Lager- und Regalsysteme
Den tiefen Osten im Visier für die Intralogistik
Gerade der russische Markt ist für die Intralogistik ein spannendes Revier. Aber es gilt, viele Besonderheiten dort zu berücksichtigen, wie folgende Beispiele zeigen. Russland als Wachstumsmarkt mit entsprechenden Absatzchancen ist von Unternehmen, welche geostrategisch den Vertrieb ihrer Produkte lancieren, kaum zu ignorieren.

Mit einer Bevölkerungszahl von rund 143 Mio. Einwohnern, die pro Jahr um weitere 0,2 % zunimmt, wird ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 12.993 USD erarbeitet. Die Russen, welche dabei über genügend Kaufkraft verfügen, verlangen inzwischen eine breite Auswahl an Produkten und konzentrieren sich bei Investitionen und Konsum zunehmend auf ein Premiumsegment, was Qualität in Markenphilosophie transportiert.Der Konzern voestalpine unterhält nicht nur eine eigene Repräsentanz in Moskau, die Strategie der Markterschließung des Kremser Tochterunternehmens erfolgt vor allem als verlässlicher Partner von bedeutenden Logistiksystemanbietern.
Nennenswerte Projekte, welche in den letzten Jahren realisiert wurden, sind den Branchen Electronics, Fashion, Food und Paper zuzuordnen: Firmen wie Crocus, Ecco-Ros, Hoos und SCA betreiben große Lager an den Standorten Moskau, St. Petersburg und Sovetsk (Tula), deren Stahlregale von voestalpine Krems Finaltechnik gefertigt, geliefert und montiert wurden.
Beispiel Ecco-Ros
Der 1963 in Dänemark von Carl Tusbi gegründete Schuhhersteller Ecco begann 1991 mit seinen geschäftlichen Aktivitäten in Russland. Dort ist der offizielle Exklusivdistributor der skandinavischen Marke die Firma Ecco-Ros, welche ihr Filialnetz permanent ausbaut. 2011 Ecco-Lager in Moskau Aufgrund der gestiegenen logistischen Anforderungen und bedingt durch die Expansion hat Ecco-Ros am Standort Moskau ein neues Distributionszentrum errichtet. Dieses übernimmt die Lagerung der Schuhe sowie deren Verteilung und Belieferung an die über 100 Ecco-Ladengeschäfte in ganz Russland. Zusätzlich sollen in dem Logistikzentrum auch Artikel fremder Anbieter bevorratet, kommissioniert und versendet werden. Auch hier wurde ein automatisches Hochregallager implementiert, wofür Daifuku und dessen russischer Kooperationspartner Industrial Logistics als Generalunternehmer beauftragt wurden und voestalpine Krems Finaltechnik den Stahlbau lieferte. Das 37 m hohe Lager umfasst eine Kapazität von 38.000 Palettenstellplätzen mit neun Gassen und doppeltiefer Lagerung und ist damit auf eine Leistung von 200 Paletten pro Stunde ausgelegt.
Dabei spielt für das gute Image des österreichischen Unternehmens nicht nur die exzellente Qualität des Stahlproduktes eine maßgebende Rolle – auch die Montage des Regals ist bekannt für Genauigkeit, Sauberkeit und Termintreue.
Crocus Logistikzentrum Moskau

Die Crocus Group mit Hauptsitz in Moskau ist eines der führenden und sich schnell entwickelnden Unternehmen in Russland. Die Unternehmensgruppe wurde 1989 von Aras Agalarov als Handelsunternehmen Crocus Internationale gegründet. Der Inhaber und Präsident des Unternehmens, welcher 2012 in der Forbes-Rangliste der „reichsten Unternehmer Russlands“ Platz 61 einnahm, beschäftigt circa 6.000 Mitarbeiter und agiert unter anderem erfolgreich als Generalunternehmer und Betreiber namhafter Bauprojekte. Zu diesen zählen auch die Einkaufszentren Tvoy Dom in Moskau und Voronish, welche Einrichtungsartikel und Baumaschinen für den Haus- und Gartenbedarf anbieten.
Die 10.000 Marken und 300.000 Artikel, welche in den Einkaufszentren vorwiegend als Importware angeboten werden, wurden anfangs in einem manuellen Blocklager mit Flurförderzeugen ein- und ausgelagert. Aufgrund gestiegener Anforderungen mussten die Lagerkapazitäten ausgebaut werden. So entschied sich Crocus 2006 am Standort im Odintsovo-Bezirk, Region Moskau, für den Neubau eines Lagers mit Automatisierung der Prozesse.
Das Ergebnis: Ein neues, automatisches Hochregallager ermöglicht zentralisiert mehr Leistung und Flexibilität sowie zusätzliche Kapazität, um Logistikdienstleistungen auch für andere Unternehmen in den Tvoy-Dom-Einkaufszentren anzubieten zu können. Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt: Durch die Automatisierung kann der Lagerbestand besser vor Diebstahl geschützt werden. Die deutsche Firma viastore systems GmbH fungierte als Generalunternehmer und erteilte voestalpine Krems Finaltechnik den Auftrag für das Stahlregal.
2007 neues automatisches Hochregallager
Das sechsgassige automatische Hochregallager ist in Silobauweise errichtet. Mit einer Länge von 120 m, einer Breite von 35 m und einer Höhe von 43 m bietet es insgesamt eine Kapazität für circa 24.000 Palettenstellplätze. Aufgrund der sechs unterschiedlichen Palettentypen (Euro- und Sonderpaletten) ist das Lager in vier verschiedene Bereiche unterteilt. Gelagert wird in dem Linienlager einfach- und doppeltief.
Beispiel Hoos Handels GmbH
Die 1994 in Oberösterreich von Klaus und Martin Hoos für den Handel mit russischem Zander gegründete Hoos Handels GmbH eröffnete noch im selben Jahr einen eigenen Verarbeitungsbetrieb in St. Petersburg nach modernsten europäischen Maßstäben. Heute ist die homa GmbH mit Zaren-Quality europaweit der größte Zander-Exporteur. Die tiefgekühlten Fischfilets sind ausschließlich Wildfang und kommen aus den russischen Binnenseen und aus dem Brackwasser im Delta des Kaspischen Meeres. Beliefert werden mit ihnen der Großhandel und die Gastronomie. Nicht nur die Anpassung an einen ständig wachsenden Markt ist ein Anspruch, dem man gerecht werden muss. Eine Herausforderung liegt des Weiteren in der Handhabung der wachsenden Warenmengen bei gleichzeitiger Einhaltung höchster Qualitätsstandards – und dies ist nur dann möglich, wenn der Fisch auch immer optimal, das heißt in diesem Fall tiefgekühlt, gelagert werden kann. 2007 erfolgte die Erweiterung des Hoos-TK-Lagers in St. Petersburg. Das Unternehmen entschloss sich neben der Fischverarbeitung an einem zweiten Standort in St. Petersburg zum Neubau eines Tiefkühllagerhauses mit einer Kapazität für 6000 t Ware, welches 2003 in Betrieb ging und ein Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro umfasste. Für dessen Erweiterung um rund 10.000 Palettenstellplätze lieferte voestalpine Krems Finaltechnik 2007 das Stahlregal. Da das Geschäft weiter wachsen soll, planen die Inhaber weitere Investitionen für Ausbaumaßnahmen.
Ebenfalls am Standort Odintsovo wurde 2013 ein weiteres vollautomatisches Hochregallager mit einer Kapazität für circa 32.000 Palettenstellplätze in Betrieb genommen. Crocus erteilte auch hier viastore den Auftrag für die logistische Lösung, die wiederum den Stahlbau an voestalpine Krems Finaltechnik vergaben.
Kontakt: voestalpine Krems Finaltechnik GmbH A-3500 Krems E-Mail: [email protected] www.voestalpine.com/finaltechnik









