PPWR 2026

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Green Logistics beginnt beim Karton

Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR gelten ab dem 12. August 2026 neue Anforderungen an Verpackungen. Für die Intralogistik rücken damit intelligente Verpackungsprozesse in den Fokus: Wer Kartongrößen optimiert und Füllmaterial reduziert, bereitet sich frühzeitig auf die kommenden Vorgaben vor und spart zugleich Material-, Transport- und Prozesskosten. Unitechnik zeigt, wie das gelingen kann.

Die Case Calculation im LVS UniWare ermittelt vor der Kommissionierung die optimale Kartongröße, um Überverpackung zu vermeiden. © Unitechnik

Für die Logistikbranche konkretisiert sich die Verpackungsverordnung PPWR vor allem an zwei Stellen: in der Kommissionierung und im Versand. Wer nicht handelt, riskiert ab dann Verstöße gegen verbindliche Vorgaben zu Kartonvolumen und Füllmaterial. Dabei geht es um mehr als die Erfüllung regulatorischer Pflichten. Wer Überverpackung systematisch abbaut, senkt gleichzeitig Materialkosten und Transportvolumen. Die gute Nachricht ist, dass praxisgerechte Lösungen dafür bereits heute existieren und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zu nachhaltiger Logistik leisten.

Der Europäische Rat hat die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) im Dezember 2024 angenommen. Seitdem läuft die Zeit: Nach einer Übergangszeit gelten die Vorgaben ab Sommer 2026 verbindlich. Die Verordnung stellt dabei klare Anforderungen an den Umgang mit Verpackungen im Versand. Unternehmen müssen künftig sicherstellen, dass die Kartongröße optimal an das jeweilige Produkt beziehungsweise den jeweiligen Auftrag angepasst wird, um übermäßigen Materialverbrauch zu vermeiden. Darüber hinaus darf der Anteil von Füllmaterialien wie Luftpolsterfolie oder Schaumstoff nur noch maximal 50 Prozent des Kartonvolumens ausmachen. Überdimensionierte Kartons, die deutlich mehr Volumen bieten, als der Inhalt benötigt, sind dann grundsätzlich nicht mehr zulässig.

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Für die Intralogistik bedeutet das: Überverpackung ist kein Kavaliersdelikt mehr, sondern ein Prozessfehler mit regulatorischen Konsequenzen. Gegen Überverpackung gibt es zwei grundsätzliche Ansätze: die proaktive Auswahl der richtigen Kartongröße für jeden Auftrag sowie den Einsatz anpassungsfähiger Kartons, die sich im Prozess verkleinern lassen.

Proaktive Kartonwahl: Stammdaten steuern die Verpackung

Bei der Kommissionierung nach dem Pick-and-Pack-Prinzip muss vor dem ersten Pick die richtige Kartongröße gewählt werden. © Unitechnik

Der erste Ansatz ist konsequent vorausschauend: Bevor ein einziger Artikel gepickt wird, muss das Volumen aller Positionen eines Auftrags berechnet sein, um den optimal passenden Karton bereitzustellen. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber eine anspruchsvolle Rechenaufgabe: Artikel unterscheiden sich in Form, Größe und Gewicht, manche lassen sich ineinander schachteln, andere nicht. Das Prinzip lässt sich mit einem Tetris-Spiel vergleichen, bei dem alle Teile vor dem ersten Zug bereits bekannt sein müssen.

Genau hier setzt die Case Calculation im Lagerverwaltungssystem UniWare von Unitechnik an. Das KI-basierte Tool ermittelt auf Grundlage der Artikelstammdaten, welcher Karton für einen Auftrag optimal geeignet ist. Dabei berücksichtigt es nicht nur die Abmessungen der einzelnen Artikel und ihre Schachtelbarkeit, sondern berechnet auch die optimale Packreihenfolge. Kriterien wie Größe, Gewicht, Empfindlichkeit und Wert der Artikel fließen in die Entscheidung ein. Voraussetzung dafür ist eine hohe Qualität der Artikelstammdaten im System. In der Praxis bedeutet das: Der optimal passende Karton wird bereitgestellt und fährt automatisiert von einem Kommissionierbahnhof zum nächsten, während die Ware direkt nach dem Pick-and-Pack-Verfahren eingepackt wird. Das Ergebnis sind möglichst kleine Kartons und eine minimale Retourenquote.

Den falschen Karton im Prozess korrigieren

Neben der proaktiven Kartonauswahl gibt es einen weiteren wirkungsvollen Ansatz: die Kartonverkleinerung direkt im Versandprozess. Der Karton wird dabei nach der Befüllung automatisch und maßgeschneidert an den tatsächlichen Inhalt angepasst. Unitechnik setzt dafür eine Kartonverdeckelungsmaschine ein. Diese erkennt über einen Sensor den Füllstand des nach oben offenen Kartons und passt die Kartonhöhe automatisch an den tatsächlichen Inhalt an. Dazu schneidet die Maschine den Karton an allen vier Ecken so weit ein, dass die Seiten einfach zugeklappt werden können. Abschließend wird ein Deckel aufgesetzt, der den Verpackungsprozess abschließt. Das freie Volumen im Inneren des Kartons wird so auf ein Minimum reduziert. Das zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus: Die kompakteren Kartons schaffen zusätzlichen Stauraum im Lkw, senken die Versandkosten und erfüllen dabei die Anforderungen der neuen EU-Verpackungsverordnung. Unternehmen, die diesen Ansatz schon heute umsetzen, sind für den Geltungsbeginn der PPWR ab Sommer 2026 damit bereits gut gerüstet.

Smarte Verpackungslogik zahlt dreifach ein

Ab dem 12. August 2026 ist Volumen- und Materialeffizienz im Versand keine Kür mehr, sondern regulatorische Pflicht. Die PPWR macht deutlich, dass das Thema Green Logistics nicht beim Transport aufhört, sondern bereits bei der Frage beginnt, wie viel Karton ein Auftrag wirklich braucht. Für die Intralogistik rücken damit Kommissionierung und Versand als Stellschrauben in den Fokus. Zwei Ansätze liefern die Antwort auf die neuen Anforderungen: Sie können unabhängig voneinander eingesetzt oder miteinander kombiniert werden. Ansatz 1, die proaktive Kartonauswahl auf Basis von Stammdaten und KI-gestützter Packlogik, stellt sicher, dass von Beginn an der richtige Karton zum Einsatz kommt. Ansatz 2, die maschinelle Kartonverkleinerung im Prozess, schließt die verbleibende Lücke. Beide Varianten zusammen reduzieren Materialverbrauch, senken Transportkosten und erfüllen die Vorgaben der PPWR. Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen damit nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch einen handfesten wirtschaftlichen Vorteil.

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