Logistikzentrum

Neues Hochregallager sorgt für klare Abläufe

Mit Blick auf das weitere Unternehmenswachstum hat sich der Verpackungshersteller delo: Dettmer Verpackungen für ein automatisiertes Distributionszentrum entschieden. Als Generalunternehmer lieferte Westfalia eine intelligente Systemlösung, die für einen maßgeschneiderten Materialfluss und eine effektivere Lagerlogistik sorgt.

Westfalia realisierte für den Verpackungshersteller delo: Dettmer ein automatisiertes Distributionszentrum. © Westfalia

Das Unternehmen delo ist spezialisiert auf Verpackungsfolien und Folienverpackungen unterschiedlicher Art. Der Familienbetrieb entwickelt passende Verpackungsmittel für die Produkte namhafter Unternehmen und Markenartikler aus dem Food- und Non-Food-Bereich. Der damalige Kleinstbetrieb hat sich heute mit seinen über 300 Mitarbeitern zu einem wirtschaftsstarken mittelständischen Unternehmen entwickelt. Mit dem neuen Logistikzentrum investiert delo in den dritten Standort der Region. Dies trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung des Betriebes bei. „Gewerbeflächen sind durch die rasante Entwicklung unserer Region Mangelware geworden. Daher wollten wir mit einer höheren Bauweise und Automatisierung eine optimale Flächenausnutzung erzielen und die Flexibilität in der Logistik erhöhen“, so Jan Bünnemeyer, Leiter Logistik bei delo.

Zentraler Versand ­– einheitliche Prozesse

Mit jährlich über 600 Millionen Laufmeter Verpackung und 30.000 Tonnen Polyethylenfolie gehört delo zu den führenden Anbietern von Verpackungsmaterialien in Europa. Bei der Herstellung seiner Rollen- und Beutelverpackungen setzt das Unternehmen auf hochwertige Rohstoffe sowie auf moderne Anlagen und Maschinentechnik. Diese Sorgfalt hat das Unternehmen bei der Umstellung auf eine automatisierte Lagerlösung beibehalten, sodass die neue Logistikanlage exakt auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten wurde. Gemeinsam mit dem Intralogistiker WestfaliaLogistics Solutions Europe hat der Verpackungshersteller folgende Ziele in Angriff genommen: zentraler Versand, Lagerkapazitätserhöhung, Leistungssteigerung sowie Ausbaumöglichkeiten. Übergeordnetes Vorhaben war, die bestehenden manuellen Lager sowie den Versand an einem neuen Standort zusammenzuführen. „Neben einem schlüssigen Konzept und einem marktgerechten Angebot war die Nähe zum Standort der ausschlaggebende Impuls für die Zusammenarbeit mit Westfalia“, berichtet Jan Bünnemeyer. Das Logistikkonzept von Westfalia beinhaltet ein Hochregallager mit umfangreicher Fördertechnik und automatischer Be- und Entladung sowie die Lieferung eines Shuttle-Lkws. Die Lagerung erfolgt doppeltief über drei Regalbediengeräte mit Teleskopgabel, die wiederum über eine zu- und abführende Fördertechnik versorgt werden. Des Weiteren ist eine Bereitstellungszone für den Versand eingebunden. Alles gesteuert von der Lagerverwaltungssoftware Savanna.NET, die mit dem kundeneigenen ERP-System kommuniziert. Neben dem werksübergreifenden Materialfluss ist die Logistik-Software für die komplette Auftragszusammenstellung verantwortlich. Dabei werden unter anderem Chargeninformationen verwaltet, Versandaufkleber erzeugt und schließlich Versandaufträge zugeordnet und in der gewünschten Reihenfolge bereitgestellt.

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Sichere Versandbereitstellung durch automatisches Hochregallager

„Unsere Lösung greift direkt im Anschluss an die Produktion. Die Palette, die aus der Produktion kommt, wird direkt auf unsere Fördertechnik aufgesetzt. Von dort aus gelangt die Ware über einen Shuttle-Transport in das neu entstandene Hochregallager und schließlich zum Versand“, schildert Westfalia-Projektmanager Mathias Spötter den Warenfluss. Um eine optimale Lagerung der unterschiedlichen Paletten und eine sichere Versandbereitstellung zu gewährleisten, umfasst das Hochregallager rund 10.400 Palettenstellplätze für Euro-, Kunststoff-, Industriepaletten sowie Kunststoffboxen, die ein Höchstgewicht von einer Tonne haben können. In dem 81 Meter langen, 23 Meter breiten und 24 Meter hohen Lager wurden insgesamt 375 Tonnen Stahl verbaut. Drei Regalbediengeräte mit Teleskopgabel bedienen die drei Gassen mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 200 m/min und einer Hubgeschwindigkeit von 90 m/min. Damit erzielen die Regalbediengeräte eine hohe Ein- und Auslagerleistung. In der Versandzone erfolgt die Bereitstellung zur Auslieferung über sechs Verladebahnen, diese sind modular erweiterbar. „Westfalia hat das automatische Logistikzentrum als Generalunternehmer zusammen mit ausgewählten Partnern realisiert. Von Anfang an war die Zusammenarbeit von großem Vertrauen geprägt, sowohl zu unserem Kunden als auch zu unseren Partnern“, beschreibt Thomas Schoch, Vertriebsverantwortlicher von Westfalia, die gelungene Zusammenarbeit. Dies bestätigt auch Jan Bünnemeyer und fügt hinzu: „Alle zuständigen Mitarbeiter und der Projektleiter zeichneten sich durch eine hohe Kompetenz und Erreichbarkeit aus.“

Effizienter Materialfluss durch automatische Be- und Entladung

Damit die Ware zum neuen Logistikzentrum gelangt, war die Realisierung eines werksübergreifenden Warentransports unbedingt notwendig. Für eine flexiblere und gesicherte Entsorgung der Produktion implementierte Westfalia eine Förderanlage, die als Pufferbahn über Nacht bis zu 60 Stauplätze nutzen kann. Nachdem das fertige Verpackungsmaterial einen Scanner und einen Folienwickler passiert hat, gelangt dieses über Rollen- und Kettenförderer zur automatischen Beladung des Shuttle-Lkws, der bis zu 32 Paletten laden kann. Zwei integrierte Sequenzplätze sorgen zur Ladungssicherung vorab für die korrekte Paarbildung der unterschiedlichen Paletten. „Die Automatisierung an der Verladerampe ist der bestmögliche Weg, um beide Produktionswerke mit dem neuen Lager zu verbinden und gleichzeitig eine enorme Zeitersparnis zu erzielen. Mit unserer hauseigenen Verladetechnik dauert dieser Vorgang weniger als fünf Minuten“, erläutert Thomas Schoch den Einsatz des automatischen Be- und Entladesystems. Der Shuttle-Lkw bringt die Ware von den Produktionsstandorten zum Hochregallager, wo die Paletten automatisch übernommen werden.

Herausforderungen gemeistert

Eine besondere Herausforderung in dem Projekt stellte die Etikettierung der Ware dar. Im Logistikzentrum werden die Paletten automatisch entladen und durch eine geeichte Waage gewogen. Eine Sensorik prüft, ob die Ware aufgrund ihrer Kontur automatisch mit einem Versandetikett versehen werden kann. „Durch die Beschaffenheit der unterschiedlichen Verpackungsmaterialien haben wir einen Etikettierer eingebaut, der die Ladeeinheit vorab vermisst und das Etikett dann in unterschiedlichen Höhen und Tiefen anbringen kann“, beschreibt Mathias Spötter. Kann die Ladeeinheit trotzdem nicht automatisch etikettiert werden, wird dies durch das System erkannt und die Ware zu einem Handarbeitsplatz gefahren. Letztendlich sei die Umsetzung dieses gelungenen Logistikkonzeptes vor allem durch die entschlossene Teamleistung aller Gewerke und den engen Abstimmungen mit dem Kunden erreicht worden, so der Westfalia-Mitarbeiter.

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