Jungheinrich realisiert Automatisierung für Gebrüder Weiss

Alexandra Hose,

Vollautomatisches Großlager in Páty gestartet

Gebrüder Weiss hat in Ungarn ein automatisiertes Lager in Betrieb genommen und damit manuelle Prozesse weitgehend ersetzt. Das neue Logistikzentrum bei Budapest steigert Effizienz, Kapazität und Nachhaltigkeit und reagiert zugleich auf steigende Anforderungen sowie Fachkräftemangel in der Branche.

© EKX 516a / Jungheinrich AG

Im 32.000 m² großen Logistikzentrum in Páty realisierte Gebrüder Weiss gemeinsam mit Jungheinrich ein vollautomatisches Schmalganglager. Kernstück ist ein automatisches Hochregallager mit 28.000 Stellplätzen. Fahrerlose Fahrzeuge und sechs autonome Schmalgangstapler übernehmen die Ein- und Auslagerung ohne manuelle Eingriffe und bewältigen bis zu 120 Paletten pro Stunde bei Lagerhöhen von bis zu zehn Metern.

„In der automatisierten Lagerhalle übernehmen fahrerlose Fahrzeuge sicher und effizient repetitive Transportaufgaben mit hohem Umschlagvolumen. Innerhalb des geschlossenen Systems mit einer Kapazität von 28.000 Paletten wickeln sechs Schmalgangstapler die Ein- und Auslagerung vollständig ohne manuelle Eingriffe ab und sind dabei exakt auf die Leistungsanforderungen des Systems abgestimmt“, sagt Balázs Bencsics, Logistics Solutions Product Manager bei Gebrüder Weiss.

Zum Einsatz kommen Jungheinrich Mobile Robots vom Typ EKX 516a, die speziell für automatisierte Hochregallager entwickelt wurden. Das System verarbeitet fünf unterschiedliche Palettenhöhen und ermöglicht einen durchgängigen Zwei-Schicht-Betrieb ohne Zwischenladen.

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András Zupán, Projektleiter bei Jungheinrich, erläutert: „Manuelle und automatisierte Bereiche greifen dabei eng ineinander: Staplerfahrer platzieren die Paletten auf Übergabestationen im Vorbereich, wo Kontursensoren die Abmessungen prüfen, bevor die Ware in das Automatiksystem überführt wird. Dieselben Übergabepunkte werden auch für die Auslagerung genutzt. Über Schnittstellen ist das System sowohl an das Jungheinrich als auch an das Gebrüder Weiss Warehouse-Management-System angebunden, wodurch ein durchgängiger Informationsfluss gewährleistet ist“, ergänzt Zupán.

Umsetzung im laufenden Betrieb

Die Umsetzung erfolgte schrittweise parallel zum laufenden Betrieb: Baustart war im März 2024, seit Juli 2025 läuft die Anlage im Vollbetrieb. „Anfangs vorhandene Bedenken in der Belegschaft konnten durch transparente Kommunikation und gezielte Schulungen ausgeräumt werden. Uns war wichtig zu vermitteln, dass Automatisierung nicht Stellenabbau bedeutet, sondern neue Perspektiven innerhalb der Organisation schafft“, so Bencsics.

Das Unternehmen hebt insbesondere Effizienzgewinne und Wissensaufbau hervor: „Wir sind sehr stolz darauf, dass die Automatisierung zu deutlichen Ressourceneinsparungen geführt hat. Die Integration neuer und bestehender Systeme hat nicht nur die operative Effizienz gesteigert, sondern auch das fachliche Know-how im Unternehmen weiterentwickelt. Diese Entwicklung ist in allen Bereichen sichtbar – vom Standortmanagement über die Lagerteams bis hin zu IT- und Lean-Spezialisten“, sagt Bálint Varga, Managing Director von Gebrüder Weiss Ltd. Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt Gebrüder Weiss auf Technologie: Bereits bestehende automatisierte Standorte in Budapest werden durch Photovoltaikanlagen versorgt, die auch elektrische Lieferfahrzeuge betreiben.

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