Regalbediengeräte / Shuttle

RBG: Lagerfähigkeit erweitern und Kommissionierung beschleunigen

Da die vorhandenen Kommissionierfächer nicht mehr ausreichten, beschloss nobilia, diese um weitere knapp 1.000 Stück zu erweitern. Die besondere Herausforderung bestand darin, ein drittes Versorgungsgerät zu installieren. Eine Erweiterung der Produktpalette machte es notwendig, dass nobilia die Anzahl der Kommissionierfächer um 960 auf insgesamt 5.488 Fächer erhöhte.

Geleitet wurde der Umbau von der Firma Herrmann & Hieber. Die Junger GmbH übernahm dabei das Projektmanagement, das Engineering, die Software-Entwicklung sowie die Inbetriebnahme und den kompletten Elektrobau. Die Aufgabe der Junger-Ingenieure bestand darin, die Positionswerte der Fächer in der SPS für die Regalbediengeräte anzupassen. Weitaus kniffliger gestaltete sich die Installation eines dritten Versorgungsgerätes.

Bisher erfolgte der Transfer vom Hochregallager zum Fronten-Kommissionierlager über zwei Versorgungsgeräte, die sich in einer Gasse bewegten und die 120 Kommissioniergänge auf 2 Ebenen über je einen Verteilwagen bedienten. Um dem gestiegenen Bedarf in der Produktion nachzukommen, wurde das Fronten- Kommissionierlager zuletzt in drei Schichten betrieben. Die Installation des dritten Versorgungsgerätes sollte den Durchsatz erhöhen und die Nachtschicht überflüssig machen.

Die Maßnahmen

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Regalbediengeräte / Shuttle: RBG: Lagerfähigkeit erweitern und Kommissionierung beschleunigen

Zunächst bekam das dritte Versorgungsgerät über die SPS-Steuerung eine Anbindung an die Fördertechnik, damit die Fronten-Paletten ein- oder ausgelagert werden können. Anschließend ging es darum, die Touren der drei Versorgungsgeräte so aufeinander abzustimmen, dass sie sich auf der einen Schiene nicht in die Quere kommen oder die Möglichkeit besteht, möglichst dicht zusammenzufahren. Dabei sollten die Sicherheitsmaßnahmen so erweitert werden, dass eine Kollision in jedem Fall ausgeschlossen wird.

Die drei Versorgungsgeräte werden über einen Materialflussrechner (MFR) gesteuert. Hier wurde eingerichtet, welches Gerät für welche Kommissioniergassen (1 bis 60 auf 2 Ebenen) zuständig ist. Fällt ein Versorgungsgerät aus, kann ebenfalls am MFR eingestellt werden, welches Gerät den entsprechenden Bereich übernimmt. Die Einstellung auf dem MFR sorgt also dafür, dass alle drei Versorgungswagen gleichzeitig ihrer Arbeit nachgehen können.

Damit die Versorgungsgeräte dichter zusammenfahren können, wurden an ihnen Sicherheitsscanner nachgerüstet. Durch die Nachrüstung gibt es jetzt mehrere Schutzfelder, in denen sich die Geschwindigkeiten der Wagen einstellen lassen. Das bedeutet, dass die Wagen mit einem höheren Tempo fahren können, insofern ein bestimmter Abstand gegeben ist. Nähern sie sich an, wird das Tempo automatisch gedrosselt oder ein Notstop ausgelöst, wenn sie in demselben hohen Tempo den dafür festgelegten Sicherheitsabstand unterschreiten.

Die Lösung

Mit dieser Lösung gelang es nobilia, bereits vier Monate nach Beginn der Umbauarbeiten die Nachtschicht als dritte Schicht einzusparen. Durch den Einsatz des dritten Versorgungsgerätes an einem 15-stündigen Arbeitstag können nun ca. 300 Fronten-Paletten mehr ein- und ausgelagert werden.

Statement

Eckhard Budde, der dieses Projekt bei Junger geleitet hat, erklärt: „Ingesamt gibt es jetzt drei Sicherheitsmechanismen. Der Erste wird über die SPS eingestellt. Die Versorgungswagen sind über Interbus-Datenlichtschranken mit der SPS verbunden. Hier werden Abstand und Geschwindigkeit aufgrund des eingestellten Absolutwertes überwacht. Wird der Wert unterschritten, schalten die Wagen auf geringeres Tempo um. Wenn dies nicht greift, lösen die S3000 Sicherheits- Laserscanner der Firma Sick aus, die für die Einhaltung des Mindestabstandes zuständig sind. Der letzte mechanische Schutz sind die an den Wagen angebrachten Puffer.“

nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.nobilia.de Junger GmbH, E-Mail: [email protected], www.junger-gmbh.de H+H Herrmann + Hieber GmbH, www.herrmannhieber.de

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