Software

Fehlerfrei zu feinen Federn

Stabilus, Weltmarktführer für Gasfedern, nutzt seit neuesten eine Softwaresuite für die Abwicklung des Versands sowie die Überwachung und Bestandsverwaltung der eingesetzten Lademittel. Der Hauptvorteil: die Null-Fehlerstrategie am Packplatz steigert die Versandqualität.

Eine der Herausforderungen liegt dabei in den unterschiedlichen Vorschriften, die von Automobilhersteller zu Automobilhersteller variieren. Wer diese als Lieferant nicht einhält, riskiert eine schlechte Bewertung mit oft reichhaltigen Folgen: Werden Lieferanten von A auf B zurückgestuft, werden sie bei zukünftigen Ausschreibungen nicht mehr berücksichtigt.

Software: Fehlerfrei zu feinen Federn

Nicht zuletzt deshalb strebt der Versandleiter von Stabilus, Berthold Wichterich, stets danach, die Versandqualität zu steigern beziehungsweise permanent hoch zu halten. „Wir haben uns entschlossen, 2006 die Doppelscannung am Packplatz einzuführen“, berichtet Wichterich. Dabei scannt der Packer nicht nur, bevor die Versandsoftware ASSIST4 das Label und den Lieferschein ausdruckt, sondern bestätigt den Vorgang auch, nachdem er das Label an dem Packstück angebracht hat. Dazu scannt er nochmals den Barcode des Labels, das er eben angebracht hat, und gleicht diesen Scan mit einem Scan des Lagerplatzlabels ab.

Mit den geänderten Prozessen stieg auch das Qualitätsniveau. Dies bestätigt auch Achim Nolden, IT-Administrator für ASSIST4: „Wir hatten seit der Einführung der Doppelscannung nur einen einzigen Fehler – der passierte, weil ein Packer das Label nicht sofort angebracht hat, sondern nur danebengelegt hat. Die Umsetzung dieser Null-Fehler-Strategie kostet zwar etwas mehr Zeit, hat aber die Versandqualität enorm gesteigert.“ Berthold Wichterich ergänzt: „Ein Kunde hat uns kürzlich bestätigt, dass er noch nie so ein wasserfestes System gesehen hätte. Dieses Mehr an Qualität zahlt sich langfristig gesehen für uns aus. In Zusammenarbeit mit AEB haben wir im Laufe der Jahre ASSIST4 so an unsere Bedürfnisse angepasst, dass wir unsere Pack- und Lieferqualität auf das Optimum steigern konnten.“

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Eine der wichtigsten Anpassungen ist das Foto in der Packplatz-Anwendung. „Früher musste man wissen, wo das Label hinkommt, ob auf die Längs- oder die Querseite des Transport-Behälters. Die Anforderungen der Automobilhersteller ändern sich aber häufig und variieren zudem von Hersteller zu Hersteller. ASSIST4 unterstützt nun durch ein Foto und genaue Beschreibung, wo das Label anzubringen ist“, erzählt Versandleiter Wichterich. Das Bild zeigt genau die Positionierung des Labels am Lademittel an, ob ein Deckel angebracht werden muss, und ob das Lademittel das richtige ist.

Auf all diese Details zu achten ist enorm wichtig, denn die Anforderungen der Automobiler werden immer komplexer. Sogar ein und derselbe Hersteller hat unterschiedliche Anforderungen, je nachdem welches Werk beliefert wird. Wichterich: „Es war unmöglich geworden, sich all das zu merken. Die Beschreibungstexte, wo das Label hingehört – auf die Längsseite oben links oder auf die kurze Seite unten rechts, oder welche kundenindividuelle Verpackung gefordert war, wurden immer länger.

Irgendwann kam man auf die Idee, eine Bebilderung zu machen. So muss der Packer keine langen Texte lesen und er weiß sofort, was zu tun ist.“ Neben der IT-gestützten Versandabwicklung wurde auch die Lademittelverwaltung auf die Bedürfnisse von Stabilus zugeschnitten.

Transparenz über die Verpackungen

Die strengen Regeln, die die Hersteller in der Automobilbranche aufstellen, betreffen auch die Lademittel, in denen die Teile angeliefert werden. Auch hier sind die Anforderungen komplex: 400 verschiedene Sorten von Behältern sind bei Stabilus im Einsatz. 40% der Lademittel, die Stabilus für den Transport verwendet, sind Eigentum der Kunden, 40% werden von externen Dienstleistern gemietet, 20% gehören Stabilus selbst. Mit jedem Kunden wird individuell vereinbart, mit welchem Lademittel angeliefert wird. Dazu werden Transporttests durchgeführt, um herauszufinden, welches Lademittel für welchen Kunden am besten geeignet ist. Irrt sich der Packer bei der Auswahl der Kiste, fehlt der Deckel oder wird eine kundeneigene Verpackung falsch belabelt, kann das eine negative Lieferantenbewertung zur Folge haben. Warum war es Stabilus wichtig, eine eigene Lademittelverwaltung in ASSIST4 zu nutzen?

Versandleiter Berthold Wichterich: „In der Vergangenheit war es schwierig, den Überblick darüber zu behalten, welche Lademittel wem gehören, wo sie sich befinden und ob sie leer oder voll sind. Wenn ein Kunde Behälter nicht zurückgesendet hat, ist das nicht sofort aufgefallen. Erst dann, wenn die Lademittel knapp geworden sind und wir andere Kunden nicht beliefern konnten, wurde das Problem akut. Hinzu kommt, dass Kunden uns diese auch nur für einen gewissen Zeitraum mietfrei zur Verfügung stellen. Daher war es ein Anliegen, genau zu wissen, wie viele Kisten verfügbar oder belegt sind.“

Jeder Kunde von Stabilus besitzt heute sein eigenes Lademittelkonto, das die aktuellen Status anzeigt. Auch die Zuordnung zum Kunden ist relevant. Denn der Autohersteller T verwendet andere Stahlkisten als Hersteller D, Hersteller A verwendet nur graue Kisten, Hersteller O hat blaue Kisten usw.

Bei Anlieferung der Lademittel, die dem Kunden gehören, wird deren Eingang in ASSIST4 verbucht. Steht in der Produktion ein Fertigungsauftrag an, fordert der Produktionsleiter das entsprechende Behältnis an. Versandmitarbeiterin Marion Karscht, die für die Planung der Lademittel bei Stabilus verantwortlich ist, reserviert die Anzahl Paletten oder KLT, die benötigt werden. Der Staplerfahrer erhält dann den Auftrag, eine bestimmte Anzahl an Behälter für Kunde XY bereitzustellen. Ist der Fertigungsauftrag verpackt, findet bei der Endkontrolle im Versandbereich auch die Verbuchung in ASSIST4 statt. Eine Plausibilitätsprüfung stellt sicher, dass auch wirklich der für den Kunden bestimmte Behälter verwendet wurde. „Meldet das System, das für diesen Kunden gar kein Lademittelkonto angelegt ist, würde der Vorgang gestoppt werden“, erläutert Wichterich. Befindet sich die Ware im richtigen Behälter, erfolgt gleichzeitig mit der Warenausgangsbuchung die Abbuchung auf dem Lademittelkonto des Kunden.

Über Stabilus

Stabilus ist Weltmarktführer in der Herstellung von Gasfedern. Das Unternehmen ist zudem der einzige Anbieter, der in Europa Stuhl-Gasfedern herstellt. Weltweit produziert der Konzern täglich 300.000 Gasfedern und erwirtschaftete damit 2009 einen Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro. In Koblenz wird der Löwenanteil gefertigt: 200.000 bis 250.000 Gasfedern am Tag. Sie werden in Einwegverpackungen oder Mehrwegbehältern verschickt. Letzteres ist bei den etwa 70 % der Sendungen der Fall, die nach Übersee verschickt werden. Die restlichen 30 % erreichen ihre Empfänger in Einwegverpackungen. Dabei geht der Großteil der Sendungen an Unternehmen aus der Automobilbranche, aus der etwa 60 % der Stabilus-Kunden stammt.

Software: Fehlerfrei zu feinen Federn

Stabilus GmbH, D-56070 Koblenz, Tel.: 02 61/89 00-0, E-Mail: [email protected], www.stabilus.de

AEB, D-70597 Stuttgart, Tel.: 07 11/7 28 42-3 00, Fax: 7 28 42-3 33, E-Mail: [email protected], www.aeb.de

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