Förder- & Hebetechnik

Die Vorteile des Baukastenprinzips

Vom Antrieb über die Transportbänder bis zu Komplettanlagen: Die „Hardware“ der Intralogistik ist modular aufgebaut. Und eine konsequente Modularisierung setzt dezentrale Antriebs- und Steuerungstechnik voraus.

isolierter Bausteinturm

Lego und Fischer-Technik, Ikea-Regale und Fertighäuser: Es gibt Produkte, die vor allem wegen ihrer modularen Konstruktion zum Erfolg wurden. Das gilt auch für die Fördertechnik. Hier liegt es auf der Hand, große Anlagen aus einzelnen Modulen zu konfigurieren, die wiederum aus kleineren Modulen wie z.B. Förderrollen bestehen. Und die Rollenelemente selbst sind ebenfalls modular aufgebaut, damit der Hersteller schnell und einfach Varianten erzeugen kann.

Mit der RollerDrive EC310 hat Interroll ein Antriebskonzept für individuell konzipierte Rollenförderer mit 24-VDC-Stromversorgung entwickelt, das sich platzsparend in geplante oder bereits vorhandene Logistik integrieren lässt. Nach Angaben des Herstellers vereinfacht die neue Antriebsrolle die staudrucklose Behälterfördertechnik deutlich, wenn man den Vergleich zu konventionellen Systemen zieht. Denn die flexible Steuerungstechnik erlaubt die einfache Integration in die jeweiligen Fördermodule und -anlagen, und über PolyVee-Riemen mit flexiblen Zugträgern können die angetriebenen Rollen mit Förderrollen verbunden werden.

Durch die Flexibilität des Zugträgers ist es möglich, Lochungstoleranzen der Seitenwange zu überbrücken und den PolyVee-Riemen in Kurven einzusetzen. Zudem bieten diese Riemen gegenüber Rundriemen den Vorteil einer bis zu 300 % höheren Drehmomentübertragung. Das hat zur Folge, dass die Antriebsleistung auf alle Förderrollen sehr gleichmäßig übertragen wird. Dadurch sind kurze Beschleunigungs- und Bremswege möglich.

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Die RollerDrives EC310 werden auch in den Fördermodulen des Intelliveyor-Baukastens eingesetzt. Die interne Steuerung des Intelliveyor, die Z-Card, verwandelt eine Rollenbahn in einen intelligenten Einzelplatzförderer, der jedem Transportgut seine eigene Zone im Förderfluss zuweist. Der Intelliveyor-Baukasten sorgt für staudrucklosen Transport, indem das ankommende Stückgut mit Erreichen des Zonenendes jeweils den Antrieb der Folgezone aktiviert.

Die Stückgüter berühren sich somit nicht und werden ganz ohne übergeordnete Steuerung bei Bedarf staudrucklos aufgestaut - ein gutes Beispiel für die Vorteile einer modular aufgebauten Fördertechnik. Zu den einbau- und gebrauchsfertig vorgefertigten Modulen des Intelliveyor-Baukastens gehören gerade Module, Kurven mit konischen Rollen, Einschleuser (30 °/45 °), Ausschleuser (45 °) und Zahnriementransfers (90 °).

Eine andere, ebenfalls modulare Art der staudrucklosen Förderung realisierte AMI-Fördertechnik für das zentrale Logistikzentrum Breslau/Polen der internationalen Modemarke Orsay. Als das Zentrum von 6.000 auf 36.000 m² erweitert wurde, lieferte und installierte AMI die nötige Fördertechnik. Auf hunderten Metern transportieren Rollenförderer und Gurtförderer die Textilien von Arbeitsstation zu Arbeitsstation und reduzieren so die Wege der Mitarbeiter während des Arbeitstages auf das notwendige Minimum.

Damit die Kartons während des Transports nicht zerdrückt oder anderweitig beschädigt werden, kommen zwischen Kommissionierung, Versand und Endkontrolle staudrucklose Rollenförderer vom Typ ARFS 50-130 zum Einsatz. Ihre Tragrollengerüste sind im Inneren mit Hubsegmentbalken ausgestattet, die ein elektropneumatisches Anheben der Tragrollen erlauben, um die transportierte Ware zu stoppen. Dieser Vorgang wird von einem Sensorventil im Inneren des Tragrollengerüsts gesteuert. Die Signale aufeinander folgender Sensoren sind so gekoppelt, dass die Kartons einzeln zum nächsten freien Platz transportiert werden. So gelangt die Ware zur Endkontrolle.

Für einen global tätigen Hersteller der Sanitärtechnik hat FörSt Intralogistik ein neues Konzept entwickelt und umgesetzt. Die in einem Schweizer Werk produzierte Fertigware wird nun nicht mehr eingelagert, sndern direkt in Lkws verladen und nach Deutschland in ein Zentrallager transportiert.

Die Fertigware wird nun in der Produktion von einem FTS aufgenommen und mehrlagig auf einen Kettenförderer aufgegeben. Ein Entstapler vereinzelt die Transporteinheiten und übergibt sie per Lift an eine Förderstrecke, die an der Decke befestigt ist. Von dort werden die Transporteinheiten wiederum über einen Lift in einen Förderkanal aufgegeben, der ins Hocchregallager führt. Ein Teil der Transporteinheiten gelangt auf direktem Weg über eine Kettenförderer-Strecke zum Bereitstellungsraum, ein anderer Teil wird im Pufferlager kurz zwischengelagert.

Dezentrale Antriebssysteme

Bei der gesamten, durchgängig modular aufgebauten Lösung nutzte FörSt das neue dezentrale "Field Power"-Antriebssystem - mit dem Ergebnis, dass der Komponenteneinsatz sehr schlank gehalten weerden konnte. Man benötigt lediglich drei modular aufgebaute Steuerschränken von 1,20m Breite, 4 km Leitung und ca. 90 integrierte Motoranschaltungen. Dadurch konnte die Installationszeit um 50 % bis 70 % verkürzt werden; ausßerdem lässt sich das System sehr schnell an neue Bedürfnisse anpassen. Nicht nur die Hersteller von Fördertechnik, auch ihre Zulieferer setzen auf das Prinzip der dezentralen Modularität. SEW Eurodrive hat speziell für die Intralogistik das Movimot-System entwickelt, eine Kombination aus Getriebemotor und digitalem Frequenzumrichter im Leistungsbereich von 0,37 bis 4 kW.

Einbindung in zentrale Kommunikationssysteme

Das System kann flexibel für unterschiedlichste Funktionen skaliert werden. Neu bei der aktuellen Baureihe D ist die Kommunikationsschnittstelle MFE52A für Profinet IO, die eine effiziente Vernetzung kompletter Fertigungs- und Distributionslinien erlaubt. Die Schnittstelle ist serienmäßig mit integriertem Ethernet-Switch ausgestatten, so dass der Anlagenhersteller auch die aus der konventionellen Feldbustechnik vertraute Linientopologie realisieren kann.

Ein steckbares Speichermodul, auf dem alle Geräteinformationen und die Netzwerkadresse gespeichert werden, schafft die Voraussetzung für einen einfachen Gerätetausch durch Umstecken des Moduls. Danach kann die Anlage in kürzester Zeit wieder in Betrieb gehen, und Stillstandzeiten werden entscheidend minimiert. Dieses Beispiel zeigt: Eine durchgängige Modularität von Intralogistik-Anlagen bringt schon auf der Komponentenebene deutliche Vorteile.

Vorteile von Modulen

  • Einfache Installation
  • Schnelle Instandhaltung
  • Hohe Flexibilität
  • Jederzeit leichte Erweiterung möglich
44-mf-Intelliveyor Amway Polen

AMI Förder- und Lagertechnik GmbH, E-Mail:

,

FörSt-Intralogistik GmbH, E-Mail: [email protected], www.foerst-gmbh.de

Interroll AG, www.interroll.com

SEW-Eurodrive GmbH & Co KG, E-Mail: [email protected], www.sew-eurodrive.de

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