Stapler & Komponenten
Jungheinrichs Energie aus dem Koffer
Der Logistikdienstleister Fiege setzt im Esprit Distribution Center Europe auf fünf Elektro- Deichselhubwagen EJE 112i mit Lithium-Ionen-Batterien von Jungheinrich. Die Batterie hat die Form eines Aktenkoffers. Das High-Tech-Paket aus Hamburg ermöglicht komfortable Wechsel sowie kurze Ladezeiten und Zwischenladungen. Zudem bildet es die Basis für die kompakte Bauweise des ersten Serien-Flurförderzeugs dieser Art. Carsten Bergau, Fiege-Abteilungsleiter Versand im Esprit Distribution Center Europe (DCE) in Mönchengladbach, steigt die Treppe zur Geschossbühne des Wareneingangs hinauf. „Für den Einsatz der EJE 112i auf dieser Bühne und einer zweiten im Warenausgang war ihr geringes Gewicht ausschlaggebend. Da die Flächenbelastung auf 750 Kilogramm je Quadratmeter begrenzt ist, dürfen wir hier weder Schnellläufer ERE 225 noch andere schwerere Flurförderzeuge einsetzen.“

150 Kilogramm leichter als das Basisfahrzeug
Vor diesem Hintergrund kommt es dem Betreiber entgegen, dass Jungheinrich ein Lithium-Ionen-Fahrzeug entwickelt hat, das inklusive seiner Batterie, deren Gewicht bei nur 14,7 Kilogramm liegt, lediglich 317 Kilogramm wiegt. Dadurch ist der EJE 112i rund 150 Kilogramm oder gut 30 Prozent leichter als sein Basisfahrzeug, der EJE 116. Insofern eignet sich das Flurförderzeug auch für gewichtssensible Bereiche, zum Beispiel für Ladebordwände von Lkws.
Die Belastung der Bühnen ist allerdings nur einer der Punkte, die für den EJE 112i sprechen. Bergau zeigt, wie bequem sich eine mit Leerkartons und Deckel beladene Europalette im Gesamtgewicht von 400 Kilogramm mit dem Niederhubwagen bewegen lässt. „Damit unsere Mitarbeiter keine derart schweren Ladungsträger mit Handgabelhubwagen über Strecken ziehen müssen, die bis zu 100 Meter lang sind, vertrauen wir diese Aufgabe den EJE 112i an.“
Komfortable „Batteriekoffer“
Ohne großen Kraft- und Zeitaufwand lässt sich auch die Batterie des EJE 112i wechseln. Eine Mitarbeiterin führt es vor. Durch Knopfdruck öffnet sie die Schublade des Batteriefachs, nimmt den Lithium-Ionen-Koffer heraus und setzt einen aufgeladenen ein. Dafür braucht sie weniger als eine Minute. Bergau hält den ausgewechselten „Aktenkoffer“ mühelos an einem seiner integrierten Tragegriffe hoch.“

Ein weiterer Pluspunkt ist die schnelle Ladefähigkeit mithilfe eines speziellen auf Hochfrequenztechnologie basierenden Ladegeräts. Durch Ladekennlinien, die auf den EJE 112i abgestimmt sind, erreicht Fiege kurze Ladezeiten und Zwischenladungen ohne eingeschränkte Batterielebensdauer. Erstmals kann eine Batterie im Standard schneller geladen als entladen werden. Selbst die Zwischenladefähigkeit ist richtungweisend. Arbeitspausen genügen, um die Batterie nennenswert Kapazität aufnehmen zu lassen. Innerhalb von 30 Minuten speichert sie etwa 50 Prozent ihrer Kapazität, binnen 80 Minuten ist sie vollständig aufgeladen.
Bergau dreht den Koffer in seinen Händen. „Die Lithium-Ionen-Batterie ist zudem komplett wartungsfrei und folglich permanent verfügbar. Somit steht einem Dauerbetrieb nichts im Wege. Normalerweise arbeiten wir zwar zweischichtig, saisonal aber zeitweise in drei Schichten.“ Da sich Wartungen, die bei Blei-Säure-Batterien notwendig wären, aufgrund der Lithium-Ionen-Technologie erübrigen, entfallen auch Personal- und Infrastrukturkosten.
Zur ständigen Verfügbarkeit der Batterie trägt gleichermaßen das integrierte Jungheinrich-Batteriemanagementsystem bei, welches das Zusammenspiel der Batteriezellen sowie den Ladegrad der Zellen überwacht und infolgedessen dafür sorgt, dass die Einsatzgrenzen eingehalten werden.
Beweglich auf engstem Raum
Durch die kompakte und leichte Batterie ist es Jungheinrich möglich gewesen, auch den Batterieraum zu verkleinern und die Abmessungen des Flurförderzeugs deutlich zu verringern. So liegt das L2-Maß, also die Fahrzeuglänge einschließlich des Gabelrückens, bei 425 Millimeter, beim Basisgerät EJE 116 dagegen bei 494 Millimeter. Die daraus resultierenden Vorteile erläutert Bergau anhand einer Zeichnung. „Weil der EJE 112i ein sehr kurzes L2- beziehungsweise Vorderbaumaß hat und daher äußerst wendig ist, können wir das Fahrzeug auf engstem Raum bewegen.“
Die Entscheidung für die fünf EJE 112i, die der Betreiber seit Juli 2012 im Rental nutzt, ist gleichzeitig eine Entscheidung für das erste Serien-Flurförderzeug mit Lithium-Ionen-Technologie gewesen. Der EJE 112i verbindet die Robustheit und Wirtschaftlichkeit von Elektro-Deichselhubwagen mit den Vorzügen der zukunftweisenden Lithium- Ionen-Technologie. Weitere effiziente Anwendungsbeispiele findet man vor allem im klassischen Filial-Einsatz, beim Be- und Entladen von Lkw sowie, aufgrund der kompakten Bauform, bei der Lkw-Mitnahme. Bei Letzterer ist primär die Ladebordwand ein begrenzender Faktor. Da diese sehr klein ist, wirkt sich das kurze L2-Maß des EJE 112i positiv aus. Außerdem profitieren die Betreiber gerade hier davon, dass Jungheinrich das Gesamtgewicht des Flurförderzeugs auf 150 Kilogramm herabgesetzt hat. Wie die Batterie, ist auch der Fahrmotor wartungsfrei. Steuerung und Stecker schützt eine Kapselung nach IP 54 vor Staub und Feuchtigkeit.
Wegen des höheren Wirkungsgrades der Lithium-Ionen-Technologie in Verbindung mit der neuesten Generation der Jungheinrich-Drehstromtechnik ließ sich die Masse des Geräts reduzieren, damit weniger Betriebskosten anfallen. Ebenso nachhaltig und spürbar gesunken sind der Energieverbrauch und folglich die CO2-Emissionen. Bergau hält einen Bericht über die ökologische Bewertung von Logistiksystemen hoch. „Als Partner des Verbundprojekts „Green Logistics“ werten wir auch die geringeren CO2-Emissionen als wesentlichen Vorteil.“
Richtungweisendes Logistikzentrum
Bei der Planung des neu errichteten DCE hat Esprit die Priorität auf eine möglichst durchgängige Automation gelegt. Der Betreiber hat für das Fashionlabel, allerdings nicht exklusiv, schon im Fiege Mega Center Ibbenbüren gearbeitet. Dort hat es aber keine Fördertechnik gegeben, es sind Handgabelhubwagen eingesetzt worden und man hat auf Paletten und in Kartons kommissioniert. Mit dem DCE hat sich Esprit den Wunsch nach einem eigenen modernen Logistikzentrum erfüllt, das zugleich Exklusivität in einer bestens zugänglichen und gut angebundenen Region bietet. Von hier aus wickelt Fiege die europaweite B2B-Distribution in 320 selbstbetriebene Esprit Retail-Verkaufsstellen sowie in rund 900 Wholesale POS-Standorte ab. Das DCE, das über etwa 46.000 Quadratmeter Hallenfläche verfügt, sichert der Region bis zu 600 Arbeitsplätze. „Esprit hat außerdem die Perspektive gefordert, die Logistik künftig auf einen Standort konzentrieren zu können“, so Bergau. „Das Potenzial ist vorhanden.“
Jürgen Warmbold
Kontakt:
Fiege Logistik Holding Stiftung & Co. KG D-48268 Greven Tel.: 0 25 71 / 9 99-0 E-Mail:
Jungheinrich AG D-22047 Hamburg Tel.: 0 40 / 69 48-0 E-Mail: [email protected] www.jungheinrich.de









