Lager- und Regalsysteme
Schnellere Logistik durch Einsatz von automatischen Komponenten im AKL
Eine schnellere Logistik, um die eignen Kunden bestmöglich zu bedienen – das war das Hauptziel des neuen Logistikkonzeptes von Weidmüller. Mit von der Partie: Automatisierte Komponenten, die es in sich haben.

Zur weiteren Steigerung der Servicequalität setzte Weidmüller sich hohe Ziele, insbesondere für die Logistik. Hierzu zählen bedarfsgerechte Lieferfähigkeit an alle Kunden und Gruppenunternehmungen und eine definierte Auftragsdurchlaufzeit – was heute bestellt wird, verlässt noch heute das Logistikzentrum. Ferner wünschte sich Weidmüller höchste Produktverfügbarkeit und somit perfekte Übersicht und schnellsten Zugriff auf alle Bestände. Diese komplexen und ehrgeizigen Anforderungen wurden von Weidmüller in einem Lösungskonzept abgebildet. Oberstes Ziel war es, eine durchgehende Logistik zu errichten, von der aus alle Endkunden, die weltweiten Vertriebstöchter und Gruppenunternehmen in kürzester Zeit versorgt werden. Gemeinsam mit TGW Systems Integration wurde ein automatisiertes Logistiksystem entwickelt, das dieser gerecht wird. Verschiedene Lagerbereiche und Logistikfunktionen sind im modernisierten Logistikzentrum zusammengeführt. So ist gewährleistet, dass jeder Auftragsteil eines Kommissionierauftrags termingerecht versendet werden kann.
- Unabhängig davon, ob der Versand mit einem Paketdienst als Stückgut oder Komplettverladung erfolgt.
- Unabhängig davon, ob kleinste Anbruchmengen zu kommissionieren sind oder Gruppenunternehmen, die über große Distributionslager verfügen, mit Lieferungen des gesamten Sortiments versorgt werden müssen.
Der umfassende Ausbau des Logistikzentrums wurde dabei keinesfalls auf einen Streich durchgeführt. In regelmäßigen Abständen und mehreren Baustufen wurden die Erweiterungen in den verschiedenen Bereichen durchgeführt, um noch größere Leistungsfähigkeit sicherzustellen. So wurde das Logistikzentrum den ständig gestiegenen Anforderungen angepasst und kann auch zukünftig weiter „mitwachsen“.
Ein wesentlicher Baustein im Weidmüller- Logistikzentrum ist das automatische Kleinteilelager, das derzeit eine Kapazität von 123.000 Behältern aufweist – ein weiterer Kapazitätsaufbau ist durch den modularen Aufbau jedoch jederzeit möglich. Bis zu 1 100 Ein- und Auslagerungen werden in diesem Bereich pro Stunde durchgeführt, um die Kommissionierung vollautomatisch mit Waren zu versorgen.
8-gassiges Kleinteilelager Im zentralen Wareneingang wird jeder Ladungsträger überprüft, um im folgenden Automatiksystem hohe Leistungen sicherzustellen. Bei diesen Ladungsträgern handelt es sich um 600 x 400 x 220 mm große Kunststoffbehälter, die mit unterschiedlichsten Waren beladen werden. Über einen Fördertechnik-Loop gelangen sie ins Kleinteilelager. In den acht Regalgassen kommen Hochleistungsregalbediengeräte von TGW zum Einsatz. Fünf Zweimastgeräte des Typs Stratus und drei Mustang Einmastgeräte sorgen dafür, dass die hohe Ein- und Auslagerleistung problemlos erreicht wird. Über den Fördertechnik-Loop sind diese acht Lagergassen wiederum mit der Kommissionierung vernetzt.
Vollautomatisch versorgt das System die sechs Arbeitsplätze mit den Waren, die für die jeweiligen Aufträge benötigt werden. Die Arbeitsplätze wurden besonders nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet. Sicht- und Greifbereiche wurden optimiert, der Kommissioniervorgang durch Pick-to-light vereinfacht und der Nachschub mit Leerbehältern vollautomatisch gelöst. Diese Maßnahmen führten gleichzeitig zu sehr hohen Leistungen an diesen Arbeitsplätzen.

Dieser Bereich ist über die Fördertechnik auch an die anderen Kommissionierbereiche angebunden. Die zwölf Top-Artikel befinden sich in der Schnelldreher-Kommissionierung, darüber hinaus besteht auch eine Anbindung an das Horizontal-Karusselllager, das bereits seit langem im Einsatz ist. Auch in diesen beiden Bereichen werden die Kommissionierarbeitsplätze vollautomatisch mit Leerbehältern versorgt. Platz für 4 000 Paletten Im automatischen Palettenlager finden 4.000 Euro-Paletten Platz. Drei Regalbediengeräte sorgen hier für bis zu 100 Ein- und Auslagerungen pro Stunde, um die vier Arbeitsplätze zu versorgen. Alle Paletten in diesem System werden auf einer Systempalette befördert, um höchste Verfügbarkeit sicherzustellen. Die Ver- und Entsorgung der Systempaletten erfolgt wiederum vollautomatisch. An den Arbeitsplätzen werden Teilentnahmen durchgeführt, wonach die Anbruchpalette wieder ins Lager transportiert wird.
Jeder Arbeitsplatz ist mit einem Hubtisch ausgestattet, der die Palette je nach Beladungszustand in die optimale Entnahmehöhe bringt und so für optimale Ergonomie sorgt. Außerdem sind diese Arbeitsplätze an die Behälterfördertechnik angebunden und werden automatisch mit Leerbehältern versorgt. Die Auftragszusammenführung besteht bei Weidmüller aus zwei Bereichen. Abhängig von der Auftragsgröße und der Versandart werden die Auftragspositionen im Kleinvolumen für den Paketdienst-Versand oder im Großvolumen für den Speditionsversand zusammengeführt. Dort erfolgt auch die Verpackung und das Versandfinish.
In der Kleinvolumen-Auftragszusammenführung sammeln vier kompakte Commissioner-Lagerblöcke vollautomatisch die kommissionierten Positionen. Bis zu 800 Ein- und Auslagerungen pro Stunde schaffen diese vier Geräte und versorgen damit die acht Verpackungsarbeitsplätze für Kleinvolumen. Anschließend geht es über eine Paketförderstrecke zur Sortierung, wo die Pakete nach Dienstleistern in fünf Zielbahnen aufgeteilt werden. Bis zu 600 Auftragspositionen pro Stunde werden in der Auftragszusammenführung für Großvolumen abgearbeitet. 17 Zielbahnen stehen für die Ausschleusung zur Verfügung, je nach Verpackungsziel.
Die verpackten Waren gehen anschließend direkt in den Versand. Gleichzeitig werden Leerbehälter wieder dem Leerbehälterpuffer zugeführt, von wo aus die verschiedenen Kommissionierbereiche mit leeren Auftragsbehältern versorgt werden. Zentrales Element der Automatisierung war die Kopplung des CI_LOGMaterialflussrechners von TGW Systems Integration mit dem bestehenden Warehouse Management System von Weidmüller. Der leistungsfähige CI_ LOG-Materialflussrechner wurde online mit dem bestehenden WMS auf einer AS400-Plattform gekoppelt.
Die gesamte Maschinenkoordination, der Leitstand und das Ansprechen der unterlagerten Steuerung auf Basis Simatic S7 wird im CI_LOG-Materialflussrechner durchgeführt. Heute verfügt Weidmüller über ein modernes Logistikzentrum, das einen hohen Lieferservice für Endkunden, aber auch für lokale Lagerstandorte der Gruppenunternehmen sicherstellt. Von Detmold aus werden sie alle in erstklassiger Weise versorgt.
Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.weidmueller.de TGW Systems Integration GmbH, E-Mail: [email protected], www.tgw-group.com










