Covid-19

Marvin Meyke,

Unitechnik-Cargo-Anlage im UNO-Hilfseinsatz

Hohe Corona-Fallzahlen in Afrika bei gleichzeitiger Flaute im Passagiergeschäft: Aufgrund der Pandemie steht die staatliche Fluggesellschaft Ethiopian Airlines (EAL) vor großen Herausforderungen. Mit der modernen Ausstattung der durch Unitechnik neu gebauten Cargo-Anlage hat das Unternehmen zumindest einen Teil seines Geschäftsmodells kurzfristig auf die neue Situation umgestellt: Die Air-Cargo-Anlage in Addis Abeba dient als Drehkreuz für die humanitären Flüge des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen.

Die Air-Cargo-Anlage in Addis Abeba dient als Drehkreuz für die humanitären Flüge des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen. © Unitechnik Systems

Vieles deutet derzeit daraufhin, dass die Pandemie nach und nach auch den afrikanischen Kontinent vereinnahmt – die 54 Länder Afrikas verzeichneten, Stand 17. August, zuletzt 1.128.061 bestätigte Infektionen auf dem gesamten Kontinent. Um die afrikanischen Länder im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen, hat die UNO schon im Frühjahr ein zentrales Logistikzentrum für den Transport von Hilfsgütern eingerichtet. Die Wahl fiel auf das kürzlich von der Unitechnik Systems GmbH realisierte Luftfrachtterminal in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das modern ausgestattete Automatiklager ist mit 38.000 m² so groß wie fünf Fußballfelder und ist in einen Kühl- und einen Trockenbereich unterteilt. In der Anlage können jährlich 600.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen werden.

Kühlbereich schützt Medikamente
Allein im Monat März transportierte Äthiopien mit seinen Frachtfliegern und seiner Passagierflotte insgesamt über 45.848 Tonnen Fracht in verschiedene Teile der Welt. Die Sendungen umfassen Arzneimittel, medizinische Hilfsgüter und Gesundheitsprodukte, die als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie mit 86 Charterflügen abgewickelt wurden. Die Frachterflotte von EAL besteht aus 12 modernen Cargo-Flugzeugen, hauptsächlich vom Typ Boeing 777F - mit einer Kapazität von je 103 Tonnen. Sogar einige der 110 Passagierflugzeuge hat die größte Airline Afrikas kurzfristig umgebaut, um mehr Hilfslieferungen zu ermöglichen.

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Besonders für Medikamente sind Transport und Lagerung bei konstanten Temperaturen eine wichtige Voraussetzung. Mit dem großflächigen Kühlbereich hat EAL in Addis Abeba ausreichend Kapazität für den Umschlag von temperatursensitiven Waren geschaffen. Normalerweise exportiert die Airline von hier aus in erster Linie Schnittblumen und Fleisch. Die zukunftssichere Anlage ist nach internationalen Standards konzipiert und stellt eine ununterbrochene Kühlkette für die verderblichen Waren sicher, sodass auch medizinisch notwendiges Equipment nach europäischen Standards gelagert und umgeschlagen werden kann.

UniWare wickelt Lagerprozesse für Hilfsgüter ab
Ein WFP-Team aus 25 Luftfahrt- und Logistikmitarbeiter stehen in Addis Abeba bereit und leiten den 24-stündigen Betrieb. Es verwaltet Lager für Hilfsgüter, darunter auch temperaturkontrollierte Fracht und managt deren Umschlag. Grundlage für die professionelle Nachverfolgung der Hilfsgüter ist das ins Automatiklager integrierte Warehouse-Management-System (WMS). Das auf der Softwareplattform UniWare, dem von Unitechnik entwickelten Lagerverwaltungssystem, basierende Leitsystem verwaltet alle Lagerplatzbelegungen und koordiniert die automatischen und manuellen Bewegungen. So behalten die Helfer jederzeit den Überblick über ein- und ausgehende Hilfsgüter und Medikamente.

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