Künstliche Intelligenz

dpa/Annina Schopen,

Umfrage: Mehrheit sorgt sich um Folgen der KI

Künstliche Intelligenz gilt als Revolution in der Arbeitswelt, laut ifo-Institut hat sich der Anteil der KI-nutzenden Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr auf 27% verdoppelt. Doch eine Allianz-Umfrage zeigt auch: viele Menschen sind skeptisch, sorgen sich um Jobs und fürchten eine wachsende Ungleichheit.

© Oliver Berg/dpa

Künstliche Intelligenz (KI) schürt einer Umfrage des Kreditversicherers Allianz Trade zufolge die Angst um Arbeitsplätze. So erwarten 47 Prozent der Befragten in Deutschland, dass KI die Zahl der Jobs verringern wird, wie es in der Befragung heißt. Nur 35 Prozent gingen davon aus, dass durch sie mehr Arbeitsplätze entstehen. Allianz Trade befragte nach eigenen Angaben vom 26. April bis zum 13. Mai fast 6300 Menschen ab 18 Jahren in sechs europäischen Ländern - jeweils 1020 Deutsche und Franzosen, 1172 Österreicher, 1021 Italiener, 1032 Polen und 1006 Spanier. In der Betrachtung aller Länder liege der Anteil der um Jobs besorgten Menschen bei 46 Prozent, der jener Menschen mit dem Glauben an zusätzliche Arbeitsplätze bei 33 Prozent.

Noch größer als die Angst um die Arbeitsplätze ist laut der Erhebung die Sorge um eine zunehmende Ungleichheit. So glauben 53 Prozent der befragten Deutschen, dass mit der weiteren Verbreitung von KI die Gebildeten und Intelligenten immer schlauer würden, während der Rest zurückbleibe. Nur ein Viertel der Befragten zeigte sich demnach optimistisch. Im Gesamtschnitt aller sechs Länder lägen die Werte bei 51 zu 21 Prozent. Generell sähen die Menschen in diesen Ländern mehr Risiken als Chancen bei der KI - und zwar mit 36 zu 21 Prozent.

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Hilft KI gegen den demografischen Wandel?

„Die Bevölkerung in vielen europäischen Ländern ist von dem schnellen Umbruch verunsichert und in der Folge skeptisch“, sagt der Leiter Versicherung, Vermögen und ESG bei Allianz Research, Arne Holzhausen. Dabei erwarteten Experten erhebliche positive wirtschaftliche Auswirkungen. „Der Schlüssel liegt nicht darin, Mitarbeiter durch KI-Tools zu ersetzen, sondern KI zur Ergänzung und Erweiterung ihrer Fähigkeiten einzusetzen“, betont Holzhausen. Dies erfordere jedoch Investitionen in Umschulungen, Weiterbildung und die Vorbereitung der Beschäftigten auf neue Arbeitsformen.

Angesichts des Fachkräftemangels könnte die KI sogar zu einem Glücksfall werden, so Holzhausen. Denn die Entwicklung der KI falle mit dem demografischen Wandel zusammen, das heißt mit der Alterung der Bevölkerung und dem Schrumpfen des Arbeitskräftepotenzials, was in vielen Sektoren zu einem Arbeitskräftemangel führen könnte. „Durch die Steigerung der Produktivität und die Automatisierung von Routineaufgaben könnte die KI (...) helfen, dieser drohenden Herausforderung zu begegnen.“

ifo Institut: Mehr Unternehmen nutzen KI

Laut ifo-Institut setzt die deutsche Wirtschaft inzwischen stärker auf Künstliche Intelligenz. Gegenwärtig nutzen demnach 27 Prozent der Unternehmen KI. Im Vorjahr waren es noch 13,3 Prozent. Für rund jedes fünfte Unternehmen ist KI gegenwärtig kein Thema. 17,5 Prozent planen, KI in den kommenden Monaten einzusetzen. „Die Entwicklung wird sich vermutlich noch beschleunigen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Die Firmen erwarten, dass der Einsatz von KI ihre Produktivität um mehr als 10 Prozent erhöht.“

In nahezu allen Branchen habe die Anzahl der Unternehmen zugenommen, die KI in ihren Unternehmensprozessen einsetzen. Das berichteten mehr als 33 Prozent in der Autobranche, Elektronikindustrie, Pharmabranche, sowie Textil- und Bekleidungsindustrie. Bei den Dienstleistern stechen insbesondere die Werbung und Marktforschung (72 Prozent) sowie IT-Dienstleister (rund 60 Prozent) hervor. Im Handel nutzen aktuell 22 Prozent der Firmen KI. Lediglich 11,6 Prozent sind es im Baugewerbe. Die Skeptiker, die derzeit keine Anwendungsmöglichkeiten sehen, finden sich insbesondere im Bausektor (rund 42 Prozent) und in der Gastronomie (40 Prozent).

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