Förder- & Hebetechnik

Perfekt kommissionieren

Keine Fehler in der Kommissionierung - das schafft Zimmer mit seiner neuen, vollautomatischen Multishuttle-Anlage. So entstand ein Projekt mit Vorbild-Charakter.

Lagerhaltung zentralisieren, Prozesse automatisieren, Durchsatz und Flexibilität erhöhen sowie absolute Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit in der Kommissionierung - die Ziele waren klar formuliert, als die Zimmer International Logistics GmbH (ZIL) die Planungen für ihr neues Logistikzentrum in Eschbach aufnahm.

Da man sich Fehler in der Kommissionierung oder Distribution nicht erlauben könne, entschied ZIL sich auch bei der Auftragsvergabe für die Intralogistik des neuen Logistikzentrums für eine qualitativ hochwertige Lösung. „Wir suchten nach einer Technologie und Lösung, die wir in allen unseren Lägern weltweit einsetzen können“, sagt Thino Baumer, Logistikleiter bei ZIL. „Für Automatik-Lösungen gibt es überhaupt nur drei weltweit tätige Anbieter. Wir haben hinsichtlich der Systemauswahl und der Konzeption die innovativste Lösung gewählt. Die bot uns die Dematic GmbH mit einem überzeugenden Materialfluss-Konzept, dem ausbaufähigen Multishuttle-System sowie Fördertechnik und Software aus einer Hand.“

Nach einem Anbietervergleich wurde die Dematic als Generalunternehmer für die Intralogistik mit der Planung, Konzeption und Umsetzung des Projektes betraut. Inklusive Materialflusskonzept, Fördertechnik und speziell gestalteter Arbeitsplätze erstellten die Intralogistik-Spezialisten eine der weltweit innovativsten Multishuttle-Anlagen innerhalb von nur gut einem halben Jahr.

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„Dematic-Wettbewerber boten uns klassische AKL-Lösungen an“, begründet Baumer den Zuschlag. „Mit dem Multishuttle-System ist die Anlage jetzt wesentlich kompakter und weist höhere Leistungsdaten aus. Zudem ist die innovative Lösung problemlos skalierbar - und sie war kostengünstiger als herkömmliche AKL-Anlagen.“

Tatsächlich gilt das inzwischen mehrfach ausgezeichnete Multishuttle von Dematic als eine der innovativsten Kompaktlager-Lösungen für automatische Behälterlagerung und Kommissionierung nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip. Das System basiert auf den Komponenten Regal, schienengeführtes Shuttle, Fahrschienen und Steuerung. Die Shuttles werden von einem Lift in die entsprechende Ebene gehoben. Innerhalb dieser Regalebene fährt das Shuttle auf einer Fahrschiene vor den Lagerplatz der auszulagernden Ladeeinheit. Dazu fährt das Lastaufnahmemittel (Teleskop) seitlich neben die Behälter in das Regal. Zur Aufnahme der Behälter wird ein Finger-System ausgeklappt, mit dem die Behälter auf das Shuttle gezogen werden. Die Lastabgabe funktioniert in umgekehrter Reihenfolge.

Das Shuttle verfährt den aufgenommen Behälter zum Lift am Gassenende. Dieser hebt oder senkt das Shuttle mit samt der Ladeeinheit zu einer der beiden Ein- und Auslagerebenen. Dort wird die Ladeeinheit auf die Auslagerfördertechnik übergeben. In einem nächsten Vorgang kann das Shuttle dann von der Einlagerfördertechnik auf der gegenüberliegenden Seite des Liftes eine neue Ladeeinheit zur Einlagerung aufnehmen. Nach Übergabe der Ladeeinheiten auf die Fördertechnik werden die Behälter zu den Kommissionierplätzen transportiert. Ein Fördertechnik-Umlauf führt die Behälter nach der Kommissionierung zurück zur Einlagerebene.

Durch die Entkopplung und Parallelisierung von Einlagerungs-, Auslagerungs- und Transportprozessen bietet das Multishuttle damit gegenüber marktüblichen Systemen ein deutlich erhöhtes Leistungsvermögen sowie eine deutlich erhöhte Kommissionier- und Einlagerleistung. Wegezeiten entfallen vollständig. Die modulare Konzeption und Variation der einzelnen Kanal- oder Fahrstrecken-Längen ermöglicht es zudem, das Kompaktlager beliebig an vorhandene Baukörper anzupassen und es bei Bedarf flexibel zu erweitern.

Weil die Shuttle-Fahrzeuge außerdem autonom operieren können, sind sequenzierte Prozessabläufe möglich. Auf diese Weise lassen sich Umschlagleistungen erzielen, die weit über der von konventionellen AKL liegen. Die integrierten Sicherungssysteme sorgen zudem für eine Null-Fehler-Kommissionierung. „Mit der eingesetzten Technik und dem hohen Automatisierungsgrad gehört unser Distributionszentrum jetzt zu den modernsten seiner Art“, erklärt Baumer. „Das hohe Leistungsvermögen - unterstützt durch ergonomische Arbeitsplätze - stellt die Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit unserer Lieferungen sicher, die unsere anspruchsvollen Kunden von uns erwarten.“

Für das Logistikzentrum erstellte der Generalunternehmer ein Lösungskonzept. Im August 2008 begannen die Installation der Hardware sowie das Einspielen und die Kopplung des Materialflussrechners und des Lagerverwaltungssystems von Dematic an das übergeordnete SAP-System. Bereits Mitte April 2009 konnte das Logistikzentrum den Netzbetrieb aufnehmen. Im Juni, Juli und August wurden bei laufendem Betrieb drei Außenlager aufgelöst und integriert. Inzwischen erfolgt von Eschbach aus die Belieferung der Kunden in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten - für Deutschland und die Schweiz über Nacht.

1,5 Mio. Artikel vorrätig

24.000 Teile im Wareneingang, 11.000 im Warenausgang werden von den 80 Mitarbeitern in Eschbach gegenwärtig pro Tag bearbeitet. Rund 1,5 Mio. Artikel sind in dem ZIL-Logistikzentrum vorrätig verfügbar - das Gros gelagert in der vollautomatischen Multishuttle-Anlage, dem Herzstück der Intralogistik. Dazu wird der palettierte Wareneingang an Endprothesen und Instrumenten erfasst und auf die Fördertechnik abgepackt. Sie führt die Pakete an sechs Arbeitsplätze. An zwei übereinander gelagerten Förderstrecken werden die Artikel dort von der oberen Förderstrecken in Behälter auf Tischhöhe umgepackt, durch Scanning mit dem Behälter verheiratet und durch einfaches Vorschieben an die untere Förderstrecke übergeben. Dabei sind Behältergröße, Artikel- und Gesamtgewichte im IT-System hinterlegt, das den Mitarbeitern für die jeweiligen Artikel bestimmte Behälter zur Befüllung vorgibt.

Über ZIL

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Die Zimmer Holding mit Hauptsitz in Warsaw, Indiana (USA), ist in Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Implantaten der Wiederherstellungs- und Unfallchirurgie das weltweit führende Orthopädie-Unternehmen. Zimmer International Logistics GmbH (ZIL) ist die für die europaweite Logistik zuständige Konzerntochter. Logistik, das zeigt die Präsenz von ZIL, wird innerhalb des Konzerns als Kernkompetenz wahrgenommen. „Mit unseren Endprothesen und Operationsinstrumenten liefern wir sensible Produkte, die in engen Zeitfenstern - meist über Nacht - in den Operationszentren zur Verfügung stehen müssen“, erläutert Karl Schee, Director Supply Chain EMEA bei ZIL. „Fehler in der Kommissionierung oder Distribution können wir uns nicht erlauben.“

Zimmer Germany GmbH, E-Mail [email protected], http://www.zimmergermany.de

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