Lager- & Kommissioniertechnik
Mehr Power im Versand
Der Onlinehandel in Deutschland ist ein Milliardengeschäft. An der Spitze der online gekauften Waren befindet sich – mit steigender Tendenz – unangefochten das Segment Bekleidung. Schulte Lagertechnik unterstützte das Online-Modehaus meinemarkenmode.de bei seiner strategisch konzipierten Intralogistik und der Erweiterung des Lagers.

Jens Rosenberger, Leiter des Standortes Münster von meinemarkenmode.de sprach mit Materialfluss über E-Commerce sowie die Anforderungen an das neue Lagerkonzept.
Materialfluss: Als Online-Versandhandelsunternehmen haben Sie die Logistik sicher im Auge. Welche Anforderungen stecken für Ihr Unternehmen dahinter? Jens Rosenberger: Online zu bestellen bedeutet für die meisten Menschen, sich ihre Wünsche auch möglichst schnell und unkompliziert zu erfüllen. Daher erwarten unsere Kunden einen zuverlässigen und zunehmend schnelleren Versand und Lieferservice. Die bestellte Ware soll idealerweise schon am nächsten Tag beim Kunden eintreffen. Aus diesem Grund arbeiten wir für den Versand auch mit einem festen Logistik-Dienstleister zusammen. Bis die Waren an den Dienstleister übergeben werden können, müssen die Artikel intern noch einige Stationen durchlaufen, die alle optimal verzahnt sein müssen, um unser Ziel – eine möglichst hohe Effizienz – zu erreichen.
Schnellcheck
AnforderungenAuftragsumfang
- Lagerung von Damen- und Herren-Mode
- Vergrößerung der Lagerfläche und optimale Nutzung der Fläche
- Schnelle Kommissionierung sowie schneller Warenein und -ausgang
Besonderheiten
- Beratung, Planung, Lieferung und Montage
Nutzen
- Bestandslager mit Bühne, die integriert werden musste
- Optimierung des Lagers für aktuelle Anforderungen bei ständiger Flexibilität gegenüber neuen Anforderungen
- 6-fach gesteigerte Geschwindigkeit im Wareneingan
- Optimale Ausnutzung der Lagerplätz
- Fehlerquellen minimier
- Effizientere Kommissionierung
MFL: Haben Sie aus diesem Grund gerade erst Ihr Lager in Bezug auf Lagerfläche und Konzept angepasst?
Rosenberger: Ja, denn als wir 2012 angefangen haben, konnten wir die seinerzeit noch überschaubar eingehenden Bestellungen problemlos bearbeiten. Mit den Jahren sind dann nicht nur die Anzahl der Bestellungen, sondern auch unser Angebot immer weiter gewachsen. So war es jetzt an der Zeit, mehr Lagerfläche zu schaffen und auch ein Konzept zu entwickeln, das es uns ermöglicht, die Bestellungen effizient und fehlerfrei abzuwickeln.
MFL: Wie sind Sie bei der Vielzahl an Regalanbietern ausgerechnet auf Schulte Lagertechnik gestoßen? Rosenberger: Das ging relativ schnell. Auf Empfehlung eines anderen E-Commerce-Versenders sind wir auf Schulte Lagertechnik aufmerksam geworden. Um diesen Hinweis zu prüfen, haben wir parallel zwei weitere Anbieter eingeladen, uns ein Lagerkonzept zu entwickeln. Sehr schnell stellte sich dann heraus, dass die erste Empfehlung goldrichtig war. Die Mitarbeiter von Schulte Lagertechnik haben einfach am besten verstanden, wie unser Tagesgeschäft funktioniert und worauf es uns, vor allem in Sachen Logistik, ankommt. Aufbauend auf diesem Verständnis wurde auch das Gesamtkonzept abgestimmt.
MFL: Welche konkreten Anforderungen haben Sie an Schulte Lagertechnik gestellt? Rosenberger: In der Logistik eines E-Commerce-Versenders, gerade im Fashion-Bereich, gehören neue Saison-Trends, der Wunsch der Kunden nach einer schnellen Lieferung sowie eine branchenweit hohe Retourenquote quasi zum Tagesgeschäft. Und das waren nur einige Herausforderungen, denen sich Schulte Lagertechnik im Rahmen der Konzeptphase stellen musste. Hinzu kam, dass wir ja bereits ein Schwerlast-Hochregallager besaßen, das nicht neugebaut, sondern „nur“ erweitert werden sollte. Für die Planung und Konzeption bedeutete dies, dass die bestehenden Regalanlagen und Bühnen ebenso zu berücksichtigen waren wie die kurz-, mittel- und langfristigen Wachstumsziele unseres Unternehmens.
MFL: Und wie konnte Schulte Lagertechnik diese Anforderungen erfüllen? Rosenberger: Das gesamte Regalkonzept von Schulte Lagertechnik basiert auf einer hohen, modularen Flexibilität, die für ein Start-Up Unternehmen wie uns ungemein wichtig ist. Das Fachbodenregal mit dem 25er MULTIplus85 Boden war der passende Ansatz für unsere zwei unterschiedlichen Lagerboxen-Formate. Die hohe Umschlaghäufigkeit mit vielfach wechselnden saisonalen Produkten und das schnelle Wachstum unseres Unternehmens fordern nachhaltige und flexible Lösungen. Schulte Lagertechnik hat uns ein kompaktes Mix-System aus Fachbodenregalanlage und Palettenregalen für Schnelldreher geplant und in die bestehende Anlage integriert. Dabei wurde unser Bestandslager über eine neue Schulte System-Bühne sinnvoll mit der Fachbodenanlage verbunden. Heute lagern wir unsere Ware auf 11.000 Stellplätzen. Die gesamte Anlage lässt sich jederzeit umrüsten, erweitern oder kann ab- bzw. wieder aufgebaut werden, je nachdem, wo die Reise für uns hingeht.
MFL: Was hat die Investition für meinemarkenmode.de am Ende gebracht? Rosenberger: Unser Lager wurde komplett digitalisiert und auf ein dynamisches Lagersystem umgestellt, womit wir eine deutlich bessere Ausnutzung der vorhandenen Plätze erreichen konnten. Den Waren wird nunmehr kein fester Lagerplatz zugewiesen, sondern man nutzt immer ein freies ungenutztes Fach. Auch kann die Warenrotation – Schnell- und Langsamdreher – bei der Platzbelegung mit berücksichtigt werden. Durch die im Warenein- und ausgang eingesetzten Scanner und der Pick-by-Voice-Technologie bei der Kommissionierung werden die Prozesse im Lager effizienter. Zudem wurden die Lagergassen so angelegt, dass die Kommissionierwagen gegenläufig parallel fahren können. Auf diese Weise wurde eine deutlich messbare Wege- und Laufzeitoptimierung für die Mitarbeiter in der Kommissionierung erreicht. Im Ergebnis der neuen Lagerkonzeption steht eine deutlich höhere Systemeffizienz! Dazu gehört zum Beispiel, dass die Retourenabteilung für eine schnelle Bearbeitung strategisch sinnvoll zwischen Lager und Wareneingang angeordnet wurde. Im Wareneingang geht die Vereinnahmung der angelieferten Waren jetzt sechsmal schneller vonstatten als zuvor. Und auch das Qualitätsmanagement wurde deutlich verbessert.









