Robotik & KI

Andrea Gillhuber,

Neura Robotics baut Physical AI Zentrum mit RWTH Aachen

Neura Robotics erweitert sein internationales Netzwerk für das Training von Physical AI. Gemeinsam mit der RWTH Aachen entsteht bis Ende 2026 ein neues Trainingszentrum für kognitive Robotik und industrielle KI-Anwendungen.

© Neura Robotics

Neura Robotics und die RWTH Aachen haben eine Partnerschaft zum Aufbau des Neura Gym RWTH Aachen vereinbart. Das Trainingszentrum soll Ende 2026 am Hightech Campus Melaten eröffnet werden und Teil eines weltweiten Netzwerks für das Training von Physical AI werden.

Nach Angaben des Unternehmens befinden sich derzeit zehn Neura Gyms im Aufbau. Fünf davon sollen bis Ende 2026 in Europa, den USA und China den Betrieb aufnehmen. Ermöglicht werde der Ausbau durch die Series-C-Finanzierung von bis zu 1,4 Mrd. US Dollar.

Training unter realen Bedingungen

Die Trainingszentren sollen den Mangel an realen Trainingsdaten für intelligente Robotersysteme adressieren. Anders als große Sprachmodelle stehen Robotern bislang vergleichsweise wenige reale Daten für das Training zur Verfügung.

Im Neura Gym werden Roboter unter realen Bedingungen trainiert und getestet. Ergänzt wird das physische Training durch Simulationen. Die dabei entstehenden Datensätze fließen in die cloudbasierte Plattform Neuraverse ein. Industriepartner können dort Roboter für eigene Anwendungen entwickeln und vor einer industriellen Einführung erproben.

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„Der größte Engpass für Physical AI ist nicht mehr die Intelligenz, sondern die Praxis“, sagt David Reger, CEO und Gründer von Neura Robotics. „Roboter lernen, indem sie mit der realen Welt interagieren, und genau deshalb bauen wir die Neura Gyms. Jedes Unternehmen verfügt über Wissen, das heute kein KI-Modell besitzt. Unsere Gyms übersetzen dieses Wissen in einsatzbereite Roboterfähigkeiten, und jeder Partner behält dabei die volle Kontrolle über seine Daten.“

Forschung und Industrie zusammenführen

Das Neura Gym RWTH Aachen entsteht auf einer Fläche von rund 3.000 m² und richtet sich an Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen. Nach Angaben der Partner sollen rund 20 Institute der RWTH Aachen beteiligt werden. Unternehmen erhalten dort die Möglichkeit, Robotiklösungen für Anwendungen in der Fertigung, der Automobilindustrie, der Kreislaufwirtschaft und der Medizintechnik zu testen.

Die wissenschaftliche Arbeit am Standort wird unter anderem von den Lehrstühlen für Bildgebung und Computer Vision sowie für Getriebetechnik, Maschinendynamik und Robotik geprägt.

Zwei Standorte in Deutschland

Neben dem Standort in Aachen entsteht mit dem TUM RoboGym am Münchner Flughafen ein weiterer deutscher Knotenpunkt des Netzwerks. Das gemeinsam mit der Technischen Universität München aufgebaute Zentrum soll im vierten Quartal 2026 eröffnen. Es umfasst rund 2.300 m² und wird mit einem Investitionsvolumen von 17 Mio. Euro errichtet.

Beide Einrichtungen bilden nach Angaben von Neura Robotics den europäischen Kern des internationalen Netzwerks für das Training und den Einsatz von Physical AI.

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