Software
Logistik-IT richtig dosiert
Um die Kundenwünsche schnell zu erfüllen, setzt Aesculap auf ein hochautomatisiertes und mit moderner Fördertechnik ausgestattetes Logistikzentrum. Dort kommt der speziellen Logistik-Software eine Schlüsselstellung zu.
Von Einzellieferungen bis hin zu kompletten Ausstattungen für Kliniken oder vollständige Feldlazarette: Die logistische Kompetenz von Aesculap, Hersteller chirurgischer Instrumente und von Medizintechnik, ist täglich gefragt. Damit alle Sendungen vollständig und zum gewünschten Zeitpunkt ihr Ziel erreichen, setzt das Unternehmen auf spezielle IT-Lösungen für Logistik und Außenwirtschaft.
Rund 2 500 Sendungen mit chirurgischen Instrumenten, Sterilcontainern, Gelenk-Implantaten, Knochennägeln oder auch Lagerungs-, Motor- oder Navigationssystemen verlassen täglich das Lager von Aesculap in Tuttlingen. Die Herausforderung dabei sind die Großaufträge. Denn Kliniken bestellen nicht nur Skalpell, Bohrer oder ein Hüftgelenk - nicht selten ordern sie ihre komplette Ausstattung. Das größte Projekt, das der Hersteller chirurgischer Instrumente abgewickelt hat, bestand aus 200 Einzellieferungen mit 5 000 verschiedenen Instrumenten und 30 000 Auftragszeilen.
Aufgrund der oft komplexen Aufträge investierte Aesculap in ein neues, hochautomatisiertes und mit modernster Fördertechnik ausgestattetes Logistikzentrum im schwäbischen Tuttlingen. 2008 fertig gestellt und ganz auf die Anforderungen des Herstellers abgestimmt, gliedert sich es sich in ein automatisiertes Kleinteilelager mit Platz für 50 000 Kleinladungsträger, ein Palettenlager sowie ein manuelles Lager für die A+-Artikel. Insgesamt lagern in Tuttlingen Fertigwaren im Wert von 55 Millionen Euro, die von hier aus ihre Empfänger in der ganzen Welt erreichen.
Eine Besonderheit stellt dabei die Abwicklung von Sammelsendungen dar. Dabei werden endkundenspezifisch vorgepackte Lieferungen an einem speziellen Packplatz zu größeren Stückgut-Sendungen zusammengefügt, die dann zu den Konzerngesellschaften nach Übersee verschickt werden. Von dort aus werden die einzelnen Lieferungen nach dem Cross-Docking-Prinzip weiterverteilt. Speziell für Großprojekte wie neue Klinik- oder OP-Ausstattungen sowie Lieferungen an staatliche Gesundheitsbehörden wurden zwei Projektpackplätze eingerichtet.
Darüber hinaus gibt es zwölf Packplätze für kleinteilige Sendungen, drei für mittlere Aufträge und acht Großversandpackplätze. Für diese wurde ein Extra-Bereich eingerichtet, damit eine Lieferung parallel an mehreren Packplätzen bearbeitet und verpackt werden kann. Sind alle Teile physisch verpackt, wird die Sendung von einem zweiten Mitarbeiter am sogenannten Pack-Operator gewogen. Anschließend wird die Sendung an den Spediteur übergeben. Mit der Arbeitsteilung können die Bestellungen schneller abgewickelt werden.
Bis zur Auslieferung alles im Blick Um die komplexen Aufträge zeitnah und reibungslos abwickeln zu können, setzt Aesculap auf ASSIST4. Die Softwarelösung aus dem Hause AEB hilft den Mitarbeitern bei allen Prozessschritten rund um den Versand. Mit der Software kann die gesamte Versandabwicklung organisiert, überwacht und gesteuert werden - auch dann, wenn es um Großaufträge oder ganze Projekte geht, an denen mehrere Mitarbeiter beteiligt sind. Verwendet wird ASSIST4 als Ergänzung zu dem bestehenden SAP-System, das konzernweit für die Auftragsabwicklung genutzt wird.
ASSIST4 kommt zum Einsatz, sobald die Aufträge disponiert werden. Die Software unterstützt den Anwender bei der Zusammenstellung der Ware, dem Verpacken, Wiegen und der Kennzeichnung für den Spediteur sowie beim Druck der Begleitdokumente. Mit der Anwendung können die Aufträge und die dazugehörigen Positionen verwaltet, überwacht und disponiert werden. Dazu übernimmt ASSIST4 automatisch alle relevanten Daten aus dem ERP-System von Aesculap. Zudem erhalten die Mitarbeiter eine aktive Prozessunterstützung, da die Software rechtzeitig die nächsten Schritte einleitet.
„Ohne ASSIST4 könnten wir Projekte wie eine Klinikausstattung nicht in der gewünschten Zeit abwickeln - und schon gar nicht so fehlerfrei“, erläutert Andreas de Wall, Mitarbeiter der Werksorganisation. De Wall ist zufrieden damit, wie schnell die Daten aus SAP übermittelt werden und wie stabil und zuverlässig die Software die Versandprozesse unterstützt.
Logistikleiter Bernd Hermle ergänzt: „Wir selbst bieten mit unserem neuen Logistikzentrum einen weltumspannenden, hochprofessionellen Service. Um einen individuellen Kun-denser-vice sicherzustellen, braucht es eine intelligente Versandsoftware, die sich schnell anpassen lässt und es uns erlaubt, bei Bedarf Felder nach speziellen Kundenanfor-derungen zu erfüllen. So gehört es zu unserem Service, dass wir beispielsweise Päckchen von Tuttlingen aus im Namen von B.Braun in Frankreich verschicken.“
Seit 1999 arbeitet Aesculap mit ASSIST4. Um die internen Prozesse weiter zu optimieren, wurde mit Inbetriebnahme des neuen Lagers auch die Software geprüft. Anpassungen, wie beispielsweise die Anbindung von Carriern, wurden schnell umgesetzt. „Egal, mit welchem Spediteur die Sendung rausgeht, kann ich mir sicher sein, dass das richtige Label angebracht ist“, erläutert Bernd Hermle einen der Vorzüge von ASSIST4. Dass alle Spezifika umgesetzt werden, die von den einzelnen Transport-dienstleistern gefordert werden, dafür sorgen ASSIST4 bzw. die Projektentwickler von AEB.
Zurzeit sind vier Carrier - Dachser, TNT Innight, trans-o-flex und UPS - elektronisch angebunden. Für die Mitarbeiter bedeutet dies eine weitere Entlastung, denn zusätzlich zum Label wird die Einlieferungsliste erstellt und per DFÜ-Übertragung an den Spediteur übermittelt. Dabei werden Aufträge, die bis 16:30 Uhr eingehen, noch am gleichen Tag versendet. Handelt es sich um Nicht-EU-Sendungen, werden die Versandpapiere den entsprechenden Lieferungen, die vor den Laderampen auf die Abholung durch den Spediteur warten, zugeordnet.

Zollabwicklung inklusive Auch die Kommunikation mit dem Zoll läuft über AEB-Software: Dafür nutzt Aesculap die in SAP integrierte Lösung ATC :: ATLAS Ausfuhr. Exportiert wird vor allem nach Amerika, Japan, Korea, Brasilien und Australien. Neben Arztpraxen und Krankenhäusern gehören die eigenen Niederlassungen zu den Empfängern. Pro Woche werden diese Länder ein bis zweimal beliefert. Insgesamt erreicht etwa ein Drittel des gesamten Sendungsvolumens so Empfänger außerhalb der EU.
Aesculap AG, E-Mail: [email protected], www.aesculap.de AEB, E-Mail: [email protected], www.aeb.de









