Gastbeitrag

Dirk Stobbe,

IT-Assets sind keine Kugelschreiber – aber viele behandeln sie so

Dirk Stobbe, CEO und Gründer von Ctrl-Up, erläutert in einem Gastbeitrag, warum Device-as-a-Service die optimale Lösung für den Kostendruck und den Bedarf an Flexibilität in der Logistik darstellt.

Dirk Stobbe ist Gründer und CEO von Ctrl-Up. Das Unternehmen möchte seinen Kunden eine Alternative zum Kauf oder Leasing von IT-Equipment bieten. © Ctrl-Up

In der Logistik läuft nichts ohne Technik: Handscanner, mobile Drucker, Laptops, Smartphones – sie sind essenzielle Werkzeuge, die den Betrieb am Laufen halten. Trotzdem werden sie in vielen Unternehmen immer noch wie Verbrauchsmaterialien behandelt. Diese Denkweise – die sogenannte „Bleistiftmentalität“ – führt zu Kapitalverschwendung, ineffizienten Prozessen und einem Mangel an Flexibilität, der gerade in dieser Branche fatal ist. Zeit für ein Umdenken: IT-Assets müssen strategisch verwaltet und genutzt werden – und nicht einfach nur „da sein“.

Versteckte Kosten: Wenn Scanner in der Schublade liegen

In vielen Unternehmen fehlt der Überblick darüber, welche IT-Geräte sich wo befinden, in welchem Zustand sie sind oder wer dafür verantwortlich ist. In logistischen Strukturen mit mehreren Standorten, hoher Personalfluktuation und saisonalen Schwankungen zeigt sich das besonders deutlich: Geräte werden doppelt angeschafft, bleiben ungenutzt, gehen verloren oder verursachen unnötige Reparaturkosten. Neben der Kapitalbindung entstehen auch operative Risiken – etwa, wenn ein defekter Scanner einen kompletten Lieferprozess verzögert.

Fallbeispiel Logistik: Flexibilität trifft auf Systemstarre

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Ein konkretes Beispiel: Ein Logistikdienstleister muss während der Peak Season kurzfristig mehrere hundert Handscanner bereitstellen. Der bisherige Ansatz – Kauf oder Leasing – ist dafür ungeeignet: zu unflexibel, zu langsam, zu teuer. Gleichzeitig erfolgt die Verteilung der Geräte dezentral über einzelne Depots, ohne zentrale Steuerung oder Transparenz. Die IT-Abteilung ist überfordert, die Verwaltung erfolgt manuell, Rückgaben gehen im Alltag unter. Ergebnis: unvollständige Bestände, Frust in der operativen Ebene – und ein wachsender Kostenberg.

DaaS als Antwort: IT mieten, statt kaufen

Hier setzt das Modell „Device-as-a-Service“ (DaaS) an. Es verknüpft flexible Mietverträge mit einem digitalen Geräte-Management. Unternehmen können ihre IT-Ausstattung bedarfsorientiert beziehen, verwalten und zurückgeben – ohne langfristige Kapitalbindung oder administrativen Mehraufwand.

Für die Logistik bedeutet das konkret:

  • Saisonale Skalierbarkeit: Geräte lassen sich kurzfristig aktivieren und nach der Hochsaison wieder zurückgeben – ohne Restwertdiskussion.
  • Planbare Kosten: Statt hoher Einmalkosten gibt es transparente monatliche Raten – inklusive Service, Wartung und Rücknahme.
  • Digitale Kontrolle: Alle Assets sind zentral dokumentiert – inkl. Zustand, Standort, Nutzerhistorie und Rücklaufstatus.
  • Schneller Austausch: Defekte Geräte werden sofort ersetzt – die Ausfallzeit im Betrieb sinkt.
  • Nachhaltigkeit: Rückgegebene Geräte werden wiederaufbereitet – Ressourcen werden geschont, ESG-Ziele unterstützt.

Operativer Hebel: Weniger Aufwand, mehr Effizienz

DaaS entlastet nicht nur die IT-Abteilung, sondern auch die operativen Teams. Geräteverwaltung wird nicht mehr über Excel oder Papierformulare organisiert, sondern über smarte Plattformen. Die klare Zuständigkeit, definierte SLAs und automatisierte Rücknahmeprozesse schaffen Struktur – gerade in dezentralen Organisationen mit vielen Nutzern und wechselnden Bedarfen. Der Aufwand für Bestandsprüfung, Neuanschaffung und Support sinkt spürbar – gleichzeitig steigt die Verfügbarkeit und Nutzungsdauer der Geräte.

Strategischer Hebel: Flexibilität als Wettbewerbsvorteil

Die Logistikbranche ist besonders anfällig für Schwankungen: E-Commerce-Booms, geopolitische Entwicklungen oder neue Auftraggeber können den Gerätebedarf binnen Tagen verändern. Wer dann nicht flexibel reagieren kann, verliert. DaaS gibt Unternehmen die Freiheit, IT-Ressourcen wie ein variables Gut zu steuern – nicht statisch, sondern dynamisch. Das schafft Planungssicherheit, senkt Risiken und stärkt die Krisenresilienz.

Gleichzeitig erlaubt die zentrale Datenbasis auch strategische Auswertungen: Welche Geräte sind besonders störanfällig? Wo gibt es Überbestände? Welche Standorte brauchen welche Ausstattung zu welcher Zeit? Diese Erkenntnisse ermöglichen fundierte Entscheidungen – jenseits des Bauchgefühls.

Fünf Erfolgsfaktoren für IT-Asset-Management in der Logistik

  1. IT-Verfügbarkeit sichern: Ohne funktionierende Geräte steht der Betrieb. Redundanz ist Pflicht, nicht Kür.
  2. Flexibilität leben: Gerätebedarfe müssen schnell veränderbar sein – idealerweise monatlich.
  3. Transparenz schaffen: Zentrale Steuerung und Echtzeit-Übersicht verhindern Wildwuchs und Fehlallokation.
  4. Prozesse standardisieren: Automatisierte Abläufe ersetzen manuelle Verwaltung – und senken die Fehlerquote.
  5. Nachhaltigkeit integrieren: Wiederaufbereitung statt Wegwerfmentalität spart Ressourcen und verbessert die Ökobilanz.

DaaS als Kulturwandel

Wer IT nicht mehr kauft, sondern nutzt, verändert auch die Denkweise im Unternehmen. Geräte sind nicht länger Eigentum einzelner Abteilungen, sondern Teil eines gemeinsamen Ökosystems. Die Verantwortung wird geteilt, die Nutzung effizienter, die Verwaltung einfacher. In einem Umfeld wie der Logistik, in dem Präzision, Geschwindigkeit und Resilienz gefragt sind, ist das ein echter Fortschritt.

Gleichzeitig bringt das Modell einen ökologischen Mehrwert: Geräte werden länger genutzt, mehrfach eingesetzt, fachgerecht entsorgt. Damit passt sich das IT-Management auch dem steigenden Druck in Sachen Nachhaltigkeit und ESG-Reporting an.

Fazit: IT smarter nutzen – statt sie zu besitzen

Die Zeit der Bleistiftmentalität ist vorbei. Wer IT-Assets strategisch einsetzt, reduziert nicht nur Kosten, sondern steigert auch die Qualität seiner Prozesse. Device as a Service bietet dafür die ideale Grundlage: Es verbindet Flexibilität, Transparenz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Gerade in der Logistik kann das über Lieferfähigkeit und Wettbewerbsstärke entscheiden. Denn in einer Welt, die sich immer schneller dreht, zählt vor allem eins: die Fähigkeit, sich schnell anzupassen.

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