Lager- & Kommissioniertechnik
Optimierte Systemnutzung
Beim Bau von Staplern kommt es wie im Automobilsektor auf ein perfektes Zusammenspiel aller Beteiligten Komponenten an. Auch das Kransystem darf da nicht aus der Reihe tanzen.
Wirtschaftlichkeit und eine hohe Leistungsfähigkeit zeichnen die E-Staplerserien von Linde Material Handling aus. Auf leistungsfähige Systeme und flexible Fertigungsstrukturen setzt Linde bereits bei der Montage dieser Flurförderzeuge.
Neben Fahrerlosen Transport Systemen (FTS) und Brückenkranen nutzt der Staplerhersteller überwiegend das Demag Leichtkransystem KBK, mit dem sich dank zahlreicher Bauteile maßgeschneiderte Lösungen realisieren lassen. Für diese Lösungen nutzt Linde auch Kombinationen aus KBK Aluminium- und Stahlprofilen und hat die Kransysteme intelligent mit der Prozesssteuerung verbunden.
Start der Stapler-Produktionslinie ist in der Vormontage: Hier nehmen die Werker mit einem 4 t-Deckenkran vom Typ EPDE Gegengewichte auf, drehen sie mit einer Wendeeinrichtung und positionieren sie auf dem bereitstehenden FTS-Fahrzeug. Eine Feststelleinrichtung begrenzt den Drehwinkel des Hakens und sichert damit zuverlässig die dauerhafte Stromversorgung der darin eingehängten Wendeeinrichtung. Die Bedienung sämtlicher Funktionen erfolgt über den Demag-Steuerschalter DST.
Durch die an der Deckenkonstruktion abgehängte Kranbahn bleibt der Boden frei von zusätzlichen Bahnstützen, wodurch Platz für die Montage und Flexibilität in den Prozessen gesichert werden. Ebenso an der Deckenkonstruktion abgehängt sind die direkt unter den Deckenkranen installierten KBK-Hängekrananlagen. An dem Bahnpaar verfahren zwei KBK-Einträger-Hängekrane mit Demag-Kettenzügen DC-Pro, mit deren Hilfe das Montagepersonal weitere Komponenten wie Lenkachsen, Onboard-Lader und Spannungswandler einsetzt. An einem dieser handverfahrbaren Krane ist zusätzlich ein Bearbeitungstableau mit Schraubertechnik installiert, das aus ergonomischen Gründen an einem KBK-Fahrwerk verfährt.
Durch die Nutzung von KBK-II-R-Profilen mit integrierter Schleifleitung als Kranträger ist eine leitungsfreie Stromversorgung der Kettenzüge und des Bedientableaus gewährleistet. Die an den systemeigenen KBK-II-Lastfahrwerken angekoppelten Stromabnehmerwagen greifen die Energie von den Schleifleitungen ab. Diese KBK-II-R Profile mit integrierter Schleifleitung kommen bei Linde Material Handling auch als Kranbahnen für die Montage- und Vorbereitungslinien zum Einsatz. Damit wird die Energieversorgung bis zu den Kranbrücken ohne jegliche Schleppleitung realisiert, was ein erhöhtes Maß an Flexibilität schafft. Insgesamt acht parallele Kranbahnen, die - auch im Hinblick auf veränderte Anforderungen - in identischer Höhe abgehängt sind, überziehen den gesamten Fertigungsbereich.
Über der 3,50 m breiten Montagelinie und den seitlichen Bereitstellungszonen verlaufen zwei Kranbahnen mit einem Abstand von 8 m. Ein Längenmaß, bei dem das Linde-Planungsteam ergonomische Einschränkungen aufgrund der Größe der dort von Hand verfahrbaren Einträger-Hängekrane vorhersah. So entschied man sich, zwei weitere Kranbahnstränge zwischen diesen Profilen zu installieren. Mit dieser versetzten Anordnung ließen sich Kranbrücken mit einer maximalen Länge von 6 m einhängen, die im Wechsel die Bereitstellungszonen links oder rechts sowie die mittige Montagelinie überkranen. Ein weiterer Kran, der ein Prägegerät für das Anbringen der Fahrgestellnummern aufnimmt, nutzt die beiden Innenbahnen mit einer Spannweite von 4 m.
Überwachung der Montagetakte Über der Montagelinie verfahren zehn Hängekrane, von denen vier in Zweiträger-Bauweise ausgeführt sind, und die mit elektrischen Reibradfahrantrieben komfortabel verfahren werden. Mit ihrer Hilfe übernehmen die Werker die seitlich der Montagelinie bereit gestellten Einbaumodule, deren Gewicht über 15 kg beträgt. Nach einer definierten Taktzeit setzen sich die FTS-Fahrzeuge wieder in Bewegung und fahren jeweils fünf Meter vor bis zur nächsten Taktstation. Um diesen Taktvorgang zu starten, müssen alle Katzen aus der Mitte der Montagelinie bis zum Ende der Kranbrücke verfahren sein. Dieser Ausrückvorgang wird über Fahrendschalter überwacht, die an jeder Kranbrücke installiert sind. Die Signalübertragung erfolgt mit Hilfe der Demag-Schleifleitung DCL an die Zentralsteuerung. Von dort aus werden an jedem Arbeitsplatz per Ampelleuchten die aktuellen Zustände signalisiert. Erst wenn alle Katzfahrwerke ausgerückt sind und damit alle Ampeln auf Grün stehen, kann ein neuer Takt gestartet werden.
Um dem Montagepersonal die tägliche Arbeit weiter zu erleichtern, entschieden sich die Werksplaner von Linde Material Handling für Kranbrücken mit geringerem Eigengewicht - gefertigt aus dem Aluminiumprofil Aluline 180. Damit nutzten sie eine Stärke des Leichtkransystems KBK: Die Aluminiumprofile sind mit den Kranbahnen aus Stahlprofilen kombinierbar. Parallel zu der Montagelinie wurden weitere Arbeitsplätze für die Vormontagen eingerichtet. Dort werden z. B. Sitzhauben oder Druckspeicher für die Bandmontage vorbereitet. Auch hier profitiert das Personal bei den handverfahrbaren Kranen von leichteren Kranbrücken aus Aluminium, die ebenfalls in Kranbahnen aus Stahlprofilen verfahren.

Für die Zukunft gerüstet Nach der Einarbeitungsphase des Montagepersonals in die Takteinheiten plant Linde im kommenden Jahr die Umstellung auf eine Fließfertigung. Dabei durchlaufen die FTS kontinuierlich mit geringer Geschwindigkeit die einzelnen Takte ohne Zwischenstopp. Auch die Krantechnik ist durch die installierte Übertragungstechnik bereits für die Montage bei stetigem Materialfluss vorbereitet. Dazu lassen sich - sobald eine Komponente in das Fahrzeug eingefügt wurde - die für die Kranfahrt eingesetzten Reibradfahrantriebe auskuppeln und der Kran wird durch die formschlüssige Verbindung langsam mitgezogen.
Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de
Demag Cranes & Components AG, E-Mail: [email protected], www.demagcranes.de









