Förder- & Hebetechnik
Nachhaltig von A bis Z
Für intralogistische Systeme ist Energieeffizienz ein wichtiges Entscheidungskriterien. Dabei beschränkt sich der Betrachtungszeitraum meist ausschließlich auf die Nutzungsphase. Aber ist damit dem Thema „Nachhaltigkeit“ hinsichtlich der Umweltauswirkungen bereits Genüge getan?
Als einer der größten Anbieter von intralogistischen Anlagen fühlt sich Vanderlande Industries verantwortlich für den rücksichtsvollen Umgang mit allen begrenzt verfügbaren Ressourcen. Und dies nicht nur in der Nutzungsphase, sondern auch in der Herstellungs- und Entsorgungsphase. Aus diesem Grunde wurde zunächst die Greenveyor-Serie entwickelt, deren Förderer den Energieverbrauch im Betrieb um bis zu 40 Prozent senken können. Daran anschließend ging eine Blueveyor-Serie in Produktion, die neben dem reduzierten Energieverbrauch auch eine Senkung der Umweltbelastung in der Vor- und Nachkette im Fokus hat.
Die Blueveyor-Serie unterliegt dem Cradle to Cradle-Prinzip; zu Deutsch: „von der Wiege zur Wiege“. „Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit“, betont Martijn van der Lande, General Manager Vanderlande Industries Northamerica. „Dadurch kommen wir nicht nur den Anforderungen unserer Kunden nach, sondern wir streben nach geeigneten Innovationen und Verbesserungen, die kosteneffektiv in neuen als auch bestehenden Systemen umgesetzt werden können. Aus diesem Grunde fühlen wir uns dem Cradle to Cradle-Prinzip der EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency), dem internationalen Forschungs- und Beratungsinstitut von Prof. Dr. Michael Braungart, welches sich der Verbesserung des Nutzwertes von Produkten und deren Ökobilanz verschrieben hat, verpflichtet.
Im Mai des vergangenen Jahres wurde der Blueveyor mit dem Cradle to Cradle-Zertifikat in Silber ausgezeichnet. „Dieses Zertifikat ist ein wichtiger Schritt auf unserer Reise, Produkte zu entwickeln und zu erschaffen, die zu eindeutig definierten Materialströmen beitragen und giftige oder gesundheitsgefährdende Materialien – wann immer möglich – eliminieren“, so Michiel Peters, CEO von Vanderlande Industries. Die Cradle to Cradle-Produktzertifizierung ist ein unabhängiges Umweltzertifizierungsverfahren für Materialien und Produkte, dass die Gesamtauswirkungen eines Produktes auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bewertet. Vanderlande Industries ist der erste Anbieter von Materialflusssystemen, der diese Auszeichnung von der gemeinnützigen Organisation Cradle to Cradle Products Innovation Institute erhalten hat.

In der Praxis bedeutet dies, dass Systeme von Vanderlande Industries zum einen auf dem intelligenten Einsatz von Materialien und zum anderen auf ebenso intelligenten Konzepten für die Demontage basieren, um eine Wiederverwendung der Materialien nach Ende der Anlagenlaufzeit zu begünstigen. Dazu werden beispielsweise keine giftigen Lacke oder Kleber verwendet, alle eingesetzten Materialien auf Kunststoffbasis sind wiederverwendbar und Stahlteile bleiben unlackiert.
Vorbildlich umgesetzt wurde dieser ganzheitliche Ansatz in dem Projekt DPD im niederländischen Veenendaal, dem so genannten DPD Holland Hub. Dies zählt zu den ersten Depots, die sich in eigenem Besitz von DPD befinden. Dadurch bestand die Möglichkeit, den Umweltaspekten bei der Errichtung besondere Beachtung zu schenken. Als Logistikdienstleister trägt DPD besondere Verantwortung für den Umweltschutz.
Die Lage des Hubs war eine der ersten wesentlichen Entscheidungen. Die Zentralität von Veenendaal ermöglicht kurze Transportstrecken für die Fahrzeuge und somit geringeren CO2-Ausstoß. Auch das Verwaltungsgebäude wurde unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit entworfen, so dass Klimatechnik, Isolierung und Solarenergie besondere Beachtung fanden.
In Kombination mit dem Crossorter 1500 von Vanderlande Industries, der als erster Sorter ebenfalls auf dem Cradle to Cradle-Prinzip basiert, wurde das DPD Holland Hub die revolutionärste Einrichtung seiner Branche in den Niederlanden.
„Unser Erfolg liegt darin, das Richtige zu tun“, sagt Michael von Ooijen, CEO DPD Niederlande. „Durch das Holland Hub sind wir in der Lage, unsere Kapazität zu steigern und gleichzeitig Umwelteinflüsse bewusst zu minimieren. Mit dem Crossorter 1500 können wir maximale Flexibilität, Förderbarkeit und Zuverlässigkeit realisieren und gleichzeitig ökonomisch und umweltbewusst denken.
Der bewusste Einsatz von Materialien ist für Vanderlande Industries von äußerster Wichtigkeit. Daher ermöglichen und fördern wir die Wiederverwendung von Materialien zum einen durch ein Design, das eine einfache Demontage der Anlagen nach der Nutzungsphase berücksichtigt und zum anderen durch die Nutzung einheitlicher Werkstoffe. Dadurch konnten allein beim Crossorter 1500 folgende Verbesserungen erzielt werden: 99 % aller eingesetzten Materialien sind einfach zu demontieren und recycelbar. 90 % aller eingesetzten Materialien sind umweltfreundlich.
Energieverbrauch minimiert
Hier schließt sich der Kreis und der Cradle to Cradle-Zyklus wird fortgesetzt. Gleichzeitig wird ebenfalls der Energieverbrauch minimiert. Bereits in der Nutzungsphase besticht der Crossorter 1500 als Vorreiter in dieser Disziplin durch eine um 80 Prozent bessere Energieeffizienz als konventionelle Antriebstechnologien bei Quergurtsortern.
Getreu dem Prinzip „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, wird nun ebenfalls in Deutschland das neue DPD Hub in Erftstadt mit zwei Crossorter 1500 mit einer Länge von insgesamt 900 m und einer Leistung von über 15.000 Paketen je Betriebsstunde ausgerüstet.
Stichwort Cradle to Cradle
Das Cradle to Cradle-Konzept beschreibt eine Form der Ressourcennutzung. Angelehnt an dem Nährstoffzyklus der Natur, in dem „Abfälle“ eines Organismus von einem anderen genutzt werden, sollen in der Produktion Materialströme so geplant werden, dass Müll vermieden und Energie so effizient wie möglich genutzt wird. Das Cradle to Cradle-Konzept wurde 2002 von Michael Braungart und William McDonough entwickelt. Allerdings ist es nicht konform mit der ISO 14.000, da es eine kritische Nachprüfung eines unabhängigen Gutachters nicht vorschreibt.
Vanderlande Industries GmbH, E-Mail: [email protected], www.vanderlande.com









