Software & Ident
Beim Tabak keine Kompromisse
Um die Kunden weltweit optimal bedienen zu können, setzt man bei Reemtsma seit vergangenem Jahr auf ein neues Hochregallager. Oberstes Ziel war dabei, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen.

Klug integrierte Systeme aus Teunz hat den Auftrag für das 2010 in Betrieb genommene Logistikzentrum von Reemtsma gegenüber vom Flughafen Hannover erhalten.
Herzstück für die stetig hohe Förderleistung des Zentrums bildet die Materialflusssteuerung „iWACS.MFC” (Material Flow Control) von Klug. Das System erreicht eine Knotenpunktleistung von mehr als 7.000 Transporteinheiten in der Stunde, bietet dabei maximale Flexibilität für Erweiterungen und Änderungen bei einer insgesamt hohen Transparenz. Die Möglichkeiten der Einbindung waren bei Reemtsma, rückblickend betrachtet, einer der wesentlichen Gründe für den Erfolg des Projektes.
„Wir standen vor der Herausforderung, iWACS nahtlos in bestehende Anlagen von Produktion und Logistik einzubinden, das neue Hochregallager anzuknüpfen und für das Ganze schließlich eine Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, die mit dem konzernweit einheitlichen ERP-System kommuniziert”, beschreibt Ambros Kienberger, verantwortlich für Projekte, bei denen Klug - wie hier bei Reemtsma auch - als Generalunternehmer auftritt. Es sei vor allem die Fülle unterschiedlicher Datenarten, Kommunikationswege und Schnittstellen gewesen, die dieses Projekt so spannend gemacht haben. Oberstes Ziel war, die gesamte Ein- und Auslagerung so zu koordinieren, dass die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund hat Klug für die Regalbediengeräte in den sechs Gassen ein intelligentes Lastmanagement entwickelt, um den Spitzenstrom weitestgehend zu begrenzen - ohne dabei die Leistungsfähigkeit der RBGs selbst zu beschneiden. Eine konkrete Auswirkung: Die Hubwerke führen ihre vertikalen Fahraufträge erst dann aus, wenn der Fahrantrieb in horizontaler Richtung bereits zu bremsen beginnt. Der Vorteil: Die beim Bremsen erzeugte generatorische Energie speist durch einen Verbund der Servoachsen den Hubantrieb. Dieser würde sonst naturgemäß für ein Ansteigen des Stromes beim Anheben von Lasten führen.
Im umgekehrten Fall wird im Reemtsma-Lager die Bremsenergie beim Absenken der Lastaufnahmemittel genutzt, um den Spitzenstrom beim Beschleunigen der Fahrantriebe zu begrenzen.
Die Steuerung der RBGs ist zweigeteilt in einen logischen Teil für den Ablauf und einen weiteren zur Leistungssteuerung für Motoren sowie die gesamte Aktorik und Sensorik. Beide Steuerungsebenen sind zentral in einem Schaltschrank untergebracht, der auf den Regalbediengeräten mitfährt. Die Handlingssysteme sind als autarke Einheiten konzipiert und so in der Lage, den kompletten Hand- und Automatikbetrieb selbstständig zu bewältigen. Das ERP-System gibt dabei die anzufahrenden Palettenstellplätze vor. Die Materialflussebene organisiert die erforderlichen Transporte in der Fördertechnik und bei den Regalfahrzeugen.
Die Kommunikation zwischen SPS und Materialflussebene hat Klug per Ethernet TCP/IP realisiert, damit einen durchgängigen Datenfluss von der Leit- bis zur Steuerungsebene geschaffen. In dieser Ebene fällt dem von Klug entwickelten Visualisierungssystem iWACS.SIAM (Service Interface, Analysis & Monitoring) eine wesentliche Schlüsselrolle zum Bedienen und Beobachten zu. „Wir stellen damit jederzeit die optimale Überwachung und Führung durch den Leitrechner sicher”, unterstreicht Otto Kohlmann, Project Engineer bei Reemtsma und ergänzt, dass sämtliche Störungen über das iWACS angezeigt und ausgedruckt werden. Die Protokolle nutzt Reemtsma unter anderem für kontinuierliche Prozessverbesserungen und Verfügbarkeitsoptimierungen.
Die Intralogistik schätzt Effizienz. Entsprechend eng war Zeitplan für den Bau des Hochregallagers bemessen. Die ersten Stahlbauarbeiten begannen im Juni 2009. Das auf einer Grundfläche von 100 mal 44 m platzierte Gebäude wurde als 35 m hohes selbsttragendes Silo konzipiert. Die anhängenden Fassadenelemente hatten insofern keine tragende Funktion, sind aber alles andere als Standard. Wer genauer hinschaut, erkennt eine Schuppenstruktur, die so geformt ist, dass der Radarüberwachungsbereich des nahen Flughafens nicht beeinträchtigt wird.
„Zwei Monate vor dem vereinbarten Zeitpunkt haben wir das Projekt an Reemtsma für die umfassenden Produktivtests mit dem ERP-System übergeben”, freut sich Kienberger über den „mustergültigen Projektverlauf”. „Wir sind sehr zufrieden”, stellt Detlef Linke, Project Engineering Manager beim Tabakhersteller, fest. Klug habe nicht zuletzt aufgrund dieser Schnelligkeit seine Kompetenz als Generalunternehmer bewiesen. Weitere Projekt sind in Planung.
Über Reemtsma

Hannover-Langenhagen gilt innerhalb der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH als vorbildlich in puncto Nachhaltigkeit, Rationalisierung und Produktionsautomatisierung. 1971 in Betrieb genommen, produzierten zum Ende des Geschäftsjahres 2009 rund 650 Mitarbeiter etwa 800 unterschiedliche Artikel, die in über 100 Länder exportiert werden. Die Jahresproduktion belief sich 2009 auf annähernd 27 Mrd. Zigaretten. Das Sortiment umfasst dabei bekannte Marken wie Davidoff, West, R1 und John Player Special. Im neuen Hochregallager mit seinen rund 24.000 Stellplätzen am Standort Langenhagen werden pro Stunde bis zu 360 Paletten ein- und ausgelagert.
Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH, D-22774 Hamburg, E-Mail: [email protected], http://www.reemtsma.com
Klug GmbH integrierte Systeme, D-92552 Teunz, E-Mail: [email protected], http://www.klug-is.de










