Lager- & Kommissioniertechnik

Materialfluss Technik-Trend: Handeln, bevor es brennt

Jährlich gehen in Deutschland Millionenwerte an Gewerbeimmobilien in Flammen auf. Viele dieser Brände müssten nicht sein, hätte man im Vorfeld sinnige Brandschutzkonzepte erarbeitet und umgesetzt. Wir haben uns auf dem Markt der Brandschutzanlagen umgesehen. Laut Allianz-Risk Barometer 2015 stehen Feuer und Explosion auf Platz drei der Toprisiken für Unternehmen. Es ist gar nicht so selten, dass man in den Nachrichten hört, dass wieder eine Lagerhalle oder ein Industriebetrieb den Flammen zum Opfer gefallen ist. Verletzte gibt es zum Glück eher selten aber die entstandenen Schäden sowie die Folgekosten bewegen sich häufig im Bereich von mehreren zehntausend Euro oder gehen gar in den sechsstelligen Bereich. Trifft es einen größeren Logistik-Standort ist das Risiko eines Betriebsstillstandes groß und Verzögerungen entlang der Lieferkette bleiben nicht aus. Daher muss man sich die Frage stellen: Wurde wirklich alles getan, um den Brand zu vermeiden? Und: War der Brandschutz der Anlage auf dem neuesten Stand?

Foto: Davis – Fotolia.de
Foto: Davis – Fotolia.de

Die Wahl des Löschmittels hängt von der Lagerware ab

Feuer kann man mit Wasser löschen, wie jedes Kind weiß. Je nach Größe des Schutzbereiches und den Eigenschaften der Lagerware lässt sich die Brandbekämpfung mit Hilfe von Wasser jedoch bereits im Vorfeld ausschließen. Als Alternative setzen Entscheider in solchen Fällen auf eine Inertgas- Löschanlage. Solche Systeme sind für die Verwendung im Umfeld empfindlicher Teile prädestiniert, da Inertgase nahezu rückstandsfrei löschen und keine nennenswerten Schäden am sensiblen Lagergut verursachen. Die Basis dieser Art des Löschvorgangs stellt der Sauerstoffentzug in der Brandumgebung dar. Inertgase wie Stickstoff, Argon oder auch Gemische aus diesen beiden Gasen, sind zudem elektrisch nicht leitend. Darüber hinaus treten sie im Gegensatz zu chemischen Löschmitteln bereits gasförmig aus den Düsen aus und müssen keinen Umweg über eine Verdampfungsanlage nehmen. Um eine schonende und dennoch wirksame Löschwirkung sicherzustellen, sollte seitens des Errichterbetriebes die Positionierung der Löschdüsen im Vorfeld genau bestimmt werden.

Anzeige

Brandschutzkonzepte sind Pflicht, keine Kür

In Industrieumgebungen sind laut Roland Küsters von der Imtech Brandschutz GmbH passgenaue Brandschutzanlagen inklusive geeigneter Löschtechniken daher die Pflicht und keine Kür, um ein adäquates Schutzniveau zu erzielen: „Insbesondere im Logistikbereich, wo teils hohe Sachwerte gelagert werden oder dem Kunden „just in time“ zur Verfügung gestellt werden müssen, nimmt die Vermeidung von Betriebsunterbrechungen einen wichtigen Stellenwert ein. Deshalb empfiehlt es sich, die verschiedenen Brandrisiken sorgfältig zu analysieren und auf Basis der Erkenntnisse ein maßgeschneidertes Brandschutzkonzept zu entwickeln. Oftmals ergibt sich daraus die Einsicht, dass standardisierte Löschlösungen nicht ausreichend sind und der Einsatz von Sonderlöschanlagen erforderlich ist.“

Besondere Vorsicht bei hoher Lagergutdichte

Besonderes Augenmerk gelte etwa Paternoster-Regalsystemen. „Da es sich um ein geschlossenes System mit hoher Lagergutdichte handelt, können sich Brände schnell ausbreiten und großen Schaden verursachen. Im Gegensatz zu konventionellen Lagerumgebungen, die in der Regel mit Hilfe von Sprinkleranlagen geschützt werden, stellen solch spezielle Regalsysteme einen höheren Anspruch an die Auswahl geeigneter Löschlösungen. Ein Mehr an Sicherheit bieten bei Paternosterregalen integrierte Löschanlagen in Kombination mit ausgeklügelten Detektionssystemen. Auf diese Weise werden Brände frühzeitig erkannt und die unmittelbare Löschung ist möglich. Um eine kontinuierliche Kontrolle des Schutzbereiches zu gewährleisten, ist der Einsatz eines Rauchansaugsystems oder eines Rauchmelders unabdingbar. Gekoppelt mit einer Brandmeldeanlage wird der Betreiber optisch und akustisch alarmiert, sobald Aerosole innerhalb des Paternostersystems detektiert werden.“

Dem Brand „die Gurgel zudrücken“

Inertgas
Imtech empfiehlt Inertgas vor allem bei sensibler Lagerware.

Brandschutzexperte Wagner weist vor allem auf den gestiegenen Grad an Technik in automatisierten Regallagern und das erhöhte Brandrisiko in diesen Bereichen hin. Dies wird zusätzlich durch die großen Mengen an leicht brennbaren Verpackungsmaterialien und die trockene Luft im Lagerbereich begünstigt. Einen Brand erst gar nicht entstehen zu lassen ist daher die beste Möglichkeit, Unternehmen effektiv vor Brandgefahren sowie Folgeschäden zu schützen. Das hat Wagner schon vor langer Zeit erkannt und das aktive Brandvermeidungssystem unter dem Markennamen OxyReduct, entwickelt. Das Prinzip dieser Lösung ist denkbar einfach: Ein Brand benötigt für die Entstehung und Entwicklung neben Wärme und Brennstoff vor allem Sauerstoff. Reduziert man die Sauerstoffkonzentration innerhalb eines Schutzbereiches, wird einem möglichen Brand praktisch die notwendige „Luft zum Atmen“ entzogen. Das erreicht das OxyReductSystem indem es kontrolliert Stickstoff in den jeweiligen Schutzbereich einleitet. Zum Einsatz kommt das System in dem neuen, 2013 in Betrieb genommenen Tiefkühlhochregallager von KLM, in dem Tiefkühlkost und Speiseeis für den Im- und Export gelagert, kommissioniert und konfektioniert werden. Mit einem Gesamtvolumen von rund 380.000 m3 bietet das neue Lager Platz für 68.400 Paletten und ist damit das derzeit größte, vollautomatisch betriebene Tiefkühlhochregallager Deutschlands. Durch mögliche Kabelbrände, Überhitzungen an Fördermotoren oder technische Defekte an Kälteanlagen kann es auch in einem solchen Lager zum Brandfall kommen. Dank OxyReduct entsteht jedoch eine Atmosphäre, in der sich der Brand nicht entwickeln kann.

Klassische Sprinkler für alle Fälle

Bei allem Hightech: Man sollte auch die klassischen Sprinkler nicht außer Acht lassen. Bei der Fire Protection Solutions c/o Calanbau Brandschutzanlagen GmbH werden diese zum sofortigen Innenangriff direkt in die Regale eingebaut. Der dort installierte Sprinkler kann im Brandfall punktgenau löschen. Das Feuer wird sofort unterdrückt und kann nicht auf andere Sektoren überspringen. Die Anordnung der Sprinkler erfolgt abhängig von Lagergut und Risiko. In der Regel werden hängende, schnellauslösende Sprinkler installiert, die bei 68 °C auslösen. Martina Diehn

Kontakt: Imtech Deutschland GmbH & Co. KG D-22041 Hamburg Tel.: 0 40 / 6 94 90 E-Mail: zentrale@imtech.de www.imtech.de

Fire Protection Solutions c/o Calanbau Brandschutzanlagen GmbH D-31157 Sarstedt Tel.: 0 50 66 / 8 08-0 E-Mail: info@calanbau.de www.calanbau.de

Wagner Group GmbH D-30853 Langenhagen Tel.: 05 11 / 9 73 83-0 E-Mail: info@wagner.de www.wagner.eu

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Stapler & Komponenten

Service macht den Unterschied

Eine außerordentliche Serviceleistung ist für die Hamburger Still GmbH viel mehr als ein unternehmerisches Markenzeichen. Sie ist ein wichtiger Differenzierungsfaktor, mit dem sich Still als einer der führenden Anbieter maßgefertigter...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite