Lager- & Kommissioniertechnik

Ab in die Zukunft!

DB Schenker hat in Oldenburg ein Lager mit 69 Verladestellen errichtet, das als einzigartig in Deutschland bezeichnet wrden kann. Vor allem in punkto Energieeffizienz kann die Anlage besonders punkten.

Vollständig beheizt und auch gekühlt mit geothermischer Energie, überzeugt das neue Logistikcenter mit einer Null bei den Energiekosten – einzigartig in Deutschland. Aus Erdwärme gewonnene Energie heizt das 1.200 m² große Bürogebäude, versorgt es mit Warmwasser und kühlt es im Sommer. Eine Investition, die sich nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten bezahlt macht, sondern langfristig auch aus wirtschaftlicher Sicht. Mit gleicher Intensität und Zielsetzung hat sich das Unternehmen auch der Verladetechnik zugewandt. Flexibel für künftige Erweiterungspläne, maßgeschneidert auf die Lkw-Flotte, energietechnisch vorbildlich – das waren die ultimativen Vorgaben, die es zu erfüllen galt.

Lager- & Kommissioniertechnik: Ab in die Zukunft!

69 Verladestellen waren ausgeschrieben, 69 flexible Lösungen mussten her. Auf einer Stellfläche von 4.300 m² werden täglich 750 t umgeschlagen, wobei die typische DB Schenker-Wechselbrücke den Hauptpart übernimmt. Dazu docken Jumbofahrzeuge und Klein-Lkw an, auch Fremd-Lkw mit unterschiedlichsten Abmessungen und Ladehöhen sind hier anzutreffen. Eine weitere Forderung an die Verladetechnik war Flexibilität. Im Falle einer Erweiterung oder einer baulichen Änderung des Logistikzentrums war die bindende Vorgabe, den Standort kompletter Verladestellen jeder Zeit ohne kostspielige Baumaßnahmen verändern zu können.

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Damit fiel die Entscheidung gegen in der Halle eingebaute Verladestellen zugunsten außen vor dem Gebäude platzierter Vorsatzschleusen. Mit der integrierten Überladebrücke und der Torabdichtung bildet die Vorsatzschleuse ein komplettes Verladesystem. Weitere Vorteile ergeben sich aus der damit gewonnenen nutzbaren Lagerfläche im Gebäude und in der thermischen Trennung von Gebäude und Verladetechnik. Energietechnisch ist diese Bauweise vorbildlich. Die komplette Stahlrahmenkonstruktion ist serienmäßig verzinkt und einschließlich der seitlichen Trapezbleche und der isolierten Dachpaneele hier in Oldenburg auf Kundenwunsch in RAL 9010, blau, lackiert. Die elektrohydraulischen Überladebrücken sind mit einem stufenlosen Vorschub von 500 mm ausgestattet und komplett feuerverzinkt. Alle Vorsatzschleusen können auf Grund der Einzelmodulbauweise ohne großen Bauaufwand abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Die zweite Forderung ergab sich aus der für Schenker typischen Lkw-Flotte der Wechselpritschen. Die Vorgabe war, mit möglichst geringem Zeitaufwand das Be- und Entladen der Wechselpritschen zu garantieren und die bekannt umständliche und zeitaufwändige Lkw-Rangiererei vor den Verladestellen zu vermeiden. Die Wechselpritschen sollten praktisch mit geschlossenen Hecktüren andocken und das Öffnen und Schließen der Türen hat erst danach zu erfolgen.

Kleine Ursache – große Wirkung. Im Schwenkbereich der Lkw-Türen, also im vorderen Bereich der Vorsatzschleuse, mussten die seitlichen Trittflächen rechts und links vom Überladebrückenplateau auf einer Länge von 1300 mm um 300 mm gegenüber dem Rampenniveau des Loadhauses abgesenkt werden. Andernfalls hätte es Probleme mit dem Öffnen der Türen gegeben, wenn sich die Lkw-Ladefläche unter Rampenniveau absenkt. Eine Standardverladebrücke kann das nicht leisten. Exakt für diese Verladesituation hat Promstahl die Vorsatzschleuse plus Vorsatzrampe als Stufenversion im Lieferprogramm. An Lkw mit Ladebordwänden ist ebenfalls gedacht worden. 67 der insgesamt 69 PAT-Vorsatzrampen sind unterfahrbar ausgelegt.

Jumbos und Klein-Lkw

Damit war das Anforderungsprofil noch immer nicht erfüllt. Auch Jumbofahrzeuge und Klein-Lkw, beide mit einem extrem niedrigen Ladeniveau, sind an den Verladestellen anzutreffen. Zwangsläufig sind damit auch die Vorsatzschleusen mit einer Lange von 3.500 mm überfordert, da die Überbrückungsleistung bei gleicher Plateaulänge bei weitem nicht ausreicht. Je niedriger eine Lkw-Ladefläche ist, um so länger muss die Überladebrücke sein, um die aus Sicherheitsgründen gesetzlich vorgegebene maximale Neigung von 7º nicht zu überschreiten. Bei der Schenker Deutschland AG in Oldenburg führte diese Vorgabe zu zwei Vorsatzschleusen mit der stattlichen Länge von 5.700 mm und ebenso langen Überladebrücken.

Aus Gründen der Sicherheit sind sie zudem mit einem vorderen Parallelteil von 1300 mm ausgerüstet. Der Vorteil dieser Sonderkonstruktion: Alle Fördermittel fahren absolut waagerecht in den Lkw ein, auch wenn das Ladeniveau 550 mm unter Rampenniveau liegen sollte. Die Konstruktion nimmt dem Lkw nicht nur das beträchtliche Auflagegewicht der überlangen Stahlplattform dem Lkw ab, sondern Hydraulikzylinder sind es, die mit Hilfe einer elektrohydraulischen Steuerung während des gesamten Verladevorganges die Stahlplattform praktisch schwerelos und auf dem erforderlichen Ladeniveau halten, jeweils unter und über Rampenniveau. Nicht zuletzt ist dieser technische Kniff von großem Vorteil, wenn Klein-Lkw andocken. Ohne diese Technik würden sie unter dem Gewicht der überlangen Stahlplattform buchstäblich in die Knie gehen.

Statement

Lager- & Kommissioniertechnik: Ab in die Zukunft!

Leiter der Geschäftsstelle Oldenburg der Schenker Deutschland AG: „Sicherlich eine starke Leistung der Fa. PROMStahl hier in Oldenburg. Sowohl in der Planungsphase als auch bei der Umsetzung hat alles geklappt. Alle Verladestellen arbeiten störungsfrei, sodass das Umschlagsziel von 750 t Waren pro Tag ohne größere Probleme eingehalten werden kann.“

Schenker Deutschland AG, D-65451 Kelsterbach, Tel.: 0 61 07/74-00, Fax: 74-1 99, E-Mail [email protected], www.dbschenker.com/de

Promstahl GmbH, D-30989 Gehrden, Tel.: 0 51 08/8 79 27-0, Fax: 8 79 27-10, E-Mail: [email protected], www.promstahl.com

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