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Artikel und Hintergründe zum Thema

Behälter- & Palettenpooling

Gemeinsam aus einem Pool

Ladungsträger nicht selbst besitzen, sondern sich gemeinsam mit anderen Unternehmen aus einem Pool bedienen - das ist ganz vereinfacht gesagt - das Prinzip des Poolings. Die Idee dahinter: Das einzelne Unternehmen will seine Supply-Chain-Kosten senken, der Transport generell soll durch weniger Leerfahrten „grüner“ werden.

Foto: CHEP
Gemeinsam aus einem Pool - Foto: CHEP

Wer Behälter und Paletten nicht kauft, sondern sich aus einem Pool bedient, hat das Kapital nicht gebunden und zahlt stattdessen eine Gebühr für die Nutzung der Ladungsträger aus einem Pool. Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen entstehen weniger CO2-Emissionen und somit ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Gütertransport. Sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen - das klingt für die meisten Unternehmen unwiderstehlich. Materialfluss hat bei fünf Anbietern von Paletten- und Behälter-Pooling nachgefragt, um genauer herauszufinden, wo die Vorteile des Pooling liegen und wie sich die einzelnen Anbieter voneinander unterscheiden.

Der belgische Anbieter Contraload ist nach eigener Aussage europäischer Marktführer für das Pooling von Kunststoffladungsträgern im B2B-Markt. Dass die Firma in Deutschland noch weniger bekannt ist, liegt daran, dass von seinen insgesamt 2.700 Kunden derzeit etwa 250 in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sitzen. Contraload hat seinen Hauptsitz in Brüssel und weitere Standorte in England, Frankreich und Spanien. Laut Erik Marinissen, General Manager DACH & Eastern Europe, hat Contraload ein Kundennetzwerk von ungefähr 700 Lader-Stellen, an denen gereinigte Ladungsträgern angeliefert werden und über 2.000 Entlader-Stellen, an denen die leeren Ladungsträger abgeholt werden. Contraload managed europaweit über 800.000 Ladungsträger, die jährlich mehr als vier Millionen Rundgänge machen. Mit seiner mehr als 10-jährigen Erfahrung will Contraload nun auch in der DACH-Region Marktanteile hinzugewinnen.

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Tracking der nächsten Generation: Abverkäufe am Point of Sale nachverfolgen

CHEP-Manager Ertan Benzes weist - auf die Frage von Materialfluss nach Innovationen - auf das aktuellste Projekt hin: „Damit haben wir uns zum Ziel gesetzt, auf Supply Side und Demand Side durch den Einsatz von Beacons (Bluetooth-Sender) Promotions nicht nur zu verfolgen, sondern auch aktiv zu unterstützen.“ Das Promotion Tracking wurde in einem Feldversuch getestet und erlaubt das präzise Monitoring von Promotions. Gepriesen wird dies als nächste Stufe der digitalen Revolution. Dabei sind kleine Sender, die so genannten Beacons, in die CHEP-Viertelpalette integriert und werden so zu einem interaktiven Medium. „Man könne gemeinsam mit dem Handelspartner sofort reagieren, wenn Aktionsware zum Beispiel von Milka oder Oreo nicht pünktlich auf der Verkaufsfläche steht oder kurzfristige Nachbestellungen nötig werden“, so Alexander Knabe, Manager Order-to-Cash Deutschland und Central Europe bei Mondeléz International. Kunden können direkt über die Beacons angesprochen werden. Sobald sie sich in der Nähe aufhalten, schickt der Sender ein Signal an die Payback App auf dem Smartphone des Kunden, die ihn zum Beispiel über Rabatte und Gewinnspielaktionen informiert. Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) entwickelte die Idee, eine der Arretierungsschlitze der CHEP-Palette zu nutzen, um den Sender dort dauerhaft zu integrieren und auch die dazugehörige App stammt vom Entwicklungsteam des Fraunhofer-Instituts.

Das Thema Ökobilanz wird zunehmend wichtiger

Polymer Logistics hat seinen Hauptsitz in Holland und unterhält 20 Pooling-Stationen in Europa und ist auch weltweit vertreten - in den USA, Südamerika, Australien, Asien und Afrika. Laut Klaus Lammers, Managing Director DACH + Benelux, nutzen mehrere Tausend Kunden die Pooling-Dienstleistungen von Polymer Logistics. Der Fokus liege auf der Konsumgüterindustrie mit 200 Millionen Bewegungen im Jahr weltweit, davon zehn Millionen in der DACH-Region. Lammers beobachtet, dass das Thema „Oköbilanz“ und eine systematische Analyse der Umweltwirkungen immer wichtiger werden. „Hier spielt der Poolgedanke, im Hinblick auf die Optimierung von CO2-Bilanzen eine immer größere Rolle.“ Die Unternehmen entscheiden sich für das Outsourcing, weil sie „die Abläufe an Spezialisten übergeben. Hierbei geht es um Transportflussoptimierung, Reinigungs- und Hygienethemen sowie Tracking- und Tracing, die der Poolanbieter wie Polymer Logistics für die Auftraggeber übernimmt.“

Nachhaltiges Geschäftsmodell

Foto: CHEP
Pooling-Spezialisten übernehmen Dienstleistungen wie Transportflussoptimierung, Tracking & Tracing, Reinigung der Ladungsträger und Qualitätskontrolle. Foto: CHEP

Auch CHEP wirbt damit, dass Paletten-Pooling ein nachhaltiges Geschäftsmodell sei. Als einer der größten Anbieter in Deutschland ist CHEP mit einem Pool von über 280 Millionen Ladungsträgern und 500.000 Lieferstationen weltweit vertreten. Dazu Ertan Benzes, Manager Marketing bei CHEP: „Ein großer Vorteil des CHEP-Pooling ist die Nachhaltigkeit des Systems: Nach jedem Lieferzyklus werden die Paletten sorgsam inspiziert, gegebenenfalls repariert und gewaschen und erneut dem Kreislauf zugeführt. Unser Holz ist weltweit FSC- und PEFC-zertifiziert. Unser Mutterkonzern Brambles ist im Dow Jones Index der TOP 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt.“ Als weiteren Vorteil betont Benzes das starke europäische Netzwerk: „Wir liefern die Ladungsträger innerhalb von 72 Stunden an jeden Ort.“

Das Pooling Partners Netzwerk punktet in Europa mit 10.000 An- und Abnahmestationen. Die beteiligten Unternehmen kommen laut PAKi-Geschäftsführer Christian Kühnold aus der Automobilindustrie, der verladenden Industrie, Speditionen und dem Handel. PAKi-Kunden stehen 500 Millionen Europaletten und 20 Millionen Gitterboxen in Europa zur Verfügung. Kühnold: „Unser Anteil an der Europalette ist wegen der Größe des europäischen Pools von mehr als 500 Millionen Stück klein und gibt uns Raum für weiteres Wachstum. In den letzten zehn Jahren hat sich unser Geschäftsvolumen vervierfacht und 50 Prozent unserer Aktivitäten werden im Ausland abgewickelt.“

comepack ist ein deutscher Anbieter mit Hauptsitz in Hirschberg an der Bergstraße in der Nähe von Mannheim, der seit über 20 Jahren Dienstleistungen wie Behältermanagement und Pooling übernimmt. comepack hat zwölf Millionen Mehrwegladungsträger im Umlauf und fünf Millionen Stück auf Lager. Das mittelständische Unternehmen hat 13 Standorte weltweit, davon fünf Servicecenter in Deutschland und weitere in Frankreich, Spanien, Polen, China und Indien. Laut Ralf Manger, Marketing und Sales Director, greifen auf die KLT, Großladungsträger und die comepack-eigenen Behälter - die Multipack-Serie - mehrere Tausend Kunden und deren Lieferanten zu. Das Portfolio reicht von der Behälterreinigung über die Vermietung bis zur Transportorganisation.

Kosten und Aufwand im Blick

Um die Vorteile des Poolings zu verdeutlichen hat Polymer-Logistics-Manager Lammers ein prägnantes Beispiel parat: „Sie ziehen von München nach Hamburg und benötigen für den Umzug einen Sprinter. Kaufen Sie sich deshalb einen Sprinter? Nein! Sie mieten sich einen bei einem Fahrzeugmietpool, erhalten das Fahrzeug in München und geben es in Hamburg zurück. Und Sie zahlen nur für die Nutzungszeit. Das ist vergleichbar mit dem Ladungsträgerpool: Sie bekommen einen Ladungsträger in München, versenden diesen nach Hamburg, geben diesen eben nicht wieder in München zurück, sondern in Hamburg. Die Vorteile liegen auf der Hand.“ Gefragt danach, wie potenzielle Kunden herausfinden können, ob das Pooling günstiger ist, empfiehlt CHEP als Hilfestellung die Website http://www.powerofpooling.com, bei der man sich zuerst registrieren muss. CHEP-Manager Benzes meint aber auch: „Eine allgemeingültige Berechnung gibt es leider nicht, da hier individuelle Faktoren entscheiden. Die Menge der Ladungsträger, Laufzeit und der Anteil nationales / internationales Geschäft spielen eine wichtige Rolle.“

Transparente Kosten sind ein wichtiges Argument

Contraload bietet eine individuelle Analyse der Anforderungen und aller Kosten des Ladungsträgers über den gesamten Prozess und will dabei auch alle versteckten Kosten transparent machen. Der Kunde könne die „Total Cost of Ownership“ dann mit der von Contraload angebotenen All-Inklusive-Gebühr pro Ladungsträger vergleichen. Dieses Bezahlkonzept sieht der Anbieter als sein Alleinstellungsmerkmal an.

Weniger organisatorischer Aufwand

Foto: Contraload
Pro Pooling: Ladungsträger aus einem Pool sind immer „just-in-time“ verfügbar, und die Kosten für die Nutzung sind transparent. Foto: Contraload

Auch Christian Kühnold hebt die monetären Vorteile hervor, da der Kunde keinen eigenen Kaptialeinsatz einbringen muss, betont aber auch, dass der organisatorische Aufwand reduziert wird: „Aufwendige Verfolgung, unterschiedlichste Qualitätsanforderungen, Verluste und Schwierigkeiten in der Abwicklung und der Abstimmung mit Leergutpartnern sind für den Kunden das Problem. Dies wird über hocheffiziente Pooling-Services durch PAKi gelöst. Das zahlt sich aus.“

Der Marketingleiter von comepack sieht die Gründe in den geringeren Investitionen und die Schonung von Ressourcen, die Firmen dazu bewegt, auf Pooling zu setzen: „Es ist sinnvoll, aufgrund der Kosten und des Aufwands, einen Behälterpool so klein wie möglich zu halten. Die Möglichkeit des professionellen Managements hat aber ein einzelner Kunde mit seinen Zulieferern zeitlich kaum. Er wird immer mehr Behälter vorhalten müssen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Beim Pooling versorgen wir die Kunden aus unserem nächsten Standort, dadurch ergeben sich alleine im Transport für Leerbehälter deutliche Einsparungen von bis zu 40 Prozent gegenüber einem selbst gemanagten Behälterkreislauf.“

Den Behältern auf der Spur

Alle Anbieter bieten eine Software an, um den Ladungsträgern auf der Spur zu bleiben. comepack sieht sein Alleinstellungsmerkmal darin, dass sie mit ihrer eigenentwickelten Software die Einzelbehälterverfolgung ermöglichen. Über ein mehrsprachiges Webportal bietet der Spezialist die Möglichkeit Leergutbestellungen zu platzieren und zu verwalten, Wareneingänge und Ausgänge zu buchen und Reports zu erstellen. Manger betont die Rolle comepacks als Behältermanager: „Unser Fokus liegt darauf, die generierten Daten zu nutzen und in Form von Analysen, Reports und Empfehlungen dem Kunden aufzubereiten. Daraus leiten wir Maßnahmen ab, welche die operative Performance des Mehrwegpools kurz- und langfristig effizienter macht und effizient hält.“

Auch Kunden von CHEP, PAKi, Contraload und Polymer Logistics haben jederzeit Einblick darin, wo sich die Ladungsträger befinden. Bei CHEP werden die Ladungsträger im gesamten Kreislauf durch EDI-Meldungen der Kunden verfolgt.

Die PAKi-IT bietet eine flexible Anbindung an unterschiedliche Warenwirtschaftssysteme. Kühnold: „Über die exakte Verbuchung an den Ladestellen, tagesgenaue Kontoführung und einen Online-Zugang für unsere Kunden werden alle Bewegungen Tag-genau erfasst, der Kunde kann 24/7 Bestellungen erfassen und seine Bestände verfolgen.“

Marinissen von Contraload: „Unser einfach zu handhabendes Online-System - Pool-IT - erlaubt uns und unseren Kunden zu jeder Zeit alle Ladungsträger zu lokalisieren und damit Verluste zu vermeiden.“ Lammers von Polymer Logistics vergleicht die Kontoführung mit den Zahlungsströmen bei einer Bank. Jeder Kunde bekomme einen Online-Zugang zu seinem Ladungsträgerkonto und Leergutkonto und habe zudem verschiedene Auswertungsmöglichkeiten.

Susanne Frank

Kontakt:

CHEP Deutschland GmbH

comepack GmbH www.comepack.com

Contraload Benelux NV www.contraload.com

PAKi Logistics GmbH www.poolingpartners.com

Polymer Logistics www.polymerlogistics.com/de

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