Flurförderzeuge
Staufrei und ökonomisch
Anstelle von Frontstaplern versorgen bei der Maschinenfabrik Reinhausen jetzt zwei Routenzüge die Produktion. Sie bestehen aus je einem Schlepper und angehängten Transportwagen. Die Vorteile: Weniger Verkehrsaufkommen und mehr Wirtschaftlichkeit.
Wie man sieht, ist der Ablauf eingespielt: Der Bediener stoppt seinen Routenzug am Anlieferplatz eines Fertigungssegments, steigt von seinem Standschlepper EZS C40, öffnet die Auffahrrampen eines angekuppelten Transportwagens, rollt einen mit Kleinladungsträgern (KLT) beladenen Rahmenwagen heraus und stellt ihn auf die dafür vorgesehenen Fläche. Dann lädt er Leergut auf den Transportwagen und setzt seinen Rundkurs fort. Jens Schiffer, Leiter Lager und Transport der Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Regensburg, registriert zufrieden, wie reibungslos der Produktionsnachschub läuft. „Seitdem wir unser ›Anlieferkonzept Segmentierung‹ mit den Routenzügen gestartet haben, ist das Verkehrsaufkommen in der Fertigung und Montage spürbar gesunken.“
Früher hat das Werk Haslbach seine Produktion ausschließlich durch Frontstapler versorgt. Die Rohmaterialien für die Fertigung sind weder auftragsbezogen kommissioniert, noch konsolidiert oder nach dem Fifo-Prinzip ausgefahren worden. Hilfsmittel, Werkzeuge und Vorrichtungen hat man dezentral bereitgestellt.
Auf zwei Routen liefern Schlepperzüge Behälter mit Rohmaterialien und Halbfertigerzeugnissen termingerecht an die Produktionsversorgungsbereiche. Das Gleiche gilt für Leerbehälter und Inlays, Fertigungswerkzeuge und die dazugehörenden Vorrichtungen. Das Spektrum der Behälter reicht von Kleinladungsträgern (KLT) bis hin zu Gitterboxen mit Abmessungen von 1200 x 800 x 980 Millimeter und einem Bruttogewicht von einer Tonne.
Ein Grund für den Wechsel zu Routenzügen, die im getakteter Verkehr nach dem Milkrun-Prinzip fahren, sei in der Kostensituation begründet, wie Schiffer betont. Die Schlepper lägen im wirtschaftlichen Vergleich deutlich vorn, denn sie seien preislich etwa ein Drittel günstiger als Frontstapler. Hauptsächlich sei es aber um das Konzept gegangen. Zumal durch die Züge Leerfahrten entfallen, weil sie im kombinierten Verkehr auch Fertigteile, Rohmaterialien, Leergut und Späne aus den Fertigungssegmenten abholen. Außerdem könne ein Stapler maximal zwei Transporthilfsmittel aufnehmen, ein Routenzug dagegen bis zu acht. Weitere Ergebnisse der Umstrukturierung seien ein reduzierter Handlingaufwand und eine auftragsbezogene Kommissionierung.

Jens Schiffer tritt neben einen Rahmenwagen. „Durch den Einsatz dieser Wagen liegt das Material am Arbeitsplatz immer auf einer ergonomischen Höhe und genau an der Stelle, an der wir es benötigen. Infolgedessen erübrigen sich Scherenhubwagen und Scherenhubtische, für die demnach auch keine Wartungskosten anfallen. Und wir gewinnen Bereitstellfläche hinzu.“ Ferner hat der Betreiber eine einheitliche Nachschubstruktur erreicht sowie seine Ordnung und Sauberkeit in der Produktion verbessert. Zudem ist eine flexible Mehrfachverwendung der Transportwagen möglich, sodass er mit einer kleinen Zahl an Anhängervarianten auskommt. Überdies lässt sich die Größe der Gesamtladefläche durch die Menge der angekoppelten Hänger und die Kombination der einzelnen Hängertypen variieren. Ein Vorteil, der ebenso zu einer hohen Flexibilität beiträgt.
Für Drei-Schicht-Betrieb gerüstet
Jens Schiffer deutet auf die Deichsel eines EZS C40. „Jungheinrich hat die Schlepper mit einer Standarddeichsel ausgestattet, die zu allen von uns genutzten Anhängern passt. Diese können leicht mithilfe eines Tastbetriebs, der beidseitig in die Rückenlehne integriert ist, an- und abgekuppelt werden. Wir verwenden vor allem Portalwagen, Cargoliner und KLT-Standardtransportwagen.“ Die Routenzüge fahren auf Industrieböden und glatten Böden sowie im Außenbereich, wo sie auch eine sanfte Steigung bewältigen. Hilfreich sind dabei die erhöhte Bodenfreiheit und die Superelastik-Antriebsradbereifung (SE), die dem EZS C40 diese Einsätze ermöglichen. Mit Rahmen aus hochwertigem Acht-Millimeter-Stahlblech und einer extra hoch gezogenen Rahmenschürze an der Fronthaube eignen sich die EZS C40 für härteste Bedingungen.
Obendrein stehen die wendigen Schlepper durch ihren 24-Volt-Fahrmotor in Drehstromtechnik für erheblich weniger Energieverbrauch, längere Einsatzzeiten und minimalen Wartungsaufwand: Vorteile, die auf einem optimalen Wirkungsgrad, einer günstigen Abstimmung zwischen Fahrmotor und Fahrsteuerung sowie auf der Energierückgewinnung beim generatorischen Bremsen beruhen. Die Schlepperbatterie versorgt über eine in der Rückenlehne angebrachte Elektrosteckdose auch die Anhänger mit Strom, den diese beispielsweise für Hub- und Senkfunktionen brauchen. Zudem hat das gegenwärtig zweischichtig arbeitende Werk Haslbach die EZS C40 mit optionalen Rollen zur seitlichen Batterieentnahme ausrüsten lassen und in eine einfach zu bedienende Batteriewechselanlage investiert, damit es bei Bedarf durchgängig im Drei-Schicht-Betrieb fahren kann.
Da die Mitarbeiter häufig auf- und absteigen müssen, profitieren sie von der niedrigen, gefederten Standplattform sowie von kurzen, bequemen Wegen zwischen Fahrerstand und Last und folglich von den ergonomischen Vorzügen eines Standschleppers. Durch ihre elektrische Lenkung und ihr JetPilot-Lenkrad lassen sich die EZS C40 zudem mit geringem Kraftaufwand steuern. Ein Bediener führt vor, wie er seinen Routenzug gezielt vor den Anlieferplatz eines Fertigungssegments lenkt. Jens Schiffer: »Die Spurtreue des Zuges ist auch in Kurven gewährleistet. Dabei bleiben die Ellenbogen geschützt innerhalb der Fahrzeugkontur.«
Neben dem JetPilot bieten die stützende gepolsterte Rückenlehne sowie die automatische Geschwindigkeitsreduzierung Curve Control ebenfalls Unterstützung in Kurven. Abgesehen davon ermöglichen Curve Control und die Impulssteuerung SpeedControl ein bequemes, sicheres und auf den Einsatzfall abgestimmtes Fahren. So halten die Schlepper die am Fahrschalter vorgegebene Geschwindigkeit in jeder Fahrsituation bei – selbst auf Steigungen und Gefällen. Zur Sicherheit tragen ebenso Seitenspiegel und eine Rundumleuchte bei.
Über die Maschinenfabrik Reinhausen
Der Ursprung der heutigen Maschinenfabrik Reinhausen GmbH liegt im Regensburger Ortsteil Reinhausen. Dort wurden ab 1868 Spaltgattersägen zur Holzbearbeitung hergestellt. Seit 1901 firmiert das Unternehmen unter Maschinenfabrik Reinhausen (MR). Inzwischen bildet die MR den Kern der Reinhausen Gruppe, einem nach wie vor unabhängigen Familienunternehmen. Von den weltweit 2.700 Beschäftigten der Gruppe sind 2.200 in Deutschland tätig.
Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, E-Mail: [email protected], www.reinhausen.com
Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de









