Große Pläne

Martin Schrüfer,

KKR erwirbt Minderheitsbeteiligung an Körbers Supply Chain Software-Geschäft

Der Technologiekonzern Körber und KKR, ein weltweiter Investor, gaben am 14. Dezember bekannt, dass KKR eine Minderheitsbeteiligung an Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft erworben hat.

Michael Brandl, Chief Executive Officer bei Körber Supply Chain Software für die Region Europe und Middle East (EME). © Körber Supply Chain Software

Diese strategische Partnerschaft (interner Projektname"Horizon") soll es Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft ermöglichen, mit verbesserten End-to-End-Lösungen für Kunden in aller Welt zum Marktführer zu werden. Über die finanziellen Details der Transaktion haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft gehört nach eigenen Angaben zu den drei weltweit führenden Anbietern von Lagerverwaltungssoftware. Mit mehr als 1.300 Mitarbeitern ist der Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren laut Körber stark gewachsen und bedient einen diversifizierten Mix von mehr als 4.200 Kunden in verschiedenen Branchen in über 70 Ländern.

KKR (weltweit tätig, Büros in Frankfurt am Main und London) wird mit Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft zusammenarbeiten, um organische und anorganische Wachstumsstrategien zu verfolgen sowie die geografische Präsenz des Geschäftsbereichs zu erweitern. Gleichzeitig soll die strategische Ausrichtung auf Software-as-aService (SaaS), Automatisierung, Robotik und digitale Lösungen weiter beschleunigt werden, um Kunden bei zunehmender Lagerautomatisierung und Lokalisierung der Lieferkette zu unterstützen.

Die Investition von KKR stammt aus seinem europäischen Flagship Private-Equity-Fonds, dem KKR European Partners Fund V, der auf langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Gründern, Unternehmen und Managementteams zurückblicken kann. KKR ist einer der aktivsten Investoren mit Fokus auf dem Aufbau führender globaler Technologieunternehmen. Zu den globalen TechInvestitionen zählen unter anderem Cegid, Exact Software, Cloudera, Darktrace, MYOB, Onestream, Epicor, iValua und Visma. In der DACH-Region setzt KKR seit mehr als 20 Jahren vor allem auf strategische Partnerschaften vor Ort, etwa mit Investitionen in Axel Springer, Scout24, Wella, Unzer und SoftwareOne. Die Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich des Erhalts aller behördlichen Genehmigungen.

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Stephan Seifert, Vorstandsvorsitzender der Körber AG, sagt: „Ich freue mich sehr über diese strategische Partnerschaft und die enormen Möglichkeiten für unser Geschäft, die sich daraus ergeben. Es ist zentraler Bestandteil der Körber-DNA, attraktive Wachstumsfelder zu identifizieren und aktiv zu entwickeln. Mit unserem Angebot an Supply-Chain-Software streben wir eine umfassende End-to-End-Anwendungssuite an, die unseren Kunden auf der ganzen Welt verbesserte Software-Lösungen bietet. Mit KKR haben wir einen großartigen Geschäftspartner gefunden, um unser Wachstum im Bereich Supply-Chain-Software über zusätzliche Produkte und Regionen hinweg zu beschleunigen. Immer mit der klaren Vision: Marktführerschaft durch Technologieführerschaft zum Nutzen unserer Kunden.“

Christian Ollig, Partner und Leiter der Region DACH bei KKR sowie Jean-Pierre Saad, Head of TMT in Europa bei KKR, sagen: „Eine funktionierende, ineinandergreifende Lieferkette ist für Unternehmen jeder Größe und an jedem Standort erfolgskritisch und wir sehen in diesem Markt erhebliches Wachstumspotenzial. Körber ist mit seinem Supply-Chain-Software-Geschäft bereits heute einer der führenden Anbieter mit herausragender Expertise und Erfahrung im Bereich Lagerverwaltungssoftware, inklusive Robotik und Sprachsteuerung. Darüber hinaus wird Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft von einem Managementteam geleitet, das führend in der Branche ist. Wir freuen uns auf die strategische Partnerschaft mit Körber und auf die Zusammenarbeit mit dem Management, in der wir unsere Erfahrung mit dem Wachstum globaler Softwareunternehmen einbringen, um Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft dabei zu unterstützen, sein volles Potenzial in diesem attraktiven Markt zu entfalten.“

Chad Collins, CEO Software, Körber-Geschäftsfeld Supply Chain, meint: „Die strategische Partnerschaft mit KKR ist eine großartige Chance für uns. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team. KKRs Erfolge bei Investitionen in Software-Unternehmen inklusive ihrer Skalierung sprechen für sich – wir freuen uns darauf, von dieser Erfahrung zu profitieren. Die Partnerschaft ermöglicht es uns, unseren Wachstumsplan deutlich zu beschleunigen, um ein global führender Anbieter im Bereich Supply-Chain-Software zu werden."


Exklusiv in materialfluss: Statements von Michael Brandl, Chief Executive Officer bei Körber Supply Chain Software Europe und Middle East (EME) zur Breaking News.

Die Kernbotschaft:

"Wir wollen in der Welt der End-to-End-Lösungen in der Logistik weltweit Marktführerschaft erlangen. Wir sehen unsere Zukunft hierbei in einer kompletten  End-to-End-Lösungskette, analog dem was wir in Europa für den vorrangig deutschen Markt schon haben. Um hier eine weltweit führende Rolle spielen zu können, planen wir organisch, aber auch anorganisch zu wachsen. Aus diesem Grund hat sich Körber für KKR als Investor entschieden um uns bei dem Ausbau zu unterstützen."

Warum Körber diesen Weg wählt:

"Der Bereich E-Commerce boomt und Lieferkettenprobleme können nur geheilt werden, wenn die End-to-End-Supply Chain vollumfänglich betrachtet wird. Früher begann und endete die Lagerlogistik an der Laderampe. Um heute aber eine effiziente Belieferung sicherstellen zu können, muss der Bestand von der Produktion bis zum Endkunden betrachtet werden. Lösungen, welche wir in der DACH-Region über die WMS Systeme (3PL, SMB und Enterprise) bereits heute haben, planen wir auch weiterhin zu nutzen. Um hier aber schneller weltweit Bedeutung zu erlangen, wird es in den an Lager angrenzenden Bereichen auch zu anorganischen Wachstum kommen."

Wo Körber mit dem Thema aktuell steht: 

"Mit dem WMS Lösungen gehören wir schon heute weltweit zu den drei größten Anbietern. Mit unsere aktuelle end-to-end Lösung sind wir in West-Europa mit einer Installationsbasis von < 20 Kunden allerdings noch entfernt von der weltweiten Marktführerschaft. Ein rein organisches Wachsen wird nicht in der Geschwindigkeit möglich sein, die wir anstreben. Zur Marktführerschaft sollte eine hohe dreistellige, wenn nicht gar vierstellige Zahl von Installationen vorhanden sein."

Was der Investor beisteuern soll:

"Er wird uns helfen, die richtigen Zukäufe zu tätigen. Hierbei haben wir mehrere Region und Lösungen im Auge, welche dann in einem zweiten Schritt in unsere Suite integrieren werden."

Was sich nach dem Einstieg im Management Board ändern wird:

"Im Executive Board von Körber Supply Chain Software wird es keine Änderungen geben. Im Außenverhältnis wird es ein Governance Board geben, das paritätisch mit Managern von Körber und KKR besetzt wird."

Was sich für Kunden in Deutschland ändert:

"Gar nichts. Wir bleiben unter der Marke Körber und gehen im DACH-Bereich mit den bekannten Produkten von inconso weiter an den Markt. Im Bereich der Steuerung von AMR wird es Erweiterungen geben, die aber eher organisch passieren – Stichwort Partnerschaften mit unter anderem Fetch Robotics. Außerhalb der Region von Kontinental-Westeuropa dagegen wird es zur Ausweitung in Richtung einer End-to-End Suite kommen. Hierbei haben wir vorrangig Lösungen aus den Bereichen DOM und TMS im Auge."

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