Lager- & Kommissioniertechnik
Werkzeuge gut aufgehoben
Automatisierte Ausgabesysteme helfen, Materialien effizienter zu verwalten, Kosten zu sparen und Fehlbestände zu vermeiden. In den USA arbeiten bereits 300 der Fortune-500-Unternehmen mit den Systemen des US-amerikanischen Anbieters Apex Supply Chain Technologies. Bei Oakley Die & Mold in Ohio dient die Schließfachlösung Axcess 6000 als Zolllager für kalibrierte Werkzeuge.

Im Werkzeug- und Formenbau ist Präzision alles. Hierbei geht es oft um kritische Toleranzen im Tausendstel Millimeter-Bereich. Um einwandfreies Arbeiten zu gewährleisten, müssen Werkzeuge regelmäßig kalibriert werden. Ein oft teures Unterfangen, wie auch das Unternehmen Oakley Die & Mold aus Mason im US-Bundesstaat Ohio berichten kann. Es ist weltweit als Spezialist für CNC-Bearbeitung, Präzisionswerkzeuge, Formenbau, Werkzeugreparatur und Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch anerkannt.
Als Vorsichtsmaßnahme schickte Oakley alle seine Geräte mehrmals im Jahr zur Kalibrierung ein. In vielen Fällen war diese Vorgehensweise jedoch nicht erforderlich, denn je nach Gerät gibt es sehr unterschiedliche Kalibrieranforderungen, die von einmal im Monat bis einmal im Jahr reichen können. Werden sie in diesem Zeitraum nicht verwendet oder beschädigt, kann eine Kalibrierung hinausgeschoben werden.
Oakleys „sicher ist sicher“ Grundsatz wurde immer teurer. Da bei einer Kalibrierung Kosten von umgerechnet 40 bis 185 Euro pro Werkzeug anfallen, führte dies zu hohen Gemeinkosten und unnötigen Verzögerungen.
Automatisierte Schließfachlösung

Der Wendepunkt kam, als sich Oakley vor einigen Jahren für eine automatisierte Asset Management Lösung von Apex Supply Chain Technologies entschied. Das Unternehmen wählte die automatisierte Schließfachlösung Axcess 6000. Dadurch konnten der Zugriff auf kalibrierte Werkzeuge beschränkt und Leihfristen gesetzt werden. Außerdem ist seither rund um die Uhr bekannt, wer ein bestimmtes Werkzeug in Gebrauch hat. Automatische Benachrichtigungen ermöglichen dabei, komplexe Kalibrierpläne einzuhalten.
„Der Axcess 6000 dient sozusagen als Zolllager für kalibrierte Werkzeuge“, erklärt Jim Goddard, Standortleiter bei Oakley. „Wird ein Messinstrument innerhalb seines festgelegten Kalibrierzeitraums nicht verwendet, können wir das nachweisen und brauchen es nicht zur Kalibrierung einzuschicken.“
Doch wie genau funktioniert das System? Rein äußerlich erinnert der Axcess 6000 an gängige Schließfachanlagen, wie sie etwa in Kaufhäusern oder Büchereien zu finden sind. Zahlreiche Fächer unterschiedlicher Größen geben mithilfe transparenter Türen den Blick auf ihren Inhalt frei.
Transparent und sicher verwahrt
Doch der Axcess 6000 ist deutlich smarter als eine herkömmliche Schließfachanlage. Zieht ein Mitarbeiter seine ID-Karte durch das Lesegerät oder gibt eine PIN ein, kann er das Werkzeug entnehmen, zu dem er befugt ist. Diese Daten werden dann per Internet an die Apex eigene Trajectory Cloud™ Plattform gesandt. Sie speichert, wer einen Artikel verwendet, für welche Aufgabe oder Funktion, und wann er zurückgegeben werden muss. Hat der Mitarbeiter seine Arbeit erledigt, legt er das Werkzeug einfach zurück in das Schließfach. Muss das Werkzeug repariert werden oder ist eine Kalibrierung erforderlich, wird dies in die Steuerung eingegeben und das Fach automatisch gesperrt. So kann das Werkzeug nicht versehentlich von einem anderen Mitarbeiter genutzt werden.
Apex Standort neu in Rüsselsheim
Apex-Gründer Kent Savage gilt international als Experte für Lieferkettentechnologie, Werksautomatisierung und fortschrittliche technische Lösungen für den Point of Use. Bereits seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit Ausgabesystemen. 2006 gründete er Apex. In den USA setzen schon viele namhafte Unternehmen auf Apex-Produkte, darunter Procter & Gamble, Pfizer, Daimler, FedEx und Unilever. Weltweit zählt Apex 15.000 Kunden. Nun will Apex auch den deutschen Markt aufrollen und hat dazu einen Standort in Rüsselsheim errichtet. Hier können potenzielle Kunden die verschiedenen Systeme kennenlernen, neben Actylus und Axcess auch die Serien Megastore, Edge und Solo. Diese können in der verarbeitenden und produzierenden Industrie ebenso eingesetzt werden wie im Gesundheitswesen, im Pharmabereich oder auch im Bergbau. „Wir liefern maßgeschneiderte Lösungen für die exakten Bedürfnisse eines Unternehmens“, sagt Kent Savage. Geräte, Verbrauchsmaterialien oder Sicherheitsausrüstungen sind mithilfe der Ausgabegeräte stets dort verfügbar, wo sie benötigt werden – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.
„Ohne die Axcess 6000-Schließfächer wäre die Verwaltung und Dokumentation der Gerätekalibrierung ein sehr arbeitsintensiver Prozess“, betont Jim Goddard. Dies erledigt sich nun quasi nebenbei. So konnte das Unternehmen die Kosten für Kalibrierungen verringern und Betriebsabläufe rationalisieren. Im Oktober 2014 konnte infolge der Optimierung des Qualitätsmanagements auch die angestrebte Zertifizierung nach ISO 9000 erreicht werden. „Durch die Verwaltung kalibrierter Anlagegegenstände können wir sicherstellen, dass die richtigen Instrumente gemäß den Spezifikationen unserer Kunden verwendet werden und wir können den Nachweis liefern, den unsere Kunden verlangen“, so Bob Beltz, Qualitätsmanager bei Oakley.
Werkzeuge verschwinden nicht mehr

Auch wird verhindert, dass häufig genutzte Werkzeuge in der Schublade eines Mitarbeiters landen, um sie später wieder zu verwenden, sie damit aber nicht den Mitarbeitern der nächsten Schicht zur Verfügung stehen. Das Unternehmen würde am Ende annehmen, dass das Werkzeug fehlt und ein neues kaufen – mit den entsprechenden betriebswirtschaftlichen Folgen. Mit dem Axcess 6000 ist hingegen immer bekannt, wo sich ein Werkzeug befindet, und das 24/7.
Intelligentes Behältersystem
Dies ist nur ein Beispiel für die Nutzung eines Ausgabesystems von Apex. Das Unternehmen hat mehrere Produktlinien für die verschiedensten Aufgabenbereiche entwickelt. Das Behältersystem Actylus etwa optimiert das Management von Kleinteilen. Actylus ist ein intelligentes, modular aufgebautes Kanban-System; ein variabel veränderbares Regal mit verschieden großen, offenen Behältern. Hochpräzise Waagen unter jedem Behälter messen ständig den Bestand. Wird eine kritische Menge erreicht, ergeht automatisch eine Nachbestellung an den entsprechenden Lieferanten. Das nachgelieferte Material muss später nur noch von einem Mitarbeiter aufgefüllt werden. Der Rest erfolgt automatisch. Inventuren, das platzintensive Horten von Vorräten oder teure Lastminute-Bestellungen werden überflüssig.
„Wir haben den Code geknackt“, sagt Apex-Gründer Kent Savage und verspricht, dass das System wirklich funktioniert. „Fehlbestände oder überflüssige Bestellungen gehören damit der Vergangenheit an. Unsere Kunden können dadurch Kosten sparen und effizienter arbeiten.“
Kontakt: Oakley Die & Mold Company Mason, Ohio 45040, USA Tel.: 0 01 / 5 13 / 7 54-85 00 E-Mail: [email protected] www.odm.com
Apex Supply Chain Technologies GmbH 65428 Rüsselsheim Tel.: 0 61 42 / 78 90 30 E-Mail: [email protected] www.apexsupplychain.com/de









