volumen von 500 Paletten vereinnahmt, ein rund 13 Meter hohes Schmalganglager, ausgestattet mit 32 jeweils 37 Meter langen Gassen und 17.000 Palettenstellplätzen, sowie stirnseitig am Hochregallager installierte Kragarmregale, die als Übergabeplätze dienen. Hinzu kommen die Pack- und Verladebereiche, ein Breitgang-Kommissionierlager sowie der Warenausgang, der jeden Tag circa 500 Paletten und 5.500 gepackte Pakete zu bewältigen hat. Neben den im Logistikzentrum insgesamt zur Verfügung stehenden 30.000 Palettenstellplätzen verwaltet das WMS 5.000 zusätzliche in Außenlagern.
Zur hohen Komplexität trägt auch das breite Aufgabenspektrum des Betreibers bei. Ein Lösungs-Highlight sind die Packbereiche, für die das WMS, ausgerüstet mit einer angepassten und erweiterten Packen-Funktionalität, kundenspezifische Packanweisungen vom ERP-System erhält und die Aufträge entsprechend abarbeiten lässt. Um die Vielschichtigkeit der dort anfallenden Aufgaben beispielhaft zu zeigen, geht Müller in den B2C-Packbereich.
„Hier werden - gesteuert durch das WMS - Lieferscheine, Rechnungen und Retourenlabel ausgedruckt und gegebenenfalls zusammen mit Flyern den Waren beigepackt.“
Ganz fix: Paket halten und Barcode scannen

Über das WMS steuert DS Produkte zudem eine Bypass-Funktion am Schmalganglager, die einund zweistufige Kommissionierung des Logistikzentrums sowie die Retourenabwicklung. Abgesehen davon zielt Jungheinrich auf zeitoptimierte Abläufe. Exemplarisch steht dafür die Kommissionierung mit Fingerscannern, die es den Mitarbeitern ermöglicht mit beiden Händen ein Paket zu halten und gleichzeitig dessen Barcode zu scannen. Ein zweites Beispiel findet man an den Kragarmregalen. Dort gewährleistet das WMS mithilfe von RFID-Transpondern Fehlerfreiheit. Diese bezieht sich sowohl auf die Übergabe der durch Schubmaststapler angelieferten Waren als auch auf deren Abholung durch die via Lagernavigation gesteuerten Schmalgangstapler.
Die Kombi WMS und RFID spart Zeit
Der Einsatz des WMS in Verbindung mit den RFID-Transpondern führt zu etwa 20 Prozent Zeitgewinn beim Abarbeiten der Aufträge. Obendrein bietet das WMS eine einfachere und effizientere Bestandsverwaltung, wesentlich besser abbildbare und ausführbare Prozesse sowie eine hohe Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen.
Zu den Modulen des Jungheinrich WMS, die der Betreiber nutzt, gehören die Mandantenfähigkeit, der Materialflussrechner, die Chargenund die MHD-Verwaltung sowie das speziell für DS Produkte entwickelte Retourenmodul. Überdies wurde ein Staplerleitsystem implementiert, das via Datenfunk für eine möglichst gleichmäßige Auslastung der von Jungheinrich gelieferten Flurförderzeugflotte sorgt. Diese umfasst vier Schmalgangstapler, acht Schubmaststapler, neun Dreiradstapler, fünf Schnellläufer und neun Niederhubseitsitzwagen.
Einstieg mit der Light-Version Zwischen DS Produkte und Jungheinrich besteht schon seit 1995 eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Damals hat der Konsumgüterhersteller mit Hauptsitz in Stapelfeld sein Logistikzentrum in Gallin geplant, dabei auf hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit gesetzt und zum Beispiel in Flurförderzeuge, Regale und Planungsunterstützung von Jungheinrich investiert. Müller erinnert sich: „Jungheinrich hat vor allem als Komplettanbieter gepunktet. Überzeugt haben uns die stimmige Systemberatung und die praktischen Erfahrungen, die auf der Realisierung einer Reihe ähnlicher Projekte basierten. Gefallen hat uns auch, dass unsere Wünsche im Hinblick auf Systemsicherheit und Arbeitsschutz berücksichtigt wurden.“
Das WMS hat DS Produkte zunächst in einer Lightversion implementiert. Zwölf Monate später sind die anderen Funktionen hinzugekommen. Betriebsleiter Müller ist vor allem mit der hohen Verfügbarkeit des WMS zufrieden, das in jeder Woche an sechs Tagen im Einsatz. Sein Fazit lautet: „Als Ergebnis verzeichnen wir schnellere Prozesse, eine höhere Transparenz hinsichtlich der Daten und Waren in allen Lagerbereichen, eine spürbar verringerte Fehlerquote und mehr Produktivität. Wir sind in der Lage, bei gleicher Personalstärke und gleichem Zeitaufwand eine deutlich größere Zahl an Aufträgen zu bearbeiten.“
Jürgen Warmbold
Kontakt: DS Produkte GmbH 22145 Stapelfeld Tel.: 0 40 / 6 75 73-0 E-Mail:
Jungheinrich AG 22047 Hamburg Tel.: 0 40 / 69 48-0 E-Mail: [email protected] www.jungheinrich.de









