Stapler & Komponenten

Dynamisch und flexibel zum Profil

Das Entstapeln gehört bei dem Presswerk Gerhardi Alutechnik zu einer der Schlüsselpositionen in der Logistik. Hier setzt man seit kurzem auf eine Lösung, die ein weiterer Schritt hin zur Vollautomatisierung ist.

Mit der Inbetriebnahme einer neu entwickelten Einrichtung zum Entstapeln von Strangpressprofilen gelingt dem Presswerk Gerhardi Alutechnik ein weiterer Schritt in Richtung zum vollautomatischen Strangpressbetrieb. Nach Abschluss des Gesamtprojektes wird die Produktion von zwei Pressenlinien den beiden Packplätzen bedarfsgerecht und voll automatisiert zur Verfügung gestellt. Die Neuentwicklung des in Denkendorf ansässigen Logistik-Spezialisten H+H Herrmann + Hieber hat seine Bewährungsprobe im praktischen Betrieb bestanden. Die logistische Aufgabenstellung im Gerhardi-Presswerk sieht eine gemeinsame, weitgehend automatisierte Profilverpackung für zwei benachbarte Strangpresslinien vor. Für die Situation im Betrieb ist kennzeichnend, dass die beiden Pressen in benachbarten, jedoch separaten Gebäuden installiert sind. Bei der zentral angeordneten Verpackung im neuen Hallenschiff müssen die Körbe aus der alten in die neue Halle überführt werden. Dabei ist die logistische Zusammenführung dadurch erschwert, dass unterschiedliche Korbabmessungen im Einsatz sind. Für die leistungsfähige neue Presse wurde ein neuer, breiterer Korbtyp entwickelt, der auf die Produktion der neuen Presse abgestimmt ist.

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Der Schlüssel für die logistische Problemlösung ist der vor den Packplätzen angeordnete Entstapler. Dieser muss flexibel sein und dazu noch schneller arbeiten. Er muss unterschiedlich breite Körbe im beliebigen Wechsel bedienen und die Profile - je nach vorgesehenem Packplatz - auf zwei getrennte Transportbänder ablegen. Die Profile können in den Körben übereinander oder aber in Kämmen gestapelt sein - auch in dieser Hinsicht arbeitet der Entstapler flexibel. Beim Entstapeln fassen die Greifer an den Zwischenlagen an, heben die Lage ab und transportieren diese zu einem Querförderer, der sie zum Packplatz verfährt. Die Zwischenlagen fallen dabei auf ein weiteres Transportband unterhalb des Querförderers, das sie aus dem Bereich des Entstaplers heraus transportiert. In einer gesonderten Einrichtung werden die Zwischenlagen gesammelt und über ein eigenes Transportsystem ins Untergeschoss transportiert, wo sie dem Profilstapler erneut zur Verfügung stehen.

Zu den Merkmalen der neuen Staplerkonstruktion gehört, dass (mit Ausnahme des Greiferantriebs) auf jegliche Pneumatik verzichtet wird. Stattdessen sind elektrisch geregelte Servomotoren eingesetzt. Diese Bauweise spart erheblich an Gewicht; tatsächlich wiegt dieser Entstapler nur etwa 50% einer vergleichbaren Einrichtung in konventioneller Ausführung. Dies wiederum steigert die Dynamik der Bewegungsabläufe, wie sie zur Umsetzung des Volumens gebraucht wird. Die Sicherheit ist dabei nicht beeinträchtigt; es wurde ein dreifaches Abschaltsystem vorgesehen.

Für H+H Herrmann + Hieber ist diese hier erstmals realisierte Lösung eine wichtige Erweiterung seines Leistungsspektrums. Bisher nämlich starteten die von H+H geplanten und gelieferten Materialfluss-Lösungen an der Stelle, an der die gefüllten Profilkörbe nach der Säge aus der automatischen Stapeleinrichtung entnommen werden. Das jetzt vorgestellte Konzept versetzt H+H in die Lage, den automatischen Materialfluss, wenn eine Anlage „von der Stange“ nicht optimal einsetzbar ist, nach Bedarf zu modifizieren und den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.

Über Gerhardi

Ein Schwerpunkt von Gerhardi Alutechnik lag immer in der Metallverarbeitung. Gerhardi hat sich von einem Hersteller für Knöpfe und Schnallen zu einem modernen Aluminiumstrangpresswerk entwickelt, das traditionell die Bauindustrie, die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie sowie den Bereich Industrietechnik, wie etwa die Leuchtenindustrie und den Maschinenbau, mit Profilen beliefert.

Neben einer 2.000 t-Presse verfügt Gerhardi seit 2009 über eine Strangpresse mit einer Presskraft von 3.300 t. Mit dieser Anlage erhöht sich die Kapazität für die Umformung von Aluminiumbolzen in Strangpressprofile auf 16.000 t. Am Standort Lüdenscheid werden derzeit 100 Mitarbeiter beschäftigt. Für diese ist Gerhardi Alutechnik „ihre” Firma, ein mittelständisches Unternehmen, in dem sie mit großer Loyalität arbeiten, um die Erwartungen der vielen langjährigen und auch der neuen Kunden im Hinblick auf Produktqualität, Liefertreue und erstklassigen Service zu erfüllen.

Gerhardi AluTechnik GmbH & Co. KG, http://www.gerhardi-alu.de

H+H Herrmann + Hieber GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.herrmannhieber.de

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