Lager- und Regalsysteme

Modernisierung ermöglicht Leistungssteigerung im Hochregallager

So wenig Unterbrechungen im Lagerbetrieb wie möglich – das wünschte sich Dr. Oetker bei der Modernisierung seines Hochregallagers. Ein passender Partner half, dies zu realisieren. Um für die geplante Erschließung weiterer europäischer Märkte gerüstet zu sein, war für die Dr. Oetker Food Service KG (OFS) in Ettlingen eine Neuorganisation der gesamten Logistik erforderlich, um die erwartete Leistungssteigerung von 30 % stemmen zu können.

Lager- und Regalsysteme: Modernisierung ermöglicht Leistungssteigerung im Hochregallager

Neben dem Austausch von drei veralteten Regalbediengeräten im Hochregallager musste der komplette Bereich Kommissionierung, Wareneingang, Warenausgang und innerbetrieblicher Transport vom und zum Hochregallager (TR-Lager) neu geordnet und aufgebaut werden. Darüber hinaus galt es, das zwischenzeitlich veraltete Lagerverwaltungssystem auf das konzernweit eingesetzte LES von SAP umzustellen. Schon früh hatte sich OFS für Dambach Lagersysteme als Lieferanten von drei neuen Regalbediengeräten – schlüsselfertig integriert in die damals noch bestehende Altanlage – entschieden. In einer spektakulären Aktion wurden schließlich die drei 32 m hohen Geräte an nur einem Wochenende ins vorhandene Hochregal eingebracht, nachdem zuvor kleine Montagebereiche in jeder Gasse abgetrennt worden waren. Der Normalbetrieb konnte damit reibungslos weiter laufen.

Nicht weniger spektakulär war nach der Fertigmontage der neu aufgebauten Regalbediengeräte deren Inbetriebsetzung. Wunsch und Vorgabe von OFS war, den Betrieb des Hochregals und damit die Lieferfähigkeit so wenig als möglich zu unterbrechen. Für die Demontage der drei alten Regalbediengeräte und die Inbetriebnahme der neuen standen Mitte August ganze vier Tage (Donnerstag bis einschließlich Sonntag) zur Verfügung. Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

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Trotz einiger wetterbedingter Hindernisse bei der Demontage der Altgeräte gingen die drei neuen RBG planmäßig in Produktion und liefen von Anbeginn mit ausgezeichneter Verfügbarkeit. Nicht zuletzt sorgt dafür eine auf den RBG-Typ und die besonderen Anforderungen der hohen Geräte abgestimmte Fahrkurvensteuerung. Bei den alten RBG waren deutliche Beruhigungszeiten des Mastes erforderlich, bevor die Ladung aufgenommen oder abgegeben werden konnte. Obwohl die dynamischen Fahrwerte in der neuen Anlage drastisch erhöht werden konnten, gibt es diese Zeiten nicht mehr.

Die hohe Leistungsreserve der Anlage erlaubt es, auch Spitzenleistungen in der „Rush Hour“ klaglos abzuarbeiten. Entscheidend für den reibungslosen Austausch der RBG war laut Dambach sicher auch die bis ins Detail geplante und getestete Anbindung der bestehenden Altanlage. Der Austausch des bestehenden Materialflussrechners und die Anbindung der vorhandenen Lagerverwaltungssoftware auf einer IBMAS400 auf der einen Seite und die Anbindung der noch bestehenden Förderanlage auf der anderen Seite gehörten mit zum Leistungsumfang von Dambach Lagersysteme. Darüber hinaus bot das neue System die Möglichkeit, ein halbes Jahr später mit verhältnismäßig geringem Mehraufwand eine direkte Anbindung an das dann geplante LES von SAP zu realisieren.

Umstellung der alten LVS auf SAP Zwischenzeitlich war man sich seitens OFS auch über die Umgestaltung der bestehenden Förderanlage klar geworden. Auch hier konnte OFS auf die Erfahrung von Dambach Lagersysteme gerade im Bereich Modernisierung zurückgreifen. Galt es doch, die zur Verfügung stehenden begrenzten Mittel mit dem erforderlichen Stufenkonzept des Umbaus und der mittlerweile ebenfalls anstehenden Umstellung der alten Lagerverwaltungssoftware auf SAP bis zum Jahresende in Einklang zu bringen. Selbstverständlich durfte dabei die Lieferfähigkeit zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt werden.

Lager- und Regalsysteme: Modernisierung ermöglicht Leistungssteigerung im Hochregallager

Bei der alten Förderanlage wurden daher zunächst alle künftig nicht mehr benötigten Förderelemente auf deren Wiederverwendbarkeit geprüft, entsprechend gekennzeichnet und in die neuen Strecken eingeplant. Im Ergebnis war es möglich, die neuen Strecken weitestgehend mit wiederverwendeten Elementen aufzubauen und fehlende Teile durch Umbau von vorhandenen Elementen herzustellen. Die Kostenersparnis gegenüber einer Neubeschaffung war enorm und trug maßgeblich zur Einhaltung des Budgets bei. Zunächst den Hallenboden erneuert Die Durchführung der Maßnahme erfolgte in mehreren Schritten, wobei nach der Demontage der einzelnen Abschnitte zunächst jeweils der Hallenboden erneuert wurde, bevor die neuen Anlagenteile aufgebaut werden konnten. Parallel zum mechanischen Umbau wurde die veraltete Simatic S5 Steuerung der Förderanlage auf das neue S7 Konzept von Dambach Lagersysteme umgestellt. Wie oft bei Umbauten bot sich die Chance, Verbesserungspotenziale auch an unverändert übernommenen Anlagenteile zu nutzen. So konnten in diesem Zug die Stauplätze auf den Einund Auslagerbahnen des Hochregallagers ohne großen Aufwand erhöht werden, was den Durchsatz der Förderanlage durch die Vermeidung von Rück staus bei Volllast der deutlich leistungsfähigeren neuen Regalbediengeräte erhöht.

Eine wesentliche Verbesserung im neuen System stellt für OFS die durchgängig vorhandene Materialflussverfolgung und Visualisierung auf dem neuen Materialflussrechner dar. So kann jede Palette an jeder Stelle und zu jedem Zeitpunkt direkt identifiziert und angesprochen werden. Auch bidirektional betriebene Streckenabschnitte lassen sich mit dem neuen System ohne Gefahr einer Blockade oder einer Leistungseinbuße verwalten.

Über umfangreiche Protokollier- und Statistikfunktionen können zeitnah und ohne großen Aufwand Durchsatzund Verfügbarkeitsreports der Anlage erstellt und zur Verteilung in eine „managementgerechte“ Form gebracht werden. Neue automatische I-Punkte mit Konturenkontrolle und Barcodeerfas- sung führen zu mehr Betriebssicherheit und Datenkonsistenz und nicht zuletzt zu einer Verringerung der Betriebskosten der Anlage.

Im Zuge der Einführung von SAPLES war es darüber hinaus erforderlich, ein auf dem gleichen Gelände befindliches Tiefkühllager in Satellitentechnik ohne Systemeingriff an die neue Lagerverwaltung anzubinden. Dank des modularen Materialflusssystems von Dambach konnte analog zum Materialflussrechner im TR-Lager ein verglichen mit SAP-Maßstäben kostengünstiges Gateway konfiguriert werden, welches die Anbindung der existierenden Technik in unveränderter Form ermöglicht. Der gesamte Umbau der Anlage wurde Mitte 2007 mit der durchgängigen Umstellung der Förderanlage auf Simatic S7 abgeschlossen. Sinnbildlich für den Erfolg der Maßnahme kann dabei die Kürzung des zuvor 8 m langen Schaltschranks für die Förderanlage auf nunmehr 3 m gewertet werden.

Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG E-Mail: [email protected], www.oetker-food-service.de Dambach Lagersysteme GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.dambach-lagersysteme.de

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