Virtuelle Hauptversammlung

Marvin Meyke,

Jungheinrich sieht sich gewappnet für die Zukunft

Jungheinrich blickt trotz Corona-Pandemie positiv in die Zukunft. Am 27. August fand die Hauptversammlung des Unternehmens, coronabedingt virtuell, statt. 

© Jungheinrich

"Jungheinrich wird gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen", sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG heute auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Angesichts der Covid-19-Pandemie fand die Aktionärsversammlung erstmals virtuell statt. Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG konnten die Veranstaltung von überall auf der Welt live im Internet verfolgen. "Der Schutz unserer Aktionärinnen und Aktionäre und die Gesundheit unserer Mitarbeiter stehen an erster Stelle. Social Distancing zu leben ist in diesem Jahr deshalb Ausdruck davon, Verantwortung zu übernehmen", sagte Brzoska.

2019: Erstmals über vier Milliarden Umsatz
Jungheinrich blickt auf ein ordentliches Jahr 2019 zurück. Trotz einer Konjunktureintrübung im zweiten Halbjahr konnte das Unternehmen erstmals einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro erzielen. "Das ist ein Meilenstein in der Geschichte Jungheinrichs", sagte Brzoska. Obwohl das Unternehmen einmalige Ergebnisbelastungen zu verzeichnen hatte, erzielte Jungheinrich ein EBIT von 263 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern konnte gegenüber 2018 gesteigert, der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf 345 Millionen Euro deutlich erhöht und die Nettoverschuldung erheblich reduziert werden.

Anzeige

Maßnahmenprogramm zur Effizienzsteigerung
Brzoska führte aus, dass der Jungheinrich-Vorstand ab Spätsommer 2019 vermehrt Anzeichen für das Aufziehen einer Rezession wahrgenommen hatte. "Für uns wurde im Verlauf des zweiten Halbjahres 2019 zunehmend klar, dass der Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre beendet ist", sagte er. Vor diesem Hintergrund hat Jungheinrich ein umfangreiches Maßnahmenprogramm zur Effizienzsteigerung und Risikoabsicherung erarbeitet. Diese Maßnahmen kamen dem Unternehmen zugute, als Anfang dieses Jahres die Covid-19-Pandemie ausbrach. "Durch die von uns ergriffenen Maßnahmen waren wir in der Lage, sehr schnell auf die neue, verschärfte Situation zu reagieren und die Handlungsfähigkeit des Konzerns sicherzustellen", sagte Brzoska.

Brzoska unterstrich in seiner Rede die Systemrelevanz der Intralogistik für die Versorgung des Gemeinwesens speziell während der Corona-Krise: „Wir tragen zur Versorgung von Menschen und Unternehmen bei und haben während der Krise dabei geholfen sicherzustellen, dass die Wirtschaft in Deutschland, Europa und der Welt nicht zum Erliegen kommt. Darauf sind wir stolz.“ Ohne Fahrzeuge, Systemlösungen und Dienstleistungen von Jungheinrich wäre in den Regalen der Supermärkte heute große Leere.

Erstes Halbjahr 2020
Bereits am 11. August hatte die Jungheinrich AG ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2020 bekannt gegeben. Die Bestellungen für Neufahrzeuge lagen demnach im ersten Halbjahr 2020 krisenbedingt mit 53,9 Tausend Fahrzeugen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der wertmäßige Auftragseingang des Jungheinrich-Konzerns blieb mit 1,81 Milliarden Euro ebenfalls hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 1.801 Millionen Euro zurück. Trotzdem erreichte das Unternehmen ein EBIT von 95 Millionen Euro und eine EBIT-Rendite von 5,3 Prozent. "Das ist für ein Krisenhalbjahr wie dieses ein sehr gutes Ergebnis", erklärte Brzoska.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erreichte im Zeitraum Januar bis Juni 2020 rund 201 Millionen Euro und verdoppelte sich damit gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin ist es Jungheinrich trotz der Krise gelungen, unsere Nettoverschuldung von 172 Millionen Euro gegenüber dem Jahresende 2019 auf 36 Millionen Euro zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat die Hauptversammlung dem Vorschlag des Jungheinrich-Vorstands zugestimmt, trotz Krise die stabile Dividendenpolitik des Unternehmens auch in diesem Jahr fortzuführen und die bereits im Geschäftsbericht 2019 avisierte Höhe der Dividende von 0,46 Euro je Stammaktie und 0,48 Euro je Vorzugsaktie beizubehalten.

Prognose für 2020
Am 22. Juli hatte Jungheinrich eine neue Prognose für das Jahr 2020 veröffentlicht. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Auftragseingang zwischen 3,4 und 3,6 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz dürfte sich ebenfalls innerhalb einer Bandbreite von 3,4 bis 3,6 Milliarden Euro bewegen. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) sollte 2020 nach aktueller Einschätzung zwischen 130 und 180 Millionen Euro liegen. Die EBIT-Rendite wird in einer Bandbreite von 3,8 Prozent bis 5,0 Prozent erwartet. Brzoska sagte: "Durch unsere entschlossene Reaktion auf die ersten Krisenzeichen haben wir die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft gestellt. Wir können heute sagen, dass Jungheinrich bislang und den Umständen entsprechend gut durch die größte globale Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gekommen ist. Das gibt uns Zuversicht für die Zukunft."

Neue Konzernstrategie
Für das vierte Quartal 2020 kündigte Brzoska die Vorstellung einer neuen Konzernstrategie an. Darin wird sich Jungheinrich auf die Herausforderungen eines sich verändernden Markt- und Wettbewerbsumfelds einstellen, aber auch aktiv die daraus entstehenden Chancen nutzen. Dabei wird sich das Unternehmen auf die Handlungsfelder Digitalisierung, Automatisierung, Effizienz, Energiesysteme, Nachhaltigkeit und den Ausbau seines globalen Footprints konzentrieren. "Unser Ziel ist es, unsere weltweite Marktposition weiter auszubauen und nachhaltig Werte für alle unsere Stakeholder zu schaffen", erklärte Brzoska.

Staplerspende an Hamburger Tafel e.V.
Traditionell verköstigt Jungheinrich am Ende der Hauptversammlung seine Aktionärinnen und Aktionäre. Da die Veranstaltung diesmal rein virtuell stattfand, war dies in diesem Jahr nicht möglich. Deshalb nutzte Jungheinrich dieses Essens-Budget nun und spendet der Hamburger Tafel e.V. einen Stapler. Auf Nachfrage wünscht sich die Tafel einen Deichselstapler vom Typ EJC 220, der derzeit im Jungheinrich-Werk in Dresden aufbereitet und dann zeitnah ausgeliefert wird. "Wir freuen uns, auf diese Weise eine großartige soziale Institution unterstützen zu können", sagte Brzoska.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite