Förder- & Hebetechnik
Perfekt verbunden
Shuttles sind derzeit die Shootingstars der Intralogistik. Materialfluss liefert einen exklusiven Vergleich führender Hersteller: Was haben die Geräte der jeweiligen Anbieter gemeinsam und wo liegen die Unterschiede?
Noch vor einigen Jahren waren sie Newcomer und Exoten: die Rede ist von Shuttlesystemen unterschiedlichster Bauart. Doch nach einigen Jahre kann man deutlich erkennen, dass statt einem „entweder oder“ oft ein „sowohl als auch“ praktiziert wird. Ein gutes Beispiel ist der französische Textillogistikdienstleister C-Log, bei dem Gebhardt 2012 ein vollautomatisches Lager und einen mehrgassigen AKL in Betrieb genommen hat. (Siehe Seite 22).

Die Shuttle-RBG-Kombination reduziert die mittleren Fahrwege des Regalbediengerätes erheblich. Das erhöht einerseits die Leistung des Systems und senkt dabei gleichzeitig Energieverbrauch und Verschleiß am RBG erheblich. Neuartige Antriebs- und Kommunikationstechnologien gewährleisten einen wartungs- und störungsarmen Betrieb. Weitere Pluspunkte, die sich durch den Einsatz des DHS Systems ergeben und vorteilhaft für den Logistikdienstleister C-Log auswirken, sind höhere Leistungen bei geringerem Flächenverbrauch sowie eine geringere bewegte Masse aufgrund des Einsatzes des StoreBiter OLS. Das Resultat ist eine deutliche Energieeinsparung. Ferner kann bei diesem System auf eine Vorzone mit klassischen E/A-Punkten verzichtet werden, da das DHS ein einfacheres Vorzonenlayout verwendet.
Ein gelungenes Beispiel ist auch das Weltersatzteillager von Linde Material Handling, das von der Dematic gebaut wurde. Das Konzept beinhaltet ein dreigassiges Multishuttle-Lager vom Typ Captive, das die vorhandene Anlage ergänzt. Es trennt im Gegensatz zu konventionellen Regalbediengeräten die horizontalen und vertikalen Bewegungen. Ein eigenes Fahrzeug führt auf jeder Lagerebene die horizontalen Bewegungen aus. Pro Stunde und Gasse sind mehr als 600 Doppelspiele mit einem Heber, der die Behälter auf unterschiedlichen Ebenen abgeben kann.
Der größte Teil der zu kommissionierenden Waren kommt jetzt jedoch aus dem Multishuttle. Bei Linde ist das MultiShuttle-Lager mit 15 Ebenen und 18 Feldern ausgerüstet. Pro Fach können maximal vier Behälter aufgenommen werden. Insgesamt bietet das Lager 16.200 Stellplätze für VDA-Kleinladungsträger vom Typ K6 mit einem Grundmaß von 600x400 mm. Es kommen aber auch K5-Behälter mit dem Grundmaß 300x400 mm zum Einsatz. Von dieser Sorte können sogar 32.400 Stück im Multishuttle eingelagert werden. Jede der drei Gassen im Multishuttle-Lager verfügt je über einen Ein- und Auslagerlift. Die Leistung liegt bei 1.050 Behältern pro Stunde, das bedeutet die dreifache Leistungsfähigkeit gegenüber dem bestehenden AKL.
5 Gassen mit 15 Shuttles
Auch Wentronic setzt in seinem neuen Lager auf die Shuttle-Technologie. Das Herzstück des Systems besteht aus 5 Gassen mit 15 psb Shuttles des Typs vario.sprinter, die mittels Hebern in die einzelnen Ebenen der Regalanlage versetzt werden können. Das Besondere: Die Lagerkartons sind in Länge, Breite und Höhe sehr unterschiedlich und werden völlig variabel und gemischt bis zu 4-fach tief mit dem vario.sprinter gelagert. Das Resultat ist größtmögliche Flexibilität bei dem zukünftig zu erwartenden Kartonmix. Die vario.sprinter selbst sind in der Lage, bis zu zwei Kartons gleichzeitig aufzunehmen. Das Projekt umfasst außerdem die verbindende Fördertechnik der einzelnen Bereiche inklusive Kamerasystem am Wareneingang zur Erkennung des Artikelcodes, einen automatischen Kartonaufrichter sowie die automatische Etikettierung der Warenausgangskartons.
Laut TGW überzeugt der Stingray insbesondere durch seine hohe Leistung und sein flexibel skalierbares, modulares System. Je nach Leistungsanforderung kann sowohl die Anzahl der eingesetzten Shuttles als auch die Anordnung der Behälter- und Shuttle-Lifte unterschiedlich gestaltet und auch nachträglich geändert werden. Im Vollausbau wird jede Lagerebene mit je einem STINGRAY Shuttle und jede Gasse mit zwei Behälterliften ausgerüstet. Dadurch wird die höchste Durchsatzleistung erreicht. Bei geringeren Leistungsanforderungen können die einzelnen STINGRAYS über einen Shuttlelift die Ebene wechseln. So werden weniger Shuttles benötigt, die Investitionskosten sinken.
Aufgrund ihrer Flexibilität finden Shuttle-Lösungen heute ihren Einsatz in unterschiedlichsten Branchen, von der Filialkommissionierung des Handels über Produktionsversorgungs- und Versandpuffer, bis hin zu Kommissioniersystemen von Online-Händlern. Somit stellen sie die ideale Ergänzung zu Kleinteile -Regalbediengeräten dar, die insbesondere für Anwendungen mit höherer Lagerkapazität eingesetzt werden.
Mit dem Schäfer Quad System (SQS) hat SSI Schäfer ein Lagersystem für die hochdynamische Behälterkommissionierung entwickelt. Das System funktioniert nach dem Prinzip „Ware-zum-Mann“ und ist speziell für Einsätze als Zwischen- oder Versandpuffer und für die Hochleistungskommissionierung im automatischen AKL ausgelegt. Es kommt überall dort zum Einsatz, wo auf kleinen Flächen leistungsintensive Prozesse die schnelle Bereitstellung möglichst vieler Standardbehälter erfordern.
Mit vier Lastaufnahmemitteln
Jedes SQS-Fahrzeug ist mit vier Lastaufnahmemitteln ausgestattet und erzielt durch den Verzicht auf Teleskopierbewegungen eine sehr hohe Lastwechselgeschwindigkeit. In Verbindung mit einer flexiblen Platzierung der zu- und abfördernden Lifte und der Anordnung mehrerer SQS-Geräte in einer AKL-Gasse übereinander, bietet das SQS-System gegenüber herkömmlichen Regalbediengeräten einige große Vorteile.
Auch das Quickstore Microshuttle von Vanderlande erfährt eine ständige Optimierung. Ein Beispiel dafür ist die Ergänzung einer Andruckvorrichtung für Behälter, beispielsweise in Form von Andruckleisten. Diese ermöglichen nun auch das Handling von ungleichmäßig beladenen Behältern. Darüber hinaus fahren die Shuttles nun selbständig in den Lift, mit dessen Hilfe sie sich zwischen den verschiedenen Regalebenen bewegen. Derzeit ist dies bis zu einer Höhe von 17 Metern möglich.
Durch die Integration eines weiteren zweiten Hubrahmens ist auch eine Skalierbarkeit innerhalb der zu erreichenden Lift-Leistung gegeben. Der zweite Hubrahmen ist unabhängig vom ersten verfahrbar.
Weniger CO2
Auch bei Thema Energieverbrauch können die Systeme punkten: Das perfekte Zusammenspiel zwischen Liftsystem und Shuttles ermöglicht laut Angaben von Knapp ein gleichbleibendes Leistungsniveau, das Spitzen im Energieverbrauch vermeidet und die Pick-it-Easy-Arbeitsplätze oder einen anderen Lagerbereich gleichmäßig mit Behältern versorgt.
Durch das geringe Eigengewicht arbeiten die Shuttles energieoptimiert: Die Shuttles können beinahe ihr eigenes Gewicht transportieren. Die Bremsenergie von Liften und Shuttles wird in das System zurückgespeist. Die Steuersoftware KiSoft SRC optimiert laufend Transportwege und Transportbewegung und trägt so maßgeblich zur Reduktion des Energieverbrauchs bei.
Durch den Einsatz moderner energiesparender Technologie erreicht das OSR Shuttle laut Knapp in der Summe den niedrigsten Energieverbrauch unter vergleichbaren Systemen am Markt und ist zudem leistungsfähiger. In einer Stunde schafft eine Gasse des OSR Shuttles bis zu 800 Ein- und Auslagerungsvorgänge und verbraucht dabei rund 2 KWh: das entspricht dem Energieverbrauch von 2 Staubsaugern.
Dematic GmbH, E-Mail: [email protected], www.dematic.com
Gebhardt Fördertechnik GmbH, E-Mail: [email protected], www.gebhardt-foerdertechnik.de
Knapp Deutschland GmbH, E-Mail: [email protected], www.knapp.com
psb intralogistics GmbH, E-Mail: [email protected], www.psb-gmbh.de
SSI Schäfer, E-Mail: [email protected], www.ssi-schaefer.de
Swisslog AG, E-Mail: [email protected], www.swisslog.com
TGW Logistics Group GmbH, E-Mail: [email protected], www.tgw-group.com
Vanderlande Industries GmbH, E-Mail: [email protected], www.vanderlande.com
Ylog GmbH, E-Mail: [email protected], www.ylog.at










