Förder- & Hebetechnik

Es gibt immer wieder neue Herausforderungen

Seit 24 Jahren führt René Holzer Gilgen Logistics an und hat aus einem Zwölf-Mann-Unternehmen einen großen Gesamtanbieter für Intralogistik gemacht. Martin Schrüfer sprach mit dem Urgestein der Branche über die USPs von Gilgen, erfolgreiche Produkte und die Perspektive für das kommende Geschäftsjahr.

materialfluss: Herr Holzer, wie ist das Geschäftsjahr für Gilgen bislang gelaufen?

Gesamtsystem aus dem Hause Gilgen Logistics
Ein Gesamtsystem aus dem Hause Gilgen Logistics. Fotos: Gilgen Logistics AG
René Holzer:

Gilgen Logistics als Logistik-Gesamtunternehmen kann auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Wir wurden im Geschäftsbereich der Logistiksysteme, Lager- und Fördertechnik mit einigen Großprojekten in der Schweiz, Deutschland und Spanien beauftragt, welche es nun gilt optimal umzusetzen. Auch für der Bereich Verladetechnik, sowie für den Geschäftsbereich Kundendienst verlief das 2017 optimal und wir konnten den Umsatz steigern. Wir führen unsere Wachstumsstrategie fort und haben vor, bis 2021 die 100-Millionen-Grenze beim Umsatz zu toppen. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wir dann mit den Auftragseingängen bei 110 bis 120 Millionen liegen müssen. Durch Know-How und Erfahrung gelang es bereits, Umsatzsteigerungen der vorangegangenen Jahre mit einer gleichbleibenden Zahl von Mitarbeitern zu realisieren. So soll es auch in den kommenden Jahren bleiben.

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mfl: Nachdem die Intralogistik immer komplexer wird – verkauft Gilgen überhaupt noch Standardlösungen? Holzer: Die Logistiklösungen für unsere Kunden sind jeweils auf die Bedürfnisse des Kunden und seinen Anforderungen abgestimmt. Somit können keine Standardlösungen in Betracht bezogen werden; jeder Auftrag ist individuell abgestimmt. In den Einsatz gelangen aber unsere Standard-Produkte. Im 2016/2017 setzten wir das neue LDR-Konzept (Logistik, Design und Realisation) um; mit diesem lassen sich die Realisierungsprozesse viel effizienter gestalten. Das Gesamtpaket integriert die Logistik, das Design und die Realisation in allen mechanischen Systemelementen und der standardisierten Hardware- und Softwarebausteinen und bringt dadurch eine enorme Effizienzsteigerung mit sich. Die Steuerungskomponenten sind in den Element-Bausteinen integriert und können somit bereits in der Layoutierung eingeplant werden; dadurch kann der Materialfluss optimal auf die Kundenanforderungen überprüft und abgestimmt werden. Durch die Visualisierung mit intuitivem Bedienkonzept, welche ab jedem mobilen oder fix installierten Bedienpanel abrufbar ist, lassen sich von der Gesamtanlage bis hinunter auf das einzelne Förderelement die aktuellen Status in Echtzeit erkennen. Ebenfalls kann auf der Visualisierung bis auf die Ebenen der Aktoren und Sensoren die Funktionsstatus angezeigt werden. Dies erlaubt dem Gilgen-Supportteam einer schnellen Hilfestellung für den Kunden und die Störungen lassen sich über Remote-Access einfachst beheben.

mfl: Haben Sie ein Lieblingsprojekt, das 2017 realisiert wurde?

Holzer
René Holzer
„Logistik findet überall und zu jeder Zeit statt.“ René Holzer, CEO Gilgen Logistics AG

: Coop, ein führender Lebensmittelhandelskonzern in der Schweiz, erstellte ein neues Produktions- und Logistikzentrum auf dem Areal der Salina Raurica mit rund 80.000 m² Fläche. Coop beauftragte, im Rahmen der Zusammenführung der drei Produktionsbetrieben (Divisionen: Halba (Schokolade), Sunray (Trockensortimente) und Cave (Wein-Abfüllung) unter einem Dach, die Gilgen Logistics als Generalunternehmer. Der Liefer- und Leistungsumfang beinhaltete die betriebsbereite automatische Lagertechnik mit Regalbediengeräten für die Zwischenlagerung von 41.000 Paletten, die vollautomatische Fördertechnik für Paletten und Rollbehälter, welche die drei Produktionsbetriebe miteinander verbindet, inklusive den dazugehörenden Sicherheitssystemen sowie Steuerung respektive des Materialflussrechners. Zudem integrierte Gilgen ein automatisches Puffersystem für die Zwischenlagerung von über 2.200 Rollbehältern.

Ein weiteres Projekt in Realisierung ist die Lieferung eines vollautomatischen Hochregallagers als Generalunternehmer für die größte Milchpulver- und Babynahrungs-Produktionsstätte in der Schweiz. Am Standort Sulgen verarbeitet die Hochdorf Swiss Nutrition AG bis zu 1,5 Millionen Kilogramm Frischmilch und Molke pro Tag. Gilgen wurde für dieses schlüsselfertige, automatisierte Hochregallager mit der gesamten SPS-Steuerung, Lagerverwaltungssystem, Visualisierung, sowie der Lkw-Andockstationen beauftragt. Die einzelnen Förderelemente müssen den qualifizierten Erkenntnissen des Hygienic Design entsprechen, sowie werden in hygienisch oder hygienisch qualifizierten Räumen installiert. Das vollautomatische Hochregallager beinhaltet vier Regalbediengeräte mit Doppel-Lastaufnahmemittel für die doppeltiefe Ein- / Auslagerung. Das Hochregallager hat Platz für über 9.900 Palettenstellplätze.

mfl: Wofür will Gilgen 2018 stehen? Holzer: Die Gilgen Logistics AG sieht sich als eine führende Gesamtanbieterin von Intralogistiklösungen. Wir legen den Fokus auf innovative und maßgeschneiderte Produkte und entwickeln maßgeschneiderte Komplettlösungen mit Eigenprodukten für Dienstleistung, Handel und Industrie. Gilgen kann dank dem komplett abgestimmten LDR-Paket maßgeschneiderte Lösungen mit einfachster Systemarchitektur zu Standardpreisen anbieten. Neben der Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte legen wir grossen Wert auf einen individuellen Kundendienst.

mfl: Sie führen Gilgen Logistics seit 24 Jahren – was motiviert sie Jahr für Jahr? Holzer: Sind sie sicher, ist das so…? Es kommt mir absolut nicht als eine lange Zeit vor. Ich bekam 1993 die herausfordernde Aufgabe mit zwölf Mitarbeitern am Standort Oberwangen die Gilgen Logistics AG (damals Gilgen Fördersysteme AG) aufzubauen. Jeder Tag war spannend und stellte uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Ich hatte das Glück von guten Mitarbeitern umgeben zu sein und wir konnten dies über die Jahre immer weiter ausbauen. Logistik findet überall und zu jeder Zeit statt. Ich freue mich mit unserem Team die Veränderungen mit Logistik 4.0 aktiv mitzugestalten. Mein größtes Ziel ist, dass ich die Leitung der Gilgen Logistics AG in den nächsten 3 - 5 Jahren an einen fähigen Nachfolger übergeben kann. Hier sind wir auf sehr gutem Wege.

mfl: Letzte Frage: LogiMAT oder CeMAT, 2018? Oder: Beides? Holzer: Gilgen Logistics wird sich im 2018 bereits zum elften Mal auf der LogiMAT präsentieren. Der jährliche Wachstum bei den Besucher- und Ausstellerzahlen bestätigt die herausragende Bedeutung und Qualität der LogiMAT für die Intralogistik für Deutschland, sowie für die Schweiz. Die Messe bietet eine sehr gute Bühne, unsere Lösungskompetenzen zu präsentieren. Ausserdem ist sie ein wichtiges Trendbarometer.

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