Software & Ident
Doppelte Leistung
Die M&S Armaturen GmbH punktet gegenüber dem Wettbewerb mit einem hohen Bestand an Rohmaterial und Fertigwaren - eine hohe Verfügbarkeit ist damit gewährleistet. Aber nur, wenn die Logistik stimmt. Dafür sorgt ein automatisches Lagersystem.

Anlagenbauer, Händler, Montageunternehmen - bei allen geht der Trend dahin, den eigenen Lagerbestand weiter zu reduzieren. Das bedeutet aber auf der anderen Seite: Die Hersteller von Bauteilen und Komponenten müssen eine immer effizientere Logistik aufbauen. Denn die Endkunden erwarten weiterhin, dass die Produkte schnellstmöglich geliefert werden. Diese Erfahrung macht auch die M&S Armaturen GmbH mit Sitz im ostfriesischen Friedeburg. Das 1983 gegründete mittelständische Unternehmen fertigt mit rund 220 Mitarbeitern an drei Produktionsstandorten Edelstahl-Armaturen sowie unterschiedliche Sonderteile für die Getränke- und Lebensmittelindustrie, die chemische Industrie sowie für die Anbieter pharmazeutischer und kosmetischer Produkte.
Christof Maas, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens: „Will man in diesem schnelllebigen Geschäft mit dabei sein, ist eine gute Aufstellung wichtig. Doch wir hatten unsere Grenzen erreicht - wir hatten keine Lagerkapazitäten mehr frei und haben es nicht mehr geschafft, unsere Produkte innerhalb eines Tages zu versenden.“ M&S konnte seinen Vorteil, einen in dieser Branche außergewöhnlich hohen Vormaterial- und Fertigteil-Bestand zu haben und damit die Waren schnell verfügbar zu machen, nicht mehr ausspielen; das bisherige manuelle Lager erwies sich immer mehr als Flaschenhals. Hier lagerten auf 1.800 m² rund 13.000 Artikel - Rohmaterial wie auch Fertigprodukte, vom T-Stück bis zum Sicherheitsventil. „Mit dem manuellen Lager konnten wir allerdings unseren Kunden nie unsere Stärke vermitteln, also den hohen Warenbestand und damit die schnelle Verfügbarkeit der Produkte“, erklärt der Geschäftsführer.
Ein neues Logistikkonzept musste also her. Zum Einsatz kam bei M&S ein speziell für kleinere und mittlere Lager konzipiertes System, das Hardware aus dem Baukasten plus ein vorkonfiguriertes Softwarepaket umfasst. Regaltechnik, Regalbediengeräte und Fördersysteme bestehen dabei aus Standardkomponenten. Die Software viad@tONE ist vorkonfiguriert und beinhaltet eine integrierte Lagerverwaltung, Materialfluss-Steuerung und Anlagen-Visualisierung. Das Softwarepaket beherrscht die für kleine Lager typischen intralogistischen Grundfunktionen.
Tablarlager mit 5.200 Plätzen
Das neue Hochregallager besteht heute aus zwei Sektionen: Die erste Sektion ist ein zweigassiges Tablarlager mit 5.200 Stellplätzen. Zwei Regalbediengeräte vom Typ viaspeed mit Tablarverschiebeeinrichtung transportieren die Tablare zu zwei stirnseitigen Arbeitsplätzen im Versandbereich, über die ein- und ausgelagert wird und wo die Kommissionierung erfolgt. Die Tablare können mit bis zu acht Modulen bestückt werden. Dr. Reich: „Wir können unsere Waren nicht direkt auf den Tablaren lagern, sondern benötigen eine Umverpackung. Kunststoffkisten waren uns zu teuer. Wir benutzen jetzt Pappkartons, die kostengünstiger sind als Kunststoffbehälter.“ Die Kartons hat sich M&S speziell anfertigen lassen, in insgesamt vier Größen: in den Maßen eines ganzen, eines halben, eines viertel und eines achtel Tablars.
Die zweite Sektion des Hochregallagers besteht aus einem eingassigen Palettenlager mit doppelttiefer Lagerung und einem Regalbediengerät vom Typ viapal mit Teleskopgabel. Es bietet Platz für 1 268 Gitterboxpaletten. Die Ein- und Auslagerung erfolgt über zwei Plätze an der Rückseite der Gasse; vorn - auf der Versandseite - ist ein Kommissionierplatz mit Hubtisch eingerichtet. In den Gitterboxen ist zum einen das Vormaterial eingelagert. Zum anderen werden im Palettenlager auch Fertigwaren gelagert, diese in der Regel in nur halbhohen Gitterboxen. Diese Mischung aus Vormaterial und Fertigwaren musste auch in der Lagerverwaltung berücksichtigt werden. Dazu wurden einfach Kennzeichen in den Artikelnummern eingeführt. viad@tONE erkennt damit, was Vormaterial und was ein fertiges Produkt ist.
Zusätzlich wurde im Kommissionierbereich noch eine manuelle Regalzeile eingerichtet. Hier werden die Top-50-Produkte - also die 50 schnellstdrehenden Produkte - in Gitterboxen gelagert. Diese sind damit besonders schnell im Zugriff. Wie das Automatiklager wird auch dieser manuelle Lagerbereich über viad@tONE verwaltet. Der Kommissionierer wird dabei über Pick-by-Light-Anzeigen geführt. Das Regal wird aus dem Gitterboxenlager aufgefüllt, wobei die Nachschubmenge für das Top-50-Regal genau der in halbhohen Boxen eingelagerten Menge entspricht. Damit kann einfach eine komplette Gitterbox mit dem Stapler von der Kommissionierstation entnommen und in das Schnelldreher-Regal geschoben werden.
„Natürlich sind mit viad@tONE - auch wenn es sich hierbei um eine vorkonfigurierte Software handelt - Anpassungen an die Anforderungen des Kunden jederzeit möglich“, betont Knut Schröder, Leiter der in Bad Oeynhausen ansässigen viastore-Niederlassung Nord. Somit konnte das Top-50-Regal eingebunden, die Lagerverwaltung an das M&S-interne ERP-System angebunden und verschiedene für M&S typische Prozessabläufe in der Software abgebildet werden. Und Claus Bode, der für viastore systems das Projekt vor Ort betreut hat, ergänzt: „Gleichzeitig können wir uns über das Internet auf die Anlage aufschalten und per Hotline eventuelle Störungen beheben.“
Deutlich ergonomischer
„Die Mitarbeiter hatten vor dem neuen Automatiklager einige Befürchtungen“, erinnert sich Dr. Reich. „Sie hatten vorher noch keine Software bedient, außer möglicherweise in ihrer Freizeit. Aber die Bedienoberfläche von viad@tONE ist so einfach, dass alle Mitarbeiter nach kurzer Einweisung damit arbeiten konnten.“ Christof Maas sieht noch einen anderen Vorteil: „Früher bedeutete das manuelle Lager körperliche Anstrengung für die Mitarbeiter. Doch jetzt nicht mehr. Die Resonanz nach einem halben Jahr ist durchweg positiv. Die Mitarbeiter sind nach eigenen Angaben nach der Arbeit wesentlich entspannter und körperlich noch fit.“
Heute schafft das Lager-Team von M&S mit weniger Mitarbeitern das Doppelte wie früher: 1.400 Picks pro Schicht sind kein Problem. Zudem ist die Bestandssicherheit deutlich besser geworden, wie Maas berichtet: „Das Lager ist im Prinzip unser Safe - da kommt keiner mehr an die Ware ran“, fügt Christof Maas hinzu.
Über M&S Armaturen GmbH

Das mittelständische Unternehmen M&S Armaturen GmbH mit Sitz im ostfriesischen Friedeburg wurde 1983 gegründete und fertigt mit rund 220 Mitarbeitern an drei Produktionsstandorten Edelstahl-Armaturen sowie unterschiedliche Sonderteile für die Getränke- und Lebensmittelindustrie, die chemische Industrie sowie für die Anbieter pharmazeutischer und kosmetischer Produkte.
M&S Armaturen GmbH, D-26446 Friedeburg, E-Mail: [email protected], http://www.ms-armaturen.de
viastore systems GmbH, D-70469 Stuttgart, E-Mail: [email protected], http://www.viastore.de










