Lager- und Regalsysteme

Es müssen nicht immer Shuttles sein

Die Witt-Gruppe, der oberpfälzische Modeversandhändler speziell für die Zielgruppe 50plus, baute für seine rund 41.500 Artikel und 100.000 Sendungen pro Tag das neue Warenverteilzentrum III. Gemeinsam mit TGW realisierte Witt eine außergewöhnliche dreistöckige Kartonlager-Lösung.

Josef Witt GmbH
Es müssen nicht immer Shuttles sein

Als Kolonialwarenladen 1907 gegründet, startete Witt seinen Versandhandel bereits 1924 deutschlandweit. Heute liefert das Multi-Channel-Unternehmen Damenoberbekleidung, Bademoden, Wäsche und Heimtextilien in zwölf Länder europaweit. In den letzten sieben Jahren investierte die Witt-Gruppe rund 100 Millionen Euro in das neue Logistikzentrum in Weiden. Jüngstes Bauwerk ist das Warenverteilzentrum III (WVZ III), das seit Oktober 2014 als Reservelager die Kommissionierung mit vorsortierten Kartons versorgt.

Lagerhaltung zentralisieren und Wege verkürzen

Neun Reserveläger in und um Weiden bedeuteten für die Witt-Gruppe einen hohen Nachschubaufwand für die Kommissionierung. Eine Zusammenlegung dieser Läger an einem Standort würde Nachschub und Lieferleistung optimieren. Mit der steigenden Anzahl an Vertriebsgebieten und der Erweiterung des Sortiments sprachen weitere Gründe für einen Neubau. Witt entschied sich für eine außergewöhnliche Lösung von TGW: Ein dreistöckiges Karton-Hochregallager (HRL). Der Generalunternehmer aus Wels in Österreich verantwortete Stahlbau, Förder- und Lagertechnik, Materialflussrechner und Steuerungssystem sowie die Schnittstellen zu angrenzenden Gewerken.

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Der Clou: 70 Meter lange Brücke aus Glas

Das WVZ III umfasst außerdem den neuen Wareneingang. In seiner HRL-Vorzone befinden sich Loop und Puffer für die vorsortierten Kartons. Ein weiterer Clou ist die 70 Meter lange Brücke aus Glas, über die die vorsortierten Kartons aus dem HRL zur Kommissionierung ins WVZ II transportiert werden. In dieses größte Bauvorhaben der Unternehmensgeschichte investierte Witt 41 Millionen Euro.

Lagerung auf drei Etagen

Brücke
Über die 70 Meter lange Brücke werden die vorsortierten Kartons vom Hochregallager ins WVZ II transportiert.

Durchschnittlich 10.000 Kartons mit Textilien aus Europa und Asien kommen täglich bei Witt an. Nach der automatischen Etikettierung und Registrierung des Barcodes an vier Wareneingangsstationen laufen die Kartons über die Fördertechnik ins erste Obergeschoss. Lagerfähige Kartons werden ins dreistöckige Hochregallager mit seinen 450.000 Stellplätzen eingelagert – dem Herzstück der Anlage. Das HRL ist 28  Meter hoch, 48  Meter breit und 132  Meter lang. Insgesamt dreißig TGW-Regalbediengeräte (RBG) vom Typ Mustang Evolution mit einer Gesamtleistung von rund 3.500 Doppelspielen pro Stunde versorgen die drei Ebenen mit je zehn Gassen. „Das dreistöckige Hochregallager ist der Pfiff an der Anlage. Normalerweise sind etwa 420.000 Stellplätze belegt, sodass wir noch ein bisschen Luft zum Atmen haben“, erläutert Roland Dietz, Bereichsleiter Logistik bei Witt.

Im Bereich vor dem HRL befinden sich ein Fördertechnik-Loop sowie zwölf Pufferbahnen auf zwei Ebenen. Dorthin werden die Kartons ausgelagert, vorsortiert in der Reihenfolge, in der sie für die Kommissionierung auf Rollwagen im WVZ II benötigt werden.

Unterschiedliche Funktionen unter einem Dach

Die vorsortierten Kartons werden batchweise über zwei Fördertechnikstrecken in der Brücke ins WVZ II gebracht. Dort schiebt der Kommissionierer bis zu 16 automatisch angediente Kartons auf einen Rollwagen. Der Arbeitsplatz dafür wurde unter ergonomischen Gesichtspunkten von Witt, dessen Betriebsarzt und TGW speziell konzipiert.

Im WVZ III gibt es außerdem drei Arbeitsplätze zur Nachbearbeitung, sieben für das Qualitätsmanagement und zur Einzelstückkommissionierung sowie sechs Arbeitsplätze zur manuellen Palettierung. Warenwirtschaftssystem sowie ERP sind „made by Witt“. Den Materialfluss lenkt ein Material Flow Controller (MFC) von TGW, deren Commander-Steuerung auch Fördertechnik und Regalbediengeräte bewegt.

Termingetreue Realisierung

Wie in der Planung vorgesehen, konnte das WVZ III nach 17 Monaten auf den Tag genau in Betrieb gehen. Nach dem Spatenstich Anfang 2013 und dem Einbau der Regalanlage starteten im März 2014 die Tests. Im Oktober 2014 ging das WVZ III schließlich produktiv. „Es war eine sportliche Zeit für alle Lieferanten: Vom Start weg haben wir alle Termine gehalten. Das war meiner Meinung nach die beste und größte Leistung“, lobt Roland Dietz alle Beteiligten. Dies bestätigt auch TGW-Projektleiter Otmar Weiss: „Alle wichtigen Meilensteine wurden erreicht. Das Projekt wurde absolut termingerecht abgewickelt.“

... da waren es nur noch drei

Die innovative Lösung von TGW für die Reservehaltung bewirkte die Reduzierung der zuvor sieben auf nur noch drei externe Läger. Die Zentralisierung spart Wege, Zeit und Kosten. Ware aus dem Reservelager steht nun schneller für die Kommissionierung zur Verfügung.

Das Hochregallager ist außerdem für zukünftige Erweiterungen ausgelegt. Roland Dietz sieht Witt für die gegenwärtigen Aufgaben gut gerüstet und richtet den Blick nach vorn: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Anlage möglichst ausfallsicher läuft und dass wir auch im Nachgang durch TGW sehr gut betreut werden. Beide Seiten haben während des Projekts gut zusammengefunden. Es war eine gute Arbeit, ein sehr interessantes Projekt und es ist auch ein erfolgreiches Ergebnis. Das kann ich nur betonen.“

Kontakt: Josef Witt GmbH 92637 Weiden Tel.: 0 18 05 / 21 21 00 E-Mail: [email protected] www.witt-weiden.de

TGW Logistics Group GmbH 4600 Wels, Österreich Tel.: 00 43 / 7 24 24 86-0 E-Mail: [email protected] www.tgw-group.com

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