Stapler & Komponenten
Das fährt 2011 auf uns zu
Die Krise ist überwunden, die Unternehmen investieren wieder und schaffen die Voraussetzungen dafür, am Aufschwung nicht nur teilzuhaben, sondern auch Marktanteile zu gewinnen. Die Hersteller von Flurförderzeugen schauen daher optimistisch auf das CeMAT-Jahr.
Im kommenden Jahr wird sich der Trend fortsetzen, dass leistungsstarke Stapler mit Elektroantrieb in die bisherige Domäne der diesel- und gasbetriebenen Geräte vordringen. In dieser Einschätzung sind sich die Staplerhersteller einig. Egon Strehl, Geschäftsführer Clark Europe:
„Der Anteil der Elektrostapler wird sich deutlich vergrößern. Dazu werden auch neue Batterietechnologien einen Beitrag leisten. Um den wachsenden Markt der Zukunft bedienen zu können, setzen wir daher besonders auf die Weiterentwicklung unserer Elektromodelle.“ Dabei wird der „Verbrenner“ langfristig keinesfalls überflüssig: Linde weist darauf hin, dass diese Antriebsart in Anwendungen wie z.B. der Getränke- und der Bauindustrie die wirtschaftlichste bleibt.
Hybridantrieb steigert Effizienz Unabhängig von der Antriebsart ist der Energieverbrauch der Stapler sicherlich eines der Top-Themen im Staplerjahr 2011. Jürgen Wrusch, Fachpressesprecher von Still: „Wenn es um Energiesparmaßnahmen geht, sehen wir in der Hybridtechnologie für Dieselstapler Perspektiven. Energie kann beim Abbremsen zurückgewonnen und für die nächste Beschleunigung zwischengespeichert werden.“ In diesem Feld sind auch andere Anbieter wie Kalmar (bei Straddle Carriern), Linde und Toyota aktiv. Detlef Sieverdingbeck, Pressesprecher von Linde Material Handling: „Wir haben schon 2008 einen fahrbereiten Hybridstapler gezeigt, und mittelfristig steht eine solche Mild-Hybrid-Lösung auf unserer Entwicklungsagenda.“

In der Tat bieten Hybridstapler viele Vorteile - vor allem dann, wenn ihr Einsatzprofil häufiges Bremsen und Beschleunigen vorsieht. Dann kann die Bremsenergie generatorisch in einen Elektromotor rückgeführt und als „Boost“ für den nächsten Beschleunigungsvorgang oder für das Anheben der Last genutzt werden. Auch eine Start-Stopp-Funktion lässt sich auf diese Weise realisieren.
Wenn es nach den Batterie-Entwicklern geht, werden neue Batterietechnologien dem Markt für Elektro- und Hybridstapler zu zusätzlichem „Boost” verhelfen. Jungheinrich hatte 2008 ein Konzeptfahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie vorgestellt und sieht in dieser Technologie große Vorteile. Michael von Forstner, Leiter Portfoliomanagement bei Jungheinrich:
„Lithium-Ionen-Akkus weisen beim Laden und Entladen deutlich geringere Verluste auf als herkömmliche Bleibatterien. Sie halten doppelt so lange und sind zudem absolut wartungsfrei. Ein spezielles Batteriemanagement gewährleistet, dass die Zellen permanent kontrolliert werden. Im Gegensatz zu Bleibatterien, bei denen etwa 80 Prozent der Kapazität genutzt werden kann, liegt der Nutzungsgrad der Lithium-Ionen-Akkus bei nahezu 100 Prozent, und eine Tiefenentladung ist durch das Batteriemanagement-Systems ausgeschlossen.“ Nach Angaben von Jungheinrich kann die Lithium-Ionen-Technologie die Energiekosten von Elektrostraplern bei gleichbleibenden Leistungsdaten um insgesamt 15% drücken - und das ist konservativ gerechnet.
Michael von Foerstner: „Wenn sich die Herstellkosten der Akkus wie erwartet weiter nach unten entwickeln, werden erste wirtschaftliche Einsatzfälle nicht mehr lange auf sich warten lassen.“ Und diese Entwicklung geht weiter: Es sind auch schon erste Versuchsstapler mit Lithium-Polymer-Akkus unterwegs, die eine nochmals höhere Energiedichte aufweisen und erst nach über 24 Stunden Staplerlaufzeit an die Ladestation müssen. Hier profilieren sich junge Unternehmen, die neuen Batterietechnologien zum Durchbruch verhelfen wollen.
Fahrprogramm nach Wahl Ein wesentliches Merkmal vieler neuer Staplermodelle sind Energiesparprogramme wie z.B. „Blue-Q“ von Still, die den Energieverbrauch der Stapler um bis zu 20% senken können. Ähnliches bietet Linde mit dem Eco- und Eco-Light-Modus, durch den sich u.a. die Beschleunigungswerte bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt verringern lassen. So spart der Betreiber Energie sowohl bei Elektro-Stapler als auch bei verbrennungsmotorischen Geräten.
Bei anderen Herstellern lassen sich solche Fahrprogramme ebenfalls parametrieren. Dabei gibt es unterschiedliche Bedienphilosophien: Teils kann der Fahrer dies erledigen, teils ist es dem Service vorbehalten, das vom Betreiber gewünschte Fahrprofil einzustellen.
Das Thema Automatisierung kehrt auch wieder - aber unter ganz anderen Vorzeichen. Jürgen Wrusch von Still: „Wir erwarten in den nächsten Jahren eine stetig wachsende Nachfrage nach automatisierten Abläufen und setzen dabei auf den Dual-Betrieb der Flurförderzeuge. Die fahrerlos arbeitenden Fahrzeuge können dann bei Bedarf jederzeit wie normale Fahrzeuge von einem Fahrer bedient werden.“
Ein weiteres wichtiges Thema für 2011 ist aus Sicht von Linde die Vernetzung der Stapler mit Lagerleitstellen und Lagerverwaltungsrechnern. Detlef Sieverdingbeck: „Stapler und Lagertechnik-Fahrzeuge der Zukunft sind in eine durchgehende Informationskette eingebunden, die vom Hersteller der Waren bis zum Kunden reicht. Staplerleitsystem, Warenwirtschaft, Service und Flottendatenmanagement greifen dann auf eine gemeinsame Datenbasis zu. Mit unserem Fahrzeugdaten-Management haben wir die nötige Basis gelegt und aktuell um eine Online-Version ergänzt. Damit werden die Stapler immer intelligenter.“
Was gibt es konkret Neues? Soweit die Themen, die die Branche im kommenden Jahr bewegen werden. Der Staplerbetreiber wird sich ganz konkret fragen: Welche neuen Geräte werden vorgestellt? Auch hierzu gibt es Antworten. Linde wird neue Elektrostapler im großen Tragkraftbereich, d.h. von 2 bis 5 t, zeigen. Auch für das Handling schwerer Lasten hält man Neuheiten in petto - Stichwort Reachstacker und schwere Dieselstapler. Auch Clark ist mit neuen Modellen in der 5-Tonnen-Klasse aktiv.

Rolf Eiten, Director Sales & Marketing: „Wir werden die neuen Diesel- und Gas-Stapler mit 4 bis 5,5 t Tragkraft in die Märkte einführen und in 2011 auch die ersten Elektro-Fahrersitzstapler in dieser höheren Tragkraftklasse in Umlauf bringen. Darüber hinaus ist der Produktionsstart einer neuen Gerätegeneration in der Klasse 3, also in der Lagertechnik, geplant.“ Still wird schon auf der Logimat neue Lagerhausgeräte für die Kommissionierung in Schmalganglagern zeigen.
Clark Europe GmbH, E-Mail: [email protected], www.clarkmheu.com Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de Linde Material Handling GmbH, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de Toyota Material Handling Deutschland GmbH, E-Mail: [email protected]









