LogiMAT 2019

Martin Schrüfer,

Bosch Connected Industry vernetzt die Lieferkette

Was nutzt die modernste Produktionsstraße, wenn das benötigte Material nicht zuverlässig und in richtiger Menge an der Linie ankommt, gewonnene Effizienz durch aufwändige Materialbereitstellungsprozesse und Intransparenz verpufft? Eine vernetzte Fertigung kann laut Matthias Hülsmann, Vice President Connected Logistics bei Bosch Connected Industry, nur gemeinsam mit einer vernetzten Intra- und Extralogistik wirklich erfolgreich sein.

© Bosch Connected Industry

Dafür setzt er auf den Ansatz der pragmatischen Echtzeitlogistik. „Der Fokus liegt immer auf dem Anwender: Wir setzen dort an, wo der Schmerz am größten ist – sei dies bei Such-, Buch- und Inventuraufwänden, Verladevorgängen bei multimodalen Transporten oder Leerfahrten von Staplern. Im Zentrum steht dabei die pragmatische Erfassung von Echtzeitdaten zur Effizienzsteigerung der Lieferkette.“

Aus eigener Erfahrung gelernt

Gemeinsam mit den Anwendern aus Fertigung und Logistik hat das Connected Logistics Team intensiv an neuen Lösungen getüftelt. Wie bei allen Industrie 4.0 Lösungen von Bosch steht auch hier der Mensch im Mittelpunkt: „Unser klares Ziel ist es, das Leben von Logistikern mit IoT-Lösungen leichter zu machen. Die Lösungen müssen für die Anwender mehr Wert schaffen, als Aufwände erzeugen“, erläutert Hülsmann. Aus diesem pragmatischen Ansatz sind die Lösungen Nexeed Intralogistics Execution für die Intralogistik und Nexeed Track and Trace für die Extralogistik entstanden.
Nexeed Intralogistics Execution besteht aus interoperablen Teilmodulen, die Daten vom Lagerort des Materials, Status der Fahrzeugflotte und Transportwegen liefert und intelligent mit Systemdaten verknüpft. IoT Technologien wie RFID, Sensoren und Gateways generieren Echtzeitinformationen, deren Auswertungen und Analysen im intralogistischen Systemkontext den Arbeitsalltag von Logistikern vereinfachen. „So entsteht Schritt für Schritt volle Transparenz über den gesamten Materialfluss. Dabei greifen wir auf umfangreiche Erfahrung aus erfolgreichen Kundenprojekten zurück“, sagt Hülsmann.

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Mit Fleet Analytics zur effizienten Fahrzeugflotte

Den Beweis dafür tritt das Modul Fleet Analytics an: Es macht Auslastung und Effizienz von Fahrzeugflotten transparent und ermöglicht damit die Steuerung der Intralogistikflotte. Dafür werden mobile Transportsysteme unterschiedlicher Hersteller, wie beispielsweise Gabelstapler, mit Sensoren ausgestattet. Positionssignale von autonomen Transportsystemen wie dem ActiveShuttle von Bosch Rexroth werden ebenfalls an die Software gesendet und in einem übergreifenden System visualisiert. Es entsteht eine Übersicht über Fahr-, Warte- und Stillstandzeiten sowie den Anteil an Leer- und Vollfahrten. Durch die Aufzeichnung von Position und Geschwindigkeit lassen sich zudem die Fahrwege im Betrieb grafisch in Form von Road und Heat Maps sowie Effizienzdiagrammen darstellen. So können Logistiker schnell erkennen, wo beispielsweise Gefahrenzonen durch die Kreuzung häufiger Fahrwege mit Aufenthaltsbereichen von Fußgängern vorliegen und mit Maßnahmen wie Geschwindigkeitsdrosselung entgegensteuern. Darüber hinaus lassen sich Routen von autonomen Fahrzeugen rund um die Uhr überwachen und analysieren, was zu einer deutlichen Effizienzsteigerung bei Investitionen führen kann.

Der Supermarkt wird intelligent

Das Stock Management Modul macht Bereitstellflächen (Supermärkte) intelligent: Sämtliche Materialbewegungen werden durch RFID, Barcodes oder Sensoren automatisch erfasst und gebucht. Die Software automatisiert nicht nur das Ein- und Ausbuchen. Ein Put-to-Light-Signal zeigt auch an, wo das ankommende Material eingelagert werden soll. Sollte es doch zu einer fehlerhaften Einlagerung kommen, erhalten die Mitarbeiter ein Signal – und können den Fehler umgehend korrigieren. So sparen sie jede Menge Zeit für Buchungen und die aufwändige Suche nach der richtigen Bahn oder falsch eingelagerter Ware. Über 3D-Visualisierungen können sie zudem jederzeit nachvollziehen, wo und in welcher Menge sich welches Material momentan befindet. „Zusätzlich entsteht ein digitaler Zwilling des Materials in der Fertigung – eine wichtige Voraussetzung für die Echtzeitsteuerung des smarten Materialflusses“, erläutert Hülsmann.

Transparenz über multimodale Lieferketten

Auch für die Extralogistik hat das Team um Matthias Hülsmann eine echtzeit-basierte Lösung entwickelt: Bei Nexeed Track and Trace teilt das Frachtgut auch auf internationalen Routen selbst regelmäßig mit, wo es sich gerade befindet. Zusätzlich zum aktuellen Standort übermittelt die Software über Funksensoren und Gateways weitere Informationen wie Temperatur, Erschütterung oder Feuchtigkeit an die Cloud. So wissen Logistiker jederzeit, wo sich das Transportgut befindet, ob es pünktlich ankommt und wie es um seinen Zustand bestellt ist. „Unsere Kunden reduzieren Handlingaufwände mit pragmatisch digitalisierten Ladungsträgern. Mit einem Return on Investment von unter zwei Jahren sind die Projekte wirtschaftlich – eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg der Digitalisierung“, so Matthias Hülsmann.

Halle 6, Stand C61

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