Behälter- & Palettenpooling
Wenn Paletten Gutes tun
Giga-Liner – umweltfreundlich oder umweltschädlich? Die Geister scheiden sich. Indes setzt ein großes deutsches Logistikunternehmen bei der CO2-Reduzierung auf cleveres Management von Paletten.
Seit Anfang des Jahres sind die Riesen, die eine Länge von 25,25 m erreichen, teilweise auf Deutschlands Autobahnen unterwegs. Dieses Projekt geht auf eine Verordnung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zurück. Demnach dürfen seit Jahresbeginn die Giga-Liner auf ausgewählten Strecken auch ohne Zustimmung der betroffenen Länder probeweise fahren. Die Länder Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg klagen nun beim Bundesverfassungsgericht gegen den Giga-Liner-Test.
Die Monstertrucks mit einem Gewicht von bis zu 60 t sind schon lange umstritten. „Mit übergroßen LKW können wir kein CO2 einsparen. Hier gibt es weitaus effektivere und kostengünstigere Alternativen“, erklärt Prof. Michael Schenk vom Fraunhofer Institut IFF in Magdeburg.
Der Schlüssel zu einem klimafreundlichen Transport liegt nach der Meinung von Schenk weniger in der Maximierung neuer Riesen-LKW, sondern viel mehr in der Optimierung bereits bestehender Lieferketten. Beispiel Palette: „Allein durch ein optimales Management von Transportbehältern, könnten tausende Tonnen CO2 eingespart werden“, erklärt Schenk. Ob Nahrungsmittel, Elektroartikel oder Kleidung, alles wird auf Paletten transportiert und gelagert.
Mittlerweile gibt es Logistikspezialisten, die sich ausschließlich um die Versorgung, Wartung und Rückführung der Ladungsträger kümmern. Etwa das Kölner Unternehmen Chep, dem führenden Spezialisten im Palettenpooling. Juan Freijo, Nachhaltigkeitsdirektor von Chep, erklärt: „Unternehmen müssen ständig mit ausreichend Paletten versorgt sein und leere Ladungsträger, die nicht mehr im Gebrauch sind, müssen wieder abgeholt werden. Wenn aber jedes Unternehmen sein eigenes Süppchen kocht, entstehen meist unnötige Leerfahrten, die wiederum zu einem hohen CO2-Ausstoß führen“.
Pilotprogramm zur CO2-Reduzierung
Chep hat zur CO2-Reduzierung eigens ein neues Pilotprogramm für klimaneutrale Paletten ins Leben gerufen – das „Carbon Neutral Service Offer“. Dieses Programm bietet die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß, der durch die Palettenbewegungen verursacht wird, auszugleichen. Wie funktioniert das? „Wir ermitteln mit einem von uns entwickelten Mess-System den genauen CO2-Ausstoß für jeden Kunden individuell. Die Klimabilanz errechnet sich aus Gebrauch, Wegstrecken und weiteren Parametern“, sagt Juan José Freijo. Auf dieser Grundlage kümmert sich Chep schließlich um den Erwerb so genannter Emissionszertifikate.

Diese kauft Chep bei der CarbonNeutralCompany, einem führenden Ausgleichshändler, ein. Anschließend sucht Chep gemeinsam mit den Kunden und in Abstimmung mit deren Nachhaltigkeitsstrategie ein Emissionsreduktionsprojekt aus. Dieses Projekt wird schließlich durch die Emissionszertifikate finanziell unterstützt. „Auf diesem Weg helfen wir unseren Kunden, ihre CO2-Reduktionsziele zu erreichen“, so der Chep-Nachhaltigkeitsdirektor. Michael Schenk hat eine Vision: „Ich würde mir wünschen, dass Unternehmen stärker kooperieren und sich auf einheitliche Logistikstandards einigen. Umso schneller könnten wir dann auf eine grünere Logistik umstellen.“
Chep Deutschland GmbH, www.chep.com









