15 neue Erdgas-Sattelzugmaschinen
Spedition IHRO baut Lkw-Flotte umweltfreundlich aus
Leise und sauber: seit Februar setzt der Mittelständler die ersten sechs LNG-Lkw ein. Jetzt sucht er zudem zusätzliche Fläche für den Ausbau des Lagergeschäfts in Neuenstein.
Nach Jahren kontinuierlichen Wachstums ist der Umsatz der mittelständischen Speditionsgruppe IHRO 2020 durch die Coronapandemie zurückgegangen. „Jetzt sind unsere Auftragsbücher erneut voll, wir sind wieder auf Wachstumskurs und wollen in diesem Jahr vor allem in der Lagerlogistik expandieren“, sagt Kai Ihro, geschäftsführender Gesellschafter der familiengeführten Speditionsgruppe. Gleichzeitig investiert das auf Jumbotransporte spezialisierte Unternehmen in den umweltfreundlichen Ausbau des eigenen Fuhrparks und hat 15 Erdgas-Lkw bestellt. Die ersten sechs LNG-Sattelzugmaschinen sind bereits seit Februar im Einsatz. „Mit Flüssiggas betriebene Motoren arbeiten leiser als Diesel und verbrennen sauberer, so dass sie unter anderem weniger klimaschädliches CO2 ausstoßen“, ergänzt Ihro. „Wir haben zahlreiche alternative Antriebsvarianten getestet und uns jetzt für LNG entschieden, weil es für schwere Lkw aktuell die umweltfreundlichste Lösung zu sein scheint, die gleichzeitig auch die Fahrleistungen ermöglicht, die wir brauchen.“
Die LNG-Lkw haben mit einer Tankfüllung eine Reichweite von bis zu 1.250 Kilometern. „Wir haben bereits seit 2016 auch Lkw im Einsatz, die mit komprimiertem Erdgas fahren, also mit CNG“, erläutert Ihro. „Aber mit einer Reichweite von maximal 250 Kilometern können wir die praktisch nur im Nahverkehr einsetzen.“ Zuvor hatte IHRO bereits alternative Kraftstoffe wie Rapsöl oder Biodiesel auf Pflanzenölbasis getestet und seit 2016 ist im Audi-Werk in Neckarsulm auch eine Elektro-Sattelzugmaschine im Einsatz. „Für den Fernverkehr gibt es noch immer keine praktikablen Lkw mit Elektromotor, während Gas eine gute Alternative zum Diesel darstellt.“ Durch den Einsatz von Biogas könne die Umweltbilanz laut Ihro künftig außerdem „nochmals deutlich verbessert“ werden.
Weil Firmen aus der Automobilindustrie zu den Hauptkunden von IHRO gehören, sank der Umsatz der Speditionsgruppe im Jahr 2020 um 8 Prozent auf 37,1 Millionen Euro. „Durch den ersten Lockdown im März stand kurze Zeit später der Automobilbereich fast komplett still“, so Ihro. „Im April mussten wir 120 LKW vorübergehend stilllegen. Im Juli ist das Geschäft wieder spürbar angezogen und nach dem Ende der Sommerferien waren alle unsere LKW wieder im Einsatz.“ Die Belegschaft von IHRO lag konstant bei 380 Mitarbeitern. „Wir haben trotz des deutlichen Einschnitts im Frühjahr keinen einzigen Mitarbeiter entlassen.“
Die positive Entwicklung hat sich im laufenden Jahr fortgesetzt. Nicht nur der Transportbereich, sondern auch die Nachfrage nach Lagerlogistik sei deutlich gestiegen. „Immer mehr Kunden wollen von uns eine Kombination von Transport- und Lagerdienstleistungen“, so Ihro. „Deshalb suchen wir dringend neue Flächen zur Erweiterung unserer Lagermöglichkeiten.“ Bevorzugt sucht das Unternehmen an seinem Stammsitz in Neuenstein (Hohenlohekreis), um durch die Nähe der verschiedenen Unternehmensbereiche größtmögliche Synergien zu erzielen und unnötige Quertransporte zu vermeiden. „Lagerstandorte außerhalb von Neuenstein bedeuten, dass wir zumindest auch Teile unserer Transportorganisation verlagern müssten.“










