Aus materialfluss 4/2020
Stöcklin entwickelt Ex-geschützte Lithium-Ionen-Batterie
Mit der LiTex hat Stöcklin Logistik die laut eigenen Angaben weltweit erste Lithium-Ionen-Batterie für den Einsatz im Ex-geschützten Bereich entwickelt.
Mit der Baumusterprüfung von Dezember 2019 liegt auch die Zulassung für die patentierte Batterie vor, die den sicheren Einsatz in Gas- (Zone 1) und Staubatmosphären (Zone 21) gewährleistet.
Die Vorteile dieser Batterie liegen im minimalen Wartungsaufwand und der langen Lebensdauer. Sowohl das druckfeste Gehäuse der Batterie als auch das überdruckgekapselte Gehäuse, in dem das Ladegerät untergebracht ist, ermöglichen das Laden der Batterie innerhalb der explosionsgefährdeten Bereiche. Es entfällt das lästige Nachfüllen von Wasser und der Umgang mit Batteriesäure. Da die Batterie nicht nur zwischenladungsfähig ist, sondern dies sogar erwartet, kann der Fahrer seine Pausen nutzen, um sie zu laden. Weitere Details über LiTex verriet Valentin Adelfio, Mitglied der Geschäftsleitung, Geschäftsbereich Flurförderzeuge der Stöcklin Logistik AG im Interview.
materialfluss: Was ist das „Killer-Argument“, mit dem Sie den Messebesucher in kürzester Zeit von Ihrem Produkt überzeugt hätten?
Valentin Adelfio: Die Einzigartigkeit der Ex-geschützen Li-Ionen-Batterie mit der Möglichkeit diese jederzeit in der ATEX-Zone wie eine normale Li-Ionen-Batterie zwischenladen zu können, eröffnet eine noch nie dagewesene Arbeits-Effizienz und Verfügbarkeit als absolute Weltneuheit. Bis jetzt muss man den Ex-geschützten Raum oder sogar das Stockwerk verlassen um die Batterie zu laden. Da das Laden in der Regel acht Stunden dauert, muss bei Schichtbetrieb oft ein Batteriewechsel gemacht werden um weiter arbeiten zu können. Dieser enorme Zeitverlust und die hohen Kosten für den separaten Laderaum entfallen mit dem patentierten Stöcklin LiTex-Energiepaket komplett. Hingegen wird die Produktivität massiv erhöht.
mfl: Wie geht es in den kommenden Monaten weiter mit dem Produkt? Planen Sie weitere Updates/Verbesserungen?
Adelfio: Die ersten Kunden haben Geräte bereits sehr erfolgreich im Einsatz. Es ist ein Nischenmarkt und wir produzieren im Moment Einzelanfertigungen, dass Ziel ist Kleinserien zu produzieren und den Preis noch Markttauglicher zu gestalten. Wir reden nicht mehr von Prototypen, das Produkt ist ausgereift und erprobt.
mfl: Mit welcher Strategie wollen Sie auch ohne Messe Ihre Kunden nun erreichen?
Adelfio: Wir setzen auf unser weltweites Netzwerk, Vertriebskanäle, Social Media, prüfen Webinars, Fachzeitschriften et cetera. Wir stehen auch im Kontakt mit Mitbewerbern, ATEX-Umrüstern und führenden Spezialisten auf dem Gebiet des Explosionsschutzes. Diese Firmen haben bereits ihr Interesse angekündigt und sehen nicht nur in der Intralogistik und Produktion, sondern auch für Offshore-Anwendungen einen Einsatz. Wir werden prüfen, welche Zusammenarbeiten für uns Sinn machen. Zudem haben wir die Teilnahme an der VDI-Fachkonferenz Ende Mai 2020 in Stuttgart über Lithium Batteriesysteme im Ex-Bereich und werden dort als Best Practices das einzigartige System vorstellen. Ab Mitte Jahr wollen wir auch vor Ort, bei potentiellen Kunden und Interessenten, Demos durchführen.











