Software
Materialfluss mit Zukunft
Zeichnen war früher, heute wird simuliert. Diese Aussage unterschreibt nun auch Rippert Anlagentechnik, die dank dieser Technik deutlich planungssicherer agieren können. Bei Rippert überlässt man nichts dem Zufall: Förder-, Beschichtungs- und Trockenanlagen werden perfekt aufeinander abgestimmt.
Martin Köster, Diplom-Ingenieur bei der Rippert Anlagentechnik, zur Historie von FutureSIM: „Früher wurden solche Layouts auf Papier gezeichnet und die Produktionsprozesse dann mit Bauklötzchen oder zurechtgebogenen Büroklammern nachgestellt. Aber im Laufe der Zeit wuchsen die Anforderungen der Kunden und die Anlagen wurden immer komplexer.“ Daher gab er bei Dualis ein 3D-Modell in Auftrag.
„Mich hat überrascht, wie kostengünstig das war und wie schnell das ging. Dass man in so kurzer Zeit zu richtig guten Ergebnissen kommen kann, hat mich vom Nutzen der Simulationssoftware restlos überzeugt. Solche simulierten Anlagen gehen mit wesentlich steileren Anlaufkurven in den Echtbetrieb als ihre traditionell geplanten Pendants, sie weisen weniger Startschwierigkeiten auf, erreichen ihre volle Produktivität in ungefähr einem Drittel der Zeit und spielen damit auch schneller ihre Investitionskosten ein“, stellt Martin Köster rückblickend fest.
Es gibt sehr überzeugende Gründe für die Simulation von Materialflusssystemen. Stringente Materialflüsse bei automatischen Lagersystemen lassen sich über die Spielzeitberechnungen nach FEM9.851, VDI3561ff oder VDI4480 handhaben. Für manuelle Vorgänge gibt es ebenfalls bewährte Grundlagen wie REFA- und MTM-Tabellen oder auch die Leistungsermittlungen nach Gudehus, Hwnag und Sadowsky.
„Für den Materialfluss eines einzelnen Gewerkes ist die Leistungsermittlung eine gute und valide Planungsgrundlage“ erläutert Leo Bartevyan, von der Dualis IT Solution. „Moderne Transport- und Handlingssysteme sind jedoch oft einer Vielzahl äußerer Faktoren unterworfen, die schnell in sehr komplexen Abhängigkeiten münden. Im realen Betrieb kommen dann leider oft andere Kennzahlen heraus, wenn man Schnittstellen zu vor- und nachgelagerten Systemen hat. Was nützt einem die theoretische Taktzeit einer Zelle, wenn man diese Leistung, bedingt durch Zu- und Abtransport, nicht kontinuierlich abrufen kann? Oder anders gefragt: Welche Leistung kann ein Kunde bei seinen Gegebenheiten tatsächlich erwarten? Und das mit Blick auf den Stand heute, morgen und in 5 Jahren? Das sind die Fragen, auf die ein Materialflussplaner Antworten finden muss!“
Bei gewerkübergreifenden Materialflüssen, reversiblen Antrieben und mehrstufigen Konzepten wird es da schnell anspruchsvoll. Kommen dann noch verschiedene Transportmittel, Abhängigkeiten oder gar manuelle Tätigkeiten hinzu, wird der Materialfluss zu einer komplexen interdisziplinären Wissenschaft.

Dimensionierung und Taktzeiten sind kapitale wirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen für oder gegen ein Konzept. Sie brauchen eine solide Datenbasis. Eine gute und realistische Simulation ist daher unverzichtbar um moderne Materialflusskonzepte funktional abzusichern. Nur sie zeigt frühzeitig Engpässe und kritische Punkte auf, kann durch stochastische Störgrößen realistische Leistungsschwankungen abbilden und eignet sich für Stresstests mit Einschwingphasen, Störgrößen wie etwa mtbf/mtbr und Sequenzbetrachtungen wie JIS.
Beim Vertrieb von komplexen Gesamtanlagen ist eine gemeinsame technische Basis unerlässlich. Konzepte, Abläufe und Funktionen werden mit einer Simulation „erlebbar“. Auch bei Rippert gehört die Simulation im Vertrieb dazu. „3DRealize ist unser Flug- simulator. Wir steigen gemeinsam mit unseren Kunden ein, drehen ein paar Runden über den Wolken und testen den Landeanflug sowie kritische Situationen. Anschließend können wir unser Konzept weiter verbessern, und auch unsere Kunden wissen, wovon wir reden“, bringt es Geschäftsführer Thomas Rippert auf den Punkt.
„Anlagen und Simulationsmodelle in der 3D Welt von Visual Components können in allen Projektphasen gute Dienste leisten und bares Geld sparen“, erklärt Leo Bartevyan. Der Mehrwert dieser Lösung spricht für sich: Planung, Vertrieb, Konstruktion, Programmierung, Inbetriebnahme, Anwender und Support - alle Glieder der Wertschöpfungskette nutzen ein und dasselbe Simulationsmodell. Einmal erstellt, kann es gleich mehrfach verwendet werden.
Mit FutureSIM geht die Dualis IT Solution nochmal einen Schritt weiter: FutureSIM verknüpft das Simulationsmodell mit aktuellen Anlagendaten via SPS und koppelt mit Ganttplan eines der führenden Feinplanungssysteme (APS) an. Diese Kombination hat es in sich, denn so lassen sich die aussagekräftigen Simulationsmodelle nachhaltig und operativ zur Steuerung nutzen. Mit nur wenigen Klicks werden anstehende Fertigungspläne in Relation zum aktuellen Anlagenstatus simuliert, optimiert und aktiv eingeplant.
Man kann die Anlage virtuell „vorspulen“ und frühzeitig exakte Aussagen zu Durchlaufzeiten, Engpässen und Betriebskosten treffen. Anschließend wird der gewählte Arbeitsplan an die Subsysteme übergeben und kostenoptimal umgesetzt. Durchlaufzeiten verkürzen sich, Kosten für Energie, Transport und Handling sinken dauerhaft und nachhaltig.

Für Martin Köster ist klar: „Nach mehr als 40 simulierten Anlagen weiß ich, dass man auch mit viel Erfahrung eine Anlage nicht besser planen kann als mit Simulationssoftware - höchstens man ist Schachweltmeister und kann hunderte Parameter gleichzeitig im Blick behalten. Für alle anderen gilt aber, dass sich die Ausgaben für Simulationssoftware ohne Wenn und Aber lohnen. Simulation macht die Planung komplexer Anlagen wesentlich einfacher und ihren Betrieb sicherer und effizienter.“
Rippert Anlagentechnik GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.rippert.de Dualis GmbH IT Solution, E-Mail: [email protected], www.dualis-it.de









