LogiMAT 2015
Weitsichtig denken, entschlossen handeln
Auf der LogiMAT 2015 präsentiert die Intralogistik-Branche ihre aktuellen Lösungsangebote für mehr Effizienz in den intralogistischen Prozessketten. Messechef Peter Kazander skizziert im Gastbeitrag die Chancen und Risiken des Marktes und kommentiert die Trends. Welche aktuellen Trendthemen bewegen die Intralogistik? Welche Produktinnovationen, Lösungen und Empfehlungen bieten ihre Branchensegmente? Wie richtet sich der Handel auf die logistischen Herausforderungen zwischen Procurement, ECommerce und dem Point of Sale aus? Die Antworten geben vom 10. bis 12. Februar 2015 die Aussteller sowie die Referenten der Fachforen auf der LogiMAT 2015 und der angeschlossenen Fachmesse für moderne Handelsprozesse, TradeWorld 2015, in Stuttgart.
Zum dreizehnten Mal wird die Intralogistikbranche die Internationale Fachmesse für Distribution, Materialund Informationsfluss auf dem Gelände der Neuen Messe Stuttgart zum Branchenevent des Jahres machen. Unter dem Messemotto „Komplexität beherrschen – Zukunft intelligent gestalten“ stellen dort in diesem Jahr erstmals in sieben der acht Hallen mehr als 1.100 internationale Aussteller (+10 Prozent) aus 28 Ländern auf gut 85.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche (+13 Prozent) ihre aktuellen Lösungsangebote für mehr Effizienz in den intralogistischen Prozessketten vor. Das ist nicht nur Rekord in der Geschichte der LogiMAT. Vielmehr ist die LogiMAT 2015 damit zugleich Spitzenreiter im weltweiten Ranking der internationalen Intralogistik-Messelandschaft.

Mehr als je zuvor wird die LogiMAT 2015 dabei mit ihrer einzigartigen Gesamtschau und dem umfassenden Rahmenprogramm mit mehr als 100 Fachreferenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und den internationalen Medien einen kompakten Überblick über das aktuelle Produktund Leistungsangebot der internationalen Intralogistikbranche bieten. Sie ist damit gleichermaßen wichtigster Branchentreff und Trendbarometer wie auch Informationsbörse und Arbeitsmesse. Tatsächlich kommt das Gros der internationalen Fachbesucher auf der LogiMAT aus kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU), zwei Drittel davon Entscheider und Mitentscheider – eine Vielzahl mit konkreten Investitionsvorhaben.
Prägende Themen, das verdeutlichen die aktuellen Ausstellermeldungen zur LogiMAT 2015, werden über alle Branchensegmente hinweg die gegenwärtigen Entwicklungstreiber Industrie 4.0, Ressourceneffizienz sowie Integration und Flexibilität sein. Hinzu kommen die Anforderungen für die Logistik des Multi-Channel-Handels, der nach wie vor vom enormen Wachstum des ECommerce geprägt ist. Diesem Bereich widmet die LogiMAT 2015 besondere Aufmerksamkeit mit der Einbindung der TradeWorld. Die Fachmesse für moderne Handelsprozesse wird im Zentrum der Halle 5, im direkten Umfeld der Fördertechnik- und Softwareanbieter, in diesem Jahr zum zweiten Mal als zusätzlicher Publikumsmagnet die Themenkomplexe des stationären Handels und des klassischen Versandhandels sowie des E-Commerce- und Multichannel-Handels fokussieren. Die exponierte Integration dieses Themenspektrums reflektiert und unterstreicht zudem, in welch hohem Maße Handelsprozesse und Intralogistik ineinander greifen und sich gegenseitig steuern.
Mit den aktuellen geopolitischen Entwicklungen, den gegenwärtigen Veränderungen der interkontinentalen Handelsströme sowie den Herausforderungen der nachhaltigen Zukunftsprojekte Industrie 4.0 und Internet der Dinge erhält die LogiMAT in diesem Jahr zudem über die Branche hinaus einen besonderen Stellenwert als Trendbarometer auch für die wirtschaftliche Situation und die Konjunkturaussichten, für Chancen und Risiken in Zeiten des Umbruchs.
Und sie wächst und wächst...
Wo das noch enden wird? Die LogiMAT, Fachmesse für Intralogistik, wird 2015 rund 1.100 Aussteller anlocken auf mehr als 85.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von satten zehn bzw. 13 Prozent. Wenn das kein Grund zur Freude ist beim Messeveranstalter, der EuroExpo GmbH…

Der Intralogistik-Branche geht es gut. Ihre Schlüsselsegmente, das belegen die aktuellen Zahlen der Verbände, sind sowohl technologisch als auch wirtschaftlich gut aufgestellt. Eine Vielzahl der Unternehmen vermeldet eine steigende Nachfrage mit anhaltend guter Auftragslage. Die Bildverarbeitungsindustrie in Deutschland verzeichnete für 2014 ein Wachstum von mindestens zehn Prozent. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie produzierte auf dem hohen Vorjahresniveau. Robotik und Automation sehen sich bei einem Zuwachs von sieben Prozent in 2014 gegenwärtig in ausgezeichneter Verfassung. Stahl- und Metallverarbeitung in Deutschland legten im vergangenen Jahr rund drei Prozent zu. Die Maschinen- und Anlagenbauer weisen erstmals seit 1993 wieder mehr als eine Million Beschäftigte aus und erzielten 2014 mit 210 Milliarden Euro den höchsten Umsatz der Branchengeschichte. Der Branchenumsatz der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird für 2014 ein Plus von etwa zwei Prozent ausweisen. Die IT-Branche profitiert von einer überdurchschnittlich hohen Nachfrage sowohl bei IT-Hardware und Kommunikationstechnik, als auch an Software und IT-Services.
Gleichwohl malen namhafte Wirtschaftsgrößen angesichts der aktuellen internationalen Krisenherde tatsächlich bereits die Gespenster von Konjunkturflaute und einer bevorstehenden Wirtschaftskrise auf. Die damit verbundenen Probleme für einige Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sollen gewiss nicht totgeschwiegen werden. Aber man sollte sich auch davor hüten, sie mit übertriebenem Pessimismus erst herbei zu reden.

Russland, beispielsweise, taucht unter den zehn wichtigsten Exportpartnern Deutschlands gar nicht auf. Gerade einmal gut drei Prozent der deutschen Exporte gehen nach Russland. Zudem sind markante Schwankungen im deutsch-russischen Handel mit Rückgängen von mehr als 35 Prozent über die Jahre betrachtet keine Seltenheit. Die aktuellen Rückgänge werden nach Auffassung vieler Analysten durch gesteigerte Ausfuhren in andere Länder mehr als kompensiert. Die Exporte der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer in die zwei größten Auslandsmärkte, China und die USA, sind bereits wieder auf Wachstumskurs. Ebenso weisen die Prognosen zur Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft für die kommenden Jahre nach wie vor ein Plus aus. Von Krise sollte also keine Rede sein.
Das Zurückhalten von Investitionsvorhaben ist folglich unbegründet, ja eher kontraproduktiv – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn gerade in der Intralogistik bilden sie die Grundlage für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. „Der Mittelstand denkt in Generationen, nicht in kurzfristigen Aktien-Bewertungen“, hörte ich kürzlich. Ich denke, das trifft es sehr gut. Die aktuelle Konjunktur- und Weltlage erfordern weitsichtiges Denken und entschlossenes Handeln. Seitens der Anbieter der weitgehend mittelständisch geprägten Intralogistik-Branche manifestiert sich das in der Entwicklung innovativer, zukunftsfähiger Systeme und Lösungen, die sie auf der LogiMAT 2015 vorstellen. Die Fachbesucher der LogiMAT wiederum, die ebenfalls überwiegend mittelständische Unternehmen repräsentieren, finden einen kompakten und gleichzeitig vollständigen Überblick der Lösungsangebote für zukunftsfähige Unternehmensprozesse. Gerade angesichts der vielschichtigen aktuellen Entwicklungen ist das eine Win-Win-Situation für alle Seiten.
Peter Kazander ist COO der Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, Veranstalter der jährlichen Fach messe LogiMAT









