Li-Ion-Technologie von Stöcklin Logistik

Marvin Meyke,

Sechs Transporttalente für tatkräftige Zwecke

Mit dem Hochhubwagen EDD-P können zwei Paletten parallel aufgenommen und transportiert werden © Stöcklin Logistik

Die Schweizer Holenstein-Gruppe hat ihre Stapler-Flotte am Standort Wil bei St. Gallen um sechs mit Li-Ion-Technologie ausgerüstete Deichselgeräte der Marke Stöcklin Logistik aufgerüstet. Diese bewähren sich seit Oktober 2017 im Praxiseinsatz. Dank des integrierten Energiesystems sind die Batterien innerhalb von maximal zwei Stunden neu geladen.

Im Vergleich zu Lösungen mit herkömmlichen Blei-Säure-Batterien konnte die Zahl der Batteriewechsel ebenso deutlich reduziert werden wie der Stromverbrauch insgesamt. Auch wenn Digitalisierung und Automatisierung die öffentliche Diskussion dominieren, so sind traditionelle Flur­förderzeuge doch vielerorts nach wie vor unverzichtbare „Lastesel“, wenn es darum geht, einen reibungslosen Materialfluss im Bereich der Intralogistik sicherzustellen. Darauf setzt auch die Holenstein AG, deren Wurzeln bis in das Jahr 1898 zurückreichen.

Zu jener Zeit wurden die Fuhrwerke noch mit ein bis vier Pferdestärken gezogen. Heute ist die Holenstein-Gruppe ein in der Ostschweiz führender und auch europaweit tätiger Full-Service-Logistik-Provider mit Standorten in Wil, Schwarzenbach, Schaffhausen und Konstanz. Das Leistungsangebot des Familienunternehmens erstreckt sich von der Eingangskontrolle und Lagerung über die Kommissionierung, Montage, Konfektionierung, Etikettierung und Verpackung bis hin zum Transport zu den Endkunden. Auf ­Infrastrukturebene stehen mehr als 55.000 Paletten-Stellplätze und rund 40.000 m² konventionelle Lagerfläche zur Verfügung. 300 Mitarbeiter stellen eine zuverlässige und effiziente ­Abwicklung der Logistik-, Transport- und Verzollungsdienstleistungen sicher.

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Variabel nutzbar und hochgradig drehfreudig

Nach Beauftragung und Lieferung nutzt Holenstein am Hauptsitz in Wil seit Oktober 2017 nun auch fünf Niederhubwagen EDP-P und einen Hochhubwagen EDD-P mit einer Hubhöhe von 1.800 mm für den Doppelstockeinsatz. Dabei können zwei Paletten parallel aufgenommen und transportiert werden. Vier der Niederhubwagen sind mit Gabeln bestückt, die eine Länge von 1.150 mm aufweisen. Der fünfte im Bunde weist eine ­Gabellänge von 2.350 mm auf. Diese Elektro-Geh-Gabelhubwagen sind jeweils mit einer Fahrerstand-Plattform ausgestattet. Ist diese hochgeklappt, kann das Gerät als regulärer Deichselhubwagen genutzt werden. Bei erhöhten Anforderungen an das Tempo, etwa bei saisonalen Spitzen, lässt sich die Plattform herunterklappen, sodass erhöhte Fahrgeschwindigkeiten beziehungsweise Umschlagleistungen möglich sind. Der Seiten­antrieb und eine seitliche Stützrolle zwecks Geländeausgleich sorgen für hohe Stabilität und eine optimale Traktion – auch im Gefälle. Die wartungsfreie Drehstrom-Antriebseinheit und die Räder sind im Chassis integriert und somit gegen etwaige ­Beschädigungen geschützt.

Über die Doppellenkrolle sind eine hohe Robustheit und Drehfreudigkeit garantiert. „Kennzeichnend für beide Fahrzeug-Varianten aus dem Baukasten der bewährten ED-Reihe sind ferner eine kompakte Bauweise, aus der ein Höchstmaß an Flexibilität auch bei beengten Platz­verhältnissen resultiert, hohe Bedienerfreundlichkeit und optimale Fahreigenschaften auch bei veränderten Anforderungen“, ergänzt Staplerspezialist Reto Jenni (Stöcklin).

Sicherheit und Wartungsfreiheit gefragt
„Die besonderen Fahreigenschaften und das ausgereifte Bedienkonzept sind eine Seite der Medaille“, ergänzt Peter Holenstein. „Besonders hervorzuheben ist aber auch die innovative Batterietechnik, die nicht nur in technischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht deutliche Vorteile mit sich bringt.“ Das integrierte Lithium-Ionen-Energiesystem von Stöcklin Logistik ersetzt herkömmliche Blei-Säure-Akkumulatoren und verzichtet im Vergleich zu anderweitig angebotenen Lithium-Batterien auf Schwermetallkombinationen.

Dazu Reto Jenni: „Während andere Hersteller nicht ganz ungefährliche Lithium-Kobalt-Zellen verwenden, nutzen wir bei Stöcklin Logistik ­Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen – kurz LiFePO4.“ Infolge dessen sei höchste Sicherheit durchgängig gewährleistet. Ein weiteres Plus seien mögliche Energieeinsparungen von mehr als 30 Prozent und eine um das 5-fache erhöhte Lebensdauer. Ein­gesparte Batteriewechsel sorgen für einen Zeitgewinn, der ­anderweitig für wertschöpfende Produktivtätigkeiten genutzt werden kann. Auch das Nachfüllen von Wasser entfällt. „Außerdem werden mithilfe dieser klima- und ressourcenschonenden Technologie schädliche Kohlendioxid-Emissionen gesenkt, sodass neben Wirtschaftlichkeitsaspekten auch dem ungeheuer wichtigen Thema Nachhaltigkeit zum Schutz des Klimas und der Umwelt Rechnung getragen wird“, so Reto Jenni weiter.

Darüber hinaus sei der Strombedarf beim Laden gering und der Vorgang selbst beanspruche maximal zwei Stunden. Die Lebensdauer wird auf rund 5.000 Ladezyklen beziffert. Ein aktives Batterie-Management schützt die Batterie und überwacht diese. Dabei werden kontinuierlich Temperatur, Spannung, Strom und Ladezustand gemessen, um Überhitzung, Überladung und/oder Tiefentladung ausschließen zu können.

Effizienz und Nachhaltigkeit in den Prozessen
„Hohe Verfügbarkeit, ein einfaches Batterie-Handling, weniger Batteriewechsel, schnellere Ladezeiten, verringerter Strom­verbrauch und Transparenz über den Status der Batterie, das waren unsere Anforderungen an den Nachwuchs innerhalb unserer Stapler-Flotte“, fasst Peter Holenstein zusammen. „Die äußerst robust konzipierten Plattform-Geräte von Stöcklin Logistik mit integrierter Li-Ion-Technologie erfüllen genau diese Vorgaben.“ Die Fahrzeuge unterstützen zudem die Maxime des Logistik- und Transportunternehmens, stets flexibel auf veränderte Kundenanforderungen reagieren und auch kurz­fristig angesetzte Termine zuverlässig nach Just-in-Time-Prinzip einhalten zu können. Nicht minder wichtig sei der Umstand, nun auch im Bereich des Stapler-Managements kostenbewusster und zugleich umweltfreundlicher agieren zu können.

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