Logistik-Dienstleister

Geteiltes Warehouse, doppelte Effizienz dank Schenker

Im Dortmunder Shared Logistics Center sorgen die Experten der Schenker Deutschland AG für die Logistik des Anlagenbauers KHS. Sogar im Notfall springen die Logistiker ein, so dass in Spanien niemand im Sommer auf ein kühles Bier verzichten muss. Das Shared Logistics Center (SLC) bei DB Schenker in Dortmund ist eine der modernsten Anlagen dieser Art. „In einem Shared Logistics Center nutzen wir für verschiedene Kunden personelle, technische und räumliche Ressourcen gemeinsam“, sagt Sebastian Peiler, Leiter des SLC „Westfalenhütte“. Zum Beispiel für den Kunden KHS. Der erfolgreiche Maschinenbauer aus dem Ruhrgebiet ist als Anlagenhersteller der weltweiten Getränkeindustrie einer der Großen der Branche. Aus dem SLC heraus wird die weltweite Ersatzteillogistik und die Produktionsversorgung des Dortmunder KHS-Stammwerks gesteuert. Bis vor zwei Jahren steuerte der Maschinenbauer die logistischen Prozesse selbst. Dann wurde im Unternehmen die strategische Entscheidung getroffen, die Logistik an einen externen Dienstleister zu vergeben. DB Schenker Logistics konnte sich mit seinem weltweiten Netzwerk und dem Branchen-Knowhow seiner Mitarbeiter am Ende durchsetzen.

Geteiltes Warehouse, doppelte Effizienz
Geteiltes Warehouse, doppelte Effizienz

Für die Schenker Deutschland AG war der KHS-Aufgabe eine wahre Herausforderung. KHS bezog als erster Kunde das neue 20.000 Quadratmeter große Shared Logistics Center von DB Schenker in Dortmund. Im Herbst darauf bezog Weidmüller, ein international operierender Elektronikkonzern, Teile des zweiten Bauabschnitts auf der Westfalenhütte mit weiteren 20.000 Quadratmetern und wiederum 700 Quadratmetern Bürofläche. Gleichzeitig hat DB Schenker Logistics ein neues Distributionszentrum und Fertigwarenlager in Bergkamen in Betrieb genommen und übernimmt dort komplexe Logistiklösungen und -services für den Haushalts-, Gastronomie- und Hotelleriewaren-Hersteller WMF.

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Sebastian Peiler
Sebastian Peiler, Leiter des Shared Logistics Center (SLC) in Dortmund

Das „Kundenwarenhotel“

Materialfluss: Herr Peiler, was ist das Besondere am Shared Logistics Center (SLC) in Dortmund? Sebastian Peiler: Drei Dinge machen das SLC hier auf der Westfalenhütte bemerkenswert. Das Konzept: In einem Shared Logistics Center nutzen wir für verschiedene Kunden personelle, technische und räumliche Ressourcen gemeinsam. Wir gestalten damit anspruchsvolle Logistikprozesse im Lager, in der Distribution und im Versand deutlich wirtschaftlicher. Zum anderen die Verkehrsanbindung: Gleisanschluss, Bundesstraßen und sechs Autobahnen sowie Hafen und Flughafen - alles vorhanden und nah. Und schließlich haben wir in Dortmund und im Land Nordrhein-Westfalen ein breites Angebot an Arbeitskräften mit ausgezeichneten Profilen und Erfahrungen in der Industrie.

MFL: Was unterscheidet das SLC vom klassischen Geschäft? Peiler: Mit einem SLC betreiben wir eine Art „Kundenwarenhotel“. Die Idee ist, in einer Anlage Kunden aus ähnlichen Branchen zusammenzubringen und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. In Dortmund konnten wir das „SLC Ruhr“ schnell realisieren, weil das Konzept bei den Kunden so gut ankam - auch wenn diese aus verschiedenen Branchen kommen: Wir betreuen aktuell den Anlagenbauer KHS, den Elektronikkonzern Weidmüller und WMF als Haushaltsund Gastronomiewarenhersteller.

MFL: Wie geht’s weiter? Peiler: Wir haben in kurzer Zeit drei Großkunden mit diesem Modell gewonnen - das ist eine tolle Leistung nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Jetzt schauen wir, welcher kleine oder mittelständische Betrieb in der Region sich für unser Service-Portfolio interessieren könnte.

4.000 Positionen am Tag kommissioniert und verpackt

Schenker Deutschland
Schenker Deutschland übernimmt für Anlagenbauer KHS nicht nur die Kommissionierung.

Heute herrscht für KHS schon seit fast zwei Jahren Hochbetrieb im SLC. Ein Shuttle-Service verkehrt vier- bis sechsmal am Tag zwischen dem Lager und dem Stammwerk. Weitere Waren kommen mit Dutzenden Lkw aus aller Herren Länder an: Rund 800 Paletten und Pakete treffen jeden Tag ein, sowohl von externen Lieferanten als auch aus KHS-eigenen Werken. 55.000 Einzelteile hält KHS ständig im SLC vorrätig. Neben der Kommissionierung übernehmen die Mitarbeiter auch die Verpackung von Teilen. Bis zu 4.000 Positionen am Tag stecken sie in vorgefertigte Kartons oder verpacken sie transportsicher in der Schreinerei. Anschließend werden die Waren im Zoll- und Versandlager gelagert und stehen für den Versandauftrag bereit.

KHS muss nicht nur technisch, sondern auch beim Service vorne liegen und bietet daher seinen Kunden hochwertige Dienstleistungen rund um die Anlagen - und das nicht nur bei neuen Maschinen, sondern auch bei älteren Baureihen, bei Umbauten und Umrüstungen. „Was uns auszeichnet, ist die extreme Langlebigkeit unserer Produkte“, sagt Frederic Nitka, zuständiger Projektleiter bei KHS. „30 Jahre Betrieb für eine Anlage sind keine Seltenheit, hinzu kommt ein reger Gebrauchtmaschinenmarkt - darum müssen wir die entsprechenden Ersatzteile lange vorrätig halten.“

Notfall-Logistik neben dem Tagesgeschäft

Hinzu kommt eine ausgefeilte NotfallLogistik: Fällt beispielsweise in der Abfüllanlage einer regionalen Brauerei in Spanien ein Bauteil aus, muss so schnell wie möglich ein Ersatzteil her, um teure Produktionsausfälle zu vermeiden. Kurz darauf klingelt in Dortmund im SLC das Telefon, und ein Servicemitarbeiter von KHS gibt den Auftrag zur Lieferung der benötigten Komponente. Ein kurzer Blick in die Bestandslisten: Das Bauteil ist vorhanden. Wenig später kündigt sich schon der Lkw an, der das viele hundert Kilo schwere Zahnrad nach Spanien bringen soll. Derweil verpacken die DB Schenker-Mitarbeiter das Ersatzteil transportsicher. Bald steht der Lkw an der Laderampe, mit dem Stapler wird das Ersatzteil in den Wagen gehoben - und ab geht’s in den Süden. Bald darauf rasseln wieder bis zu 132.000 Dosen pro Stunde durch die reparierte Abfüllanlage.

Dieser und ähnliche Einsätze sind Teil der logistischen Dienstleistungen, die DB Schenker für ihren Kunden KHS in Dortmund anbietet. „Bei solchen Maschinenstillständen müssen wir sofort und zu einhundert Prozent stabil liefern“, sagt Nitka. Er betont: „Neben dem Tagesgeschäft!“

Axel Novak

Kontakt:

KHS GmbH 44143 Dortmund Tel.: 02 31 / 5 69-0 E-Mail:

Schenker Deutschland AG 65451 Kelsterbach Tel.: 0 61 07 / 74-00 E-Mail: [email protected] www.dbschenker.com/de

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