Tiefkühllogistikzentrum

Martin Schrüfer,

Nordfrost feiert Richtfest in Herne

Nach zehn Monaten Bauzeit feierte Nordfrost in Herne das Richtfest ihres neuen Tiefkühllogistikzentrums im Beisein von gut 300 geladenen Gästen. Zu diesem Ereignis hatte die Geschäftsführung des Logistikdienstleisters regionale Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie Mitarbeiter der Planungsbüros und ausführenden Firmen eingeladen.

© Christoph Sebastian

Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda zeigte sich hocherfreut über die Investition der Nordfrost in Herne. Bei seiner Ansprache hob er die perfekte Standortwahl des Logistikzentrums hervor – „In Herne sitzen Sie wie die Spinne im Netz.“. Da die deutschen Lebensmittel durch ihre hohe Qualität auch international begehrt seien, brauche man intelligente Logistikwege unter Einbindung von Schiffs- und Bahnverkehren, an die Herne hervorragend angebunden sei. Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, schickte per Videobotschaft seine besten Wünsche und gratulierte zum neuen Nordfrost-Standort in NRW. Jan Peilnsteiner, Geschäftsführer des VDKL (Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V.) schwärmte in seiner Ansprache vor der Festgemeinde: „Das ist kein Kühlhaus, sondern eine Hightech-Maschine vom Feinsten“. Zudem überbrachte er die Glückwünsche der Kühllogistik-Branche. Dr. Falk Bartels und Britta Heine, beide geschäftsführende Gesellschafter des Familienunternehmens, erklärten den Gästen die Bedeutung der Investition für das nationale Tiefkühl-Netzwerk des Logistikers und bedankten sich bei den Bauhandwerkern für deren Leistung: „Das ist euer Tag!“.

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Nordfrost ist an bisher 40 Standorten bundesweit vertreten und mit rund 3.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen europaweiter Marktführer in der Tiefkühllogistik mit einer Tiefkühllager-Kapazität von 770.000 Stellplätzen. In Herne siedelt sich das international agierende Unternehmen mit Hauptsitz in Schortens bei Wilhelmshaven nun auf der damaligen Bergwerksfläche „Unser Fritz“ an. Das 13 Hektar große Grundstück ist logistisch hervorragend direkt an der A42 gelegen. Hier entsteht ein Kühllogistikzentrum, das im Endausbau auf einer überbauten Fläche von gut 34.000 qm über eine Lagerkapazität von 95.000 Stellplätzen verfügt. Dies wird das größte Tiefkühlhaus Deutschlands - und mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad einer der leistungsfähigsten Logistikstandorte überhaupt. Die hierfür notwendigen sehr umfangreichen planerischen Vorbereitungen führte Nordfrost gemeinsam mit der Firma Malorg aus Dortmund durch. Die Ergebnisse der intralogistischen Planung flossen ein in die Bauplanungen, die das Architekturbüro Assmann aus Dortmund mit Nordfrost erstellte. Generalunternehmer sind die Firmen Quakernack aus Bielefeld für den Tiefbau, Ludwig Freytag aus Oldenburg für den Hochbau, Zimmermann Kältetechnik aus Seevetal für die Installation der innovativen technischen Anlagen. Als vierten Generalunternehmer hat Nordfrost erstmals die TGW aus Wels in Österreich verpflichtet, Spezialist und Lieferant für die vollautomatischen Anlagen, die ein Tiefkühlhochregallager und eine automatische Kommissionierung beinhalten.

Mit dem Neubau verstärkt das Unternehmen seine Aktivitäten im Ruhrgebiet, womit es dann mit 13 Standorten in Nordrhein-Westfalen vertreten ist. Dem Standort Herne wird aber nicht nur regional eine bedeutende Rolle zukommen, sondern als Zentralhub auch für das europäische Transportlogistik-Netzwerk des Kühlspezialisten insgesamt eine wichtige Funktion erfüllen. Neben einer erheblichen Kapazitätserweiterung werden Synergien im Lagergeschäft sowie im Nah- und Fernverkehr geschaffen, wodurch Logistikprozesse optimiert werden können und sich eine noch flexiblere Abwicklung aller Kundenaufträge bei den Themen Umschlag, Lagerung, Transport und allen Nebentätigkeiten entwickeln wird.

Die Gesamtinvestitionssumme einschließlich Grundstück beläuft sich auf rd. € 110 Mio. für den ersten Bauabschnitt, der zunächst 70.000 Palettenstellplätze bieten wird. Davon werden im April 2020 bereits 28.000 Stellplätze in Verfahrregalanlagen in Betrieb gehen, die wahlweise tiefgekühlt bei -24°C oder im plusgradigen Kühlbereich temperiert werden können.

Im Oktober 2020 wird das Hochregallager mit vollautomatischer Kommissionierung fertiggestellt werden, das mit mehr als 200.000 m³ Volumen und 42.000 tiefgekühlten Palettenstellplätzen knapp die Hälfte der Gesamtkapazität des Standortes darstellt. Aus diesem werden zum einen die mit 5.700 qm großzügig dimensionierten Bereitstellzonen für den Speditionsumschlag automatisiert bedient. Zum anderen wird von dort die geplante automatische Kommissionierung mit Waren versorgt. Die auf eine extrem hohe Kommissionierleistung und -qualität sowie Flexibilität ausgelegte Anlage stellt ein weiteres Novum nicht nur bei NORDFROST sondern im gesamten Tiefkühldienstleistungssektor dar. Bis zu 3.500 Verpackungseinheiten können pro Stunde in der Anlage weitgehend automatisch gemäß den Kundenwünschen zusammengestellt und zur Auslieferung bereitgestellt werden.

Herne ist eines von aktuell drei laufenden Bauprojekten der NORDFROST, die insgesamt ein Investitionsvolumen von 270 Mio. Euro darstellen. Zusammen mit dem neuen Standort in Mücke bei Gießen und einer Erweiterung im Containerhafen Wilhelmshaven, wo auch ein vollautomatisches Tiefkühl-Hochregallager samt Verpackungslinien entsteht, werden damit insgesamt 165.000 Palettenstellplätze neu geschaffen, was einer Steigerung der Kapazität der Nordfrost um 22% entspricht.

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