Aus materialfluss 8-9/2019

Hier geht es sportlich zu

Im neuen New-Wave-Logistik-Zentrum hat Still das Layout, die Regalsysteme in Kombination mit den Fahrzeugen sowie die Peripherie konzipiert und ausgestattet. Die Assistenzsysteme AFC und ALS trugen maßgeblich dazu bei, die Umschlagsleistung zu erhöhen.

Aufeinander abgestimmt: Der induktionsgeführte MX-X braucht keine mechanische Führung. So wurden auch im Schmalganglager des New-Wave Logistikzentrums die Pickplätze für den EK-X bis zum Boden eingerichtet. © Still

Sport- und Lifestyle-Bekleidung boomt. Um schnell liefern zu können, realisierte New Wave ein Logistikzentrum für den exklusiven Vertrieb der schwedischen Traditionsmarke Craft in Deutschland. Für die Zustellung innerhalb von 24 Stunden ist das unmittelbar an der A3 und nahe der A7 liegende Distributionszentrum im unterfränkischen Geiselwind ein Meilenstein. Mit der Planung und Installation der Intralogistik wurde Still beauftragt. Ein Highlight des Intralogistik-Experten ist das Assistenzsystem Aktive-Floor-Compensation (AFC) für den MX-X-Hochregalstapler. Der Schmalgang-Kommissionierer erreicht durch das AFC-System die maximale Fahrgeschwindigkeit.

Das bisherige New-Wave-Lager war für den deutschen Vertrieb zu klein geworden. Im neuen Logistikcenter ist nun mit 10.500 Quadratmeter Fläche ein besserer Service möglich. Die Hälfte des Handelsvolumens am Standort Geiselwind bestimmen die Craft-Kollektionen. Der größte Teil der weiteren ­Marken wird überwiegend zur Veredelung geliefert, etwa zum Bedrucken oder Besticken. Für dieses kurzfristige Geschäft können Bestellungen, die bis 14 Uhr von der Zentrale Oberaudorf eintreffen, noch am gleichen Tag kommissioniert und zur Auslieferung bereitgestellt werden. Ergänzt wird das neue ­Logistikzentrum durch einen Showroom. Ein Outlet für alle Bekleidungsmarken soll in absehbarer Zeit öffnen.

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Lagerplanung bis ins Detail
Ziel der Lagerplanung ist die optimale Auslastung der Lager- und Transportmittel bei Minimierung der Kosten für die Lagerbewirtschaftung. Still hat im Rahmen der Planung zuerst die Anforderungen an das neue Logistikzentrum analysiert. Im Team aus lokalen Experten und Intralogistik-Spezialisten in Hamburg wurden anhand der Materialfluss- und Fahrzeuganalysen verschiedene Lagerlösungen ausgearbeitet. Das resultierende Logistikkonzept umfasst die Layout-Gestaltung, die Auswahl der passenden Regalsysteme in Kombination mit den entsprechenden Fahrzeugen samt Barcode-Drucker, Scanner und Fahrzeug-Terminals sowie eine Bühnenanlage für die neuste Craft-Kollektion. Um die Hallenhöhe für die Lagerhaltung maximal nutzen zu können, wurde eine Hochregallageranlage installiert. Für einen hohen Flächennutzungsgrad und optimalen Materialfluss haben die Planer das Lager in ein zehngassiges Schmal­ganglager und ein Breitganglager mit acht Gassen unterteilt.

Auch die Ergonomie im Blick
Die Regale mit den schmalen Gängen mit hoher Flächen­nutzung sind ideal für Artikel mit großer Anzahl und mittlerem Umschlag. Ein MX-X Schmalgangstapler wird dort sowohl zum Kommissionieren als auch zum Ein- und Auslagern kompletter Paletten bis zu einer Höhe von 8,30 Meter eingesetzt. Bei der Entwicklung des MX-X hat Still großes Augenmerk auf die ­bedienerfreundliche und ergonomische Ausgestaltung des ­Arbeitsplatzes gelegt. Für ein besonders ergonomisches Arbeiten, wurde der MX-X zusätzlich mit einer Neigeschranke aus­gestattet. Diese lässt einen leichteren Warenzugriff zu, auch wenn der Abstand zur Palette einmal etwas zu groß sein sollte.
Mit dem Begegnungsverkehr ist das Breitganglager für Ar­tikel mit einem hohen Umschlag ideal. Die Regalbedienung erfolgt mit zwei Schubmaststaplern FM-X und fünf Vertikal­kommissioniern EK-X.

Assistenzsystem AFC erhöht Umschlagsleistung
Auch bei New Wave geht es neben den Themen Sicherheit und Ergonomie auch um Wirtschaftlichkeit – die Umschlagsleistung muss stimmen. Die Hallenbodenbeschaffenheit lässt allerdings beim MX-X nicht die maximale Fahrgeschwindigkeit zu. Bei einer Hubhöhe bis 8,30 Meter wären drei Millimeter Höhenunterschied von der rechten zur linken Fahrspur noch akzeptabel, ­gemessen wurden aber bis zu 9,5 Millimeter. Hier greifen die Vorteile des AFC: Dank Assistenzsystem kann die volle Fahrzeug-Performance abgerufen werden, auch wenn der Hallen­boden nicht vollständig eben ist.

Das AFC-System erfasst Bodenunebenheiten auf den Fahrspuren der Lasträder und gleicht diese in Echtzeit von der linken zur rechten Spur aus. Dieses am Markt einzigartige System ­reagiert aufgrund schnellster Prozessoren verzögerungsfrei auch bei maximal möglicher Fahrgeschwindigkeit.
Im Gegensatz zu passiven Systemen, die nur dämpfen, wird ein Schwingungsaufkommen aktiv unterbunden, bevor es entsteht. Damit ist es eine Alternative zur kostenintensiven Aufarbeitung des Lagerbodens. Beim Ein und Auslagern schwerer Lasten entstehen bei großen Hubhöhen auch Schwankungen im Mast des MX-X. Bis zum Abklingen dieser Schwingungen muss der Fahrer warten. Um beides zu reduzieren, steuert ein weiteres intelligentes Assistenzsystem Aktive Laststabilisierung (ALS) dem entgegen.

Kommissionierung effizient gestaltet
Zur optimalen Kommissionierung wurden in der gesamten Hochregalanlage auf den unteren fünf Regal- und den je­weiligen Bodenebenen 33.000 Pickplätze aus Kartons und 8.500 Paletten-Stellplätze für den jeweiligen Nachschub eingerichtet. Alle Lagerplätze sind festen Lagerbereichen im Warenwirtschaftssystem zugewiesen und für den schnellen Zugriff in A-, B-, oder C-drehende Artikel eingeteilt. Dabei liegt der Nachschub jeweils in einer der darüber liegenden Paletten und wird im Breitganglager mit den beiden FM-X Schubmaststaplern gesteuert – im Schmalganglager mit dem MX-X. Tagtäglich werden somit rund 3.000 Promoware-Artikel mit den EK-X-­Kommissionierern zusammengestellt. Zum Jahresende kommen rund 13.000 Artikel im Bereich Teamsport zum Sortiment hinzu. Um das zu bewerkstelligen, steht bereits ein zweites MX-X-Fahrzeug von Still bereit.

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